Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vermittlung der Lehre
Ritter Roland
28.05.2008, 00:21
Hallo werte Brüder der FM,
nach dem Studium dieses Forums, was sehr informativ war, bleibt mir noch der Punkt der Vermittlung der Lehrinhalte unbeantwortet.
So, wie ich das sehe, treffen sich die meisten Logen regelmässig zur Tempelarbeit. Es erscheint mir aber ein bißchen zu wenig, um richtig fortzuschreiten. Was passiert in den Zeiten zwischen der Tempelarbeit?
Gibt es Material in schriftlicher Form, welches man in der Zwischenzeit bearbeiten oder eine Liste von Büchern, die man studieren sollte? Oder wird das Wissen nur in der Loge vermittelt?
Lieber Ritter Roland,
es ist ganz richtig das man durch die Tempelarbeiten alleine die Inhalte der FM nur schwer erfassen kann. Also kommt zunächst einmal ganz viel Eigenleistung die erbracht werden sollte. Damit meine ich das man selber Bücher liest und sich mit der ganzen Sache auseinandersetzt.
Zusätzlich dazu bieten die allermeisten Logen sog. Werkunterricht an. Da wird über Symbolik, Ritual usw. gesprochen. In vielen Logen ist es auch üblich, das sog. Zeichnungen aufgelegt werden. Das heißt das jemