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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Outen als Freimaurer


shadow
03.03.2007, 11:18
Hallo Forumsgemeinschaft,:wave2:

Wie man aus meinen bisherigen Beiträgen ablesen kann bin ich (noch?) kein Freimaurer.:cry:

Seit einiger Zeit stellt sich mir die Frage nach dem outen. Ich hoffe das ich mit dieser Frage nicht zu sehr in die Privatsphäre dringe, aber wo sonst sollte ich hier drüber Auskunft bekommen.

Wie geht Ihr mit dem outen um? Warum fällt z.B. die Entscheidung gegen das outen? Welche Erfahrung haben Sie nach dem outen (positive/negative) im privaten und im beruflichen Umfeld gemacht. In welchem Grad waren Sie als Sie sich geoutet haben?

Über Zahlreiche Antworten würde ich mich freuen.:yes:

Ein schönes Wochenende wünscht

shadow

Lapislazuli
03.03.2007, 12:17
Lieber Shadow,
das outen als Freimaurer halte ich ganz unterschiedlich.
Häufig trage ich das Abzeichen mit Winkel und Zirkel am Jackett, aber nicht immer.
Einmal habe ich einen Nachbar zu einem Gästeabend mitgenommen, er weiß also Bescheid. Ich weiß allerdings nicht, wie weit diese Information nun auf der Strasse verbreitet ist.
Im Job hat mir die Freimaurerei einmal geschadet. Ich hatte mich um eine Stelle in einem Steuerbratungsbüro beworben, wurde zu einem netten Essen eingeladen, in dessen Verlauf sich herausstellte, dass ich Freimaurer bin und der Steuerberater dem Bund Neu-Deutschlland angehört. Das muß eine ziemlich konservative katholische Vereinigung sein. Jedenfalls haben wir dann festgestellt, dass wir eher nicht zueinander passen.
Andererseits habe ich gelernt, besser mit Menschen umzugehen. Als Jurist kann man schon mal rechthaberisch und aggressiv sein. Das habe ich weitgehend abgelegt. Ob mir das beruflich geholfen hat, kann ich allerdings nicht in Mark und Pfennig (für die jüngeren: jetzt müßte das Euro und Cent heißen) vorrechnen. Aus dem Bauch heraus nehme ich an, dass es mir eher genutzt hat.

oberon
03.03.2007, 12:21
Klar ist das eine persönliche Frage, aber keinesfalls eine ungehörige Frage.

Vorab kann man schon mal festhalten, dass die freimaurerische Verschwiegenheit sich natürlich auch auf die Personalien der Mitbrüder beziehen.

Ich persönlich gehe sehr offen damit um, weil ich weder gesellschaftlich noch beruflich in einer Situation stehe, die mir Schwierigkeiten bringen würde.

Ich hatte bisher nur ein einziges Mal ein Problem, als plötzlich jemand meinte, meine Seele vom Teufel retten zu müssen, weil ich ja Freimaurer bin.

Meine Kollegen, Familie und Freunde wissen also, dass ich Freimaurer bin. Viele interessiert es auch und wir haben interessante Gespräche geführt. Ebenfalls Freimaurer geworden ist keiner, aber es kommt immer wieder zu interessanten Diskussionen.

Aber es gibt auch Brüder, die berufliche oder auch private Schwierigkeiten zu erwarten hätten
. In streng katholischen und einigen freikirchlichen Kreisen ist die Freimaurerei generell nicht gern gesehen. Dass kann bis zu o.g. Problemen bei mir führen. Mitarbeiter in kirchlichen Instituten, Krankenhäusern zum Beispiel. Da können ganz konkrete Probleme auftreten.

Darum obliegt es jedem Bruder, sich selbst offen zur Freimaurerei zu bekennen oder eben nicht. Wer mich nicht mag, nur weil ich Freimaurer bin, der hat auch ehrlich gesagt nicht verdient mein Freund zu sein.

Es gibt sicher noch andere Gründe, aber so liegt es bei mir.

Viele Grüße,

Thomas

the saint
03.03.2007, 20:13
Hallo Forumsgemeinschaft,:wave2:

Wie man aus meinen bisherigen Beiträgen ablesen kann bin ich (noch?) kein Freimaurer.:cry:
Nun, dem kann unter Umständen abgeholfen werden.
Besuchen Sie unsere Gästeabende und lernen Sie uns und wir Sie kennen. :yes:

Seit einiger Zeit stellt sich mir die Frage nach dem outen. Ich hoffe das ich mit dieser Frage nicht zu sehr in die Privatsphäre dringe, aber wo sonst sollte ich hier drüber Auskunft bekommen.

Wie geht Ihr mit dem outen um? Warum fällt z.B. die Entscheidung gegen das outen? Welche Erfahrung haben Sie nach dem outen (positive/negative) im privaten und im beruflichen Umfeld gemacht. In welchem Grad waren Sie als Sie sich geoutet haben?

Über Zahlreiche Antworten würde ich mich freuen.:yes:

Ein schönes Wochenende wünscht

shadow
Wie Lapislazuli auch schon geschrieben hat; mal trage ich Winkel und Zirkel am Revers, mal nicht.

Einige meiner Freunde sowie einige aus meiner Familie wissen, dass ich Freimaurer bin. Hausieren gehe ich aber damit nicht. Zum einen, weil ich niemanden missionieren möchte, das ERKENNE DICH SELBST sollte in einem selbst reifen, zum anderen, weil manche gar nichts damit anzufangen wissen.

Letztens hatten wir (meine Frau und ich) ein interessantes Gespräch mit Freunden, wobei wir irgendwie auf das Thema "Sinn des Lebens", "gibt es da noch mehr", "wer bin ich" etc. kamen.

Unsere Freundin hat sich schon oft diese Fragen gestellt und sucht nach Antworten. Wir kamen wie von selbst auf die Freimaurerei zu sprechen und als meine Frau ihr sagte, dass ich Freimaurer sei, kam die Antwort: Irgendwie habe ich mir das schon gedacht.

Nun, ich will also sagen: Es kommt immer darauf an, vor wem bzw. in welchem Rahmen ich mich "oute".

the saint
03.03.2007, 20:21
Nun, dem kann unter Umständen abgeholfen werden.
Besuchen Sie unsere Gästeabende und lernen Sie uns und wir Sie kennen. :yes:


Sorry, ich habe gerade erst in einem anderen Thread gelesen, dass Sie schon einen Gästeabend besucht haben.

Somit hat die Kontaktaufnahme ja schon geklappt und wie schon geschrieben wurde, manchmal hakt es ein bißchen mit dem Papierkram, auch wenn er elektronisch ist. :yes:

F. Schmidt
04.03.2007, 12:05
Es sollte glaube ich, jeder selbst für sich entscheiden ob man sich outet oder nicht.
Wie schon erwähnt, könnte es Probleme geben, wenn z.b. der Chef oder Geschäftspartner einer Institution angehört, die nicht gerade Freimaurer - freundlich eingestellt ist.
Meine Familie, Freunde und Bekannten wissen alle das ich Freimaurer bin.
Sobald ich ein Jacket anziehe, trage ich auch Winkel u. Zirkel am Kragen.
Ansonsten trage ich fast täglich einen Freimaurerring den mir meine Frau zur Aufnahme geschenkt hat.
Wenn man dann aber wieder darauf angesprochen wird (Warum,Weshalb, Wieso, bist du Freimaurer) muß man sich darüber im klaren sein viele Fragen zu beantworten.
Ich mußte die Erfahrung machen das die meisten Leute nichts über die Freimaurerei wußten. (Außer Gerüchten, Legenden und Sagen :no: )

UCK
05.03.2007, 14:10
Das ist wohl sehr von den persoenlichen Umstaenden abhaengig.:yes:

Ich lebe in Spanien und hier muss man schon sehr fest im Sattel sitzen um sich zu outen. :hmmm: Die konservativen Orden der kat. Kirche koennen einem hier schon ganz schoen schaden :shocked: .

Bei mir wissen es nur sehr wenige Freunde. In D gehe ich damit ganz offen um, da kann mir so schnell keiner schaden.

shadow
05.03.2007, 22:30
@alle
Herzlichen Dank für Eure Antworten die natürlich die individuellen Erfahrungen des Einzelnen wiederspiegeln. (So individuell wie ich mir z.Zt. die Freimaurerei vorstelle). Klar ist mir auch, wenn man sich ein wenig mit der Freimaurerei beschäftigt, dass es Vereinigungen gibt bei denen man nicht gerade Jubelstürme erwarten darf, wenn man das Thema Freimaurer anspricht.

@the saint
Es gibt grundsätzlich Dinge im Leben mit denen geht man nicht „hausieren“. Ich laufe ja auch nicht durch die Straßen und posaune meine Religionszugehörigkeit (obwohl nicht vergleichbar), meinen Familienstand oder meinen Kontostand durch die Gegend. Es gibt Dinge die bewegt man in seinem Herzen - und nur da - . Zu dem angerissenen Gespräch mit Ihrer Bekannten habe ich im Zusammenhang mit dem Beitrag von F. Schmidt noch eine Frage.

@F.Schmidt
Selbstverständlich (und das geht ja Sinngemäß aus allen Beiträgen hervor) entscheidet jeder selbst wie viel er von sich preis gibt und da gehört die Zugehörigkeit zu einem Bund wie der Freimaurerei dazu. Wenn Sie offen ein Erkennungszeichen tragen hätte ich gerne gewusst ob es sich quantifizieren lässt, wie oft Sie von Ihren Gesprächspartnern zum Thema Freimaurerei angesprochen werden. Zu dem Thema viele Fragen beantworten habe ich noch eine Frage.


Wie gesagt ich bin noch kein Freimaurer. Mir ist klar, dass man nach der Aufnahme in eine Loge eigentlich noch nicht viel über die Freimaurerei weiß und sich mit Fragen zu diesem Thema wahrscheinlich schwer tut. Deshalb habe ich oben (vielleicht etwas schräg formuliert) die Frage nach dem wann (zeitliche Zugehhörigkeit zur Loge; „In welchem Grad waren Sie als Sie sich geoutet haben“) gestellt. Im Moment stelle ich mir vor, dass man in den ersten Jahren der Zugehörigkeit, sofern man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen will, mehr über die geschichtliche Entwicklung bis hin zum heutigen Freimaurertum erfährt. In dieser Zeit positioniert man sich mit der Arbeit an sich selbst und kann sich dann auch nach außen, sofern man es will, besser vertreten. Ich denke, dass man sich gerade im Anfangsstadium, im eigenen Interesse, nicht auf Streitgespräche einlassen sollte und darum die Zugehörigkeit bei sich (und im Familienkreis) behalten sollte. Wie gesagt „ich stelle mir das so vor“ ich bitte hierzu um Eure/Ihre Sichtweise, ggf. auch um Korrektur meiner Sichtweise.

Mit bestem Gruß
shadow

oberon
06.03.2007, 00:29
Es ist natürlich einfach zu sagen, "natürlich sollte man erst im Meistergrad sein, bevor man sich nach außen trägt." Der Vorteil dabei ist, dass man die "ganze Geschichte" dann kennt und tatsächlich besser zum Thema "woher und wohin" etwas sagen kann.

Aber in meinem Freundeskreis haben es alle schon zu Beginn gewusst, meine beiden engsten Freunde und natürlich meine Frau haben es auch schon vor meiner Aufnahme gewusst, nämlich, dass ich einen Antrag gestellt habe.

Wer sich zutraut zu sagen "tut mir Leid, das kann ich nicht beantworten, bin ja erst Lehrling", der kann sich in meinen Augen auch schon früh outen (wenn er will). Man sollte eben nicht den großen Fachmann mackieren.


Viele Grüße,

Thomas

Lapislazuli
06.03.2007, 02:26
Ich sehe das so ähnlich wie Br.: Oberon:
wer will, darf, wer nicht will, muß nicht.
Es macht Sinn, es erst dann zu tun, wenn man es sich persönlich zutraut, entweder aufkommende Fragen zu beantworten, Mut zur Lücke zu beweisen oder eine Antwort zu verweigern (schließlich gibt es dabei höchstpersönliche Empfindungen, die man anderen vielleicht nicht mitteilen möchte).

F. Schmidt
06.03.2007, 08:09
@alle
Herzlichen Dank für Eure Antworten die natürlich die individuellen Erfahrungen des Einzelnen wiederspiegeln. (So individuell wie ich mir z.Zt. die Freimaurerei vorstelle). Klar ist mir auch, wenn man sich ein wenig mit der Freimaurerei beschäftigt, dass es Vereinigungen gibt bei denen man nicht gerade Jubelstürme erwarten darf, wenn man das Thema Freimaurer anspricht.

@the saint
Es gibt grundsätzlich Dinge im Leben mit denen geht man nicht „hausieren“. Ich laufe ja auch nicht durch die Straßen und posaune meine Religionszugehörigkeit (obwohl nicht vergleichbar), meinen Familienstand oder meinen Kontostand durch die Gegend. Es gibt Dinge die bewegt man in seinem Herzen - und nur da - . Zu dem angerissenen Gespräch mit Ihrer Bekannten habe ich im Zusammenhang mit dem Beitrag von F. Schmidt noch eine Frage.

@F.Schmidt
Selbstverständlich (und das geht ja Sinngemäß aus allen Beiträgen hervor) entscheidet jeder selbst wie viel er von sich preis gibt und da gehört die Zugehörigkeit zu einem Bund wie der Freimaurerei dazu. Wenn Sie offen ein Erkennungszeichen tragen hätte ich gerne gewusst ob es sich quantifizieren lässt, wie oft Sie von Ihren Gesprächspartnern zum Thema Freimaurerei angesprochen werden. Zu dem Thema viele Fragen beantworten habe ich noch eine Frage.


Wie gesagt ich bin noch kein Freimaurer. Mir ist klar, dass man nach der Aufnahme in eine Loge eigentlich noch nicht viel über die Freimaurerei weiß und sich mit Fragen zu diesem Thema wahrscheinlich schwer tut. Deshalb habe ich oben (vielleicht etwas schräg formuliert) die Frage nach dem wann (zeitliche Zugehhörigkeit zur Loge; „In welchem Grad waren Sie als Sie sich geoutet haben“) gestellt. Im Moment stelle ich mir vor, dass man in den ersten Jahren der Zugehörigkeit, sofern man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen will, mehr über die geschichtliche Entwicklung bis hin zum heutigen Freimaurertum erfährt. In dieser Zeit positioniert man sich mit der Arbeit an sich selbst und kann sich dann auch nach außen, sofern man es will, besser vertreten. Ich denke, dass man sich gerade im Anfangsstadium, im eigenen Interesse, nicht auf Streitgespräche einlassen sollte und darum die Zugehörigkeit bei sich (und im Familienkreis) behalten sollte. Wie gesagt „ich stelle mir das so vor“ ich bitte hierzu um Eure/Ihre Sichtweise, ggf. auch um Korrektur meiner Sichtweise.

Mit bestem Gruß
shadow
Hallo,
seit ich mir sicher war Freimaurer zu werden, habe ich das natürlich meiner Familie mitgeteilt und dem engsten Freundeskreis.
Seit ich aufgenommen bin ,,jedem'' der es wissen will.:angel:
Weil bestimmte Fragen meistens kommen werden, sollte man schon ein paar Antworten wissen. Es kommen zu 90 % sowieso immer die gleichen.:wave2:
Bis dann,
Frank

Raudi341
23.03.2007, 11:16
outen -das haben wir hier gelesen- ist jedem selbst überlassen
Ich tragen immer ein kleines Abzeichen an meiner Jacke
Da ich nicht nur Freimaurer sondern auch Schlaraffe bin --> sind es zwei
Erkennungszeichen. Noch nie erhielt ich nachteilige Bemerkungen, oder direkte Nachteile. Fragen, Neugier und Interesse begegneten mir. Es ist immer eine persönliche Einstellung. Ich identifiziere mich mit meinen Idealen und somit mit den Mitgliedschaften.
Grüße in die Runde

T.G.
23.03.2007, 11:51
Lieber Br. Raudi341

Ich identifiziere mich mit meinen Idealen und somit mit den Mitgliedschaften.

Das tun aber auch sicher andere Brüder und dies auch, wenn sie keine Abzeichen in der Öffentlichkeit tragen. :ohwell:

Herzlichst

Dein

Br. T.G.

Schwarzbär
17.06.2007, 07:55
Ich trage kein W/Z am Revers, aber in der Agentur, in der ich arbeite, ist bekannt, dass ich FM bin (interessiert nur niemanden). Ansonsten bin ich als Stuhlmeister sowieso exponierter als andere Brüder, mein Name und meine Adresse stehen im Internet und ich stehe dazu, FM zu sein, was natürlich auch in meinem Fall nichts mit missionieren zu tun hat. Berufliche Nachteile hatte ich bisher nicht, allerdings hatte ich auch kirchliche Einrichtungen (ev.!) als Kunden, und die, die es wissen sollten, haben mich gewarnt, mit der FM bei denen allzu offensiv umzugehen.
Ansonsten bin ich nicht dazu da, die Vorurteile anderer gegen mein Freimaurersein zu überwinden.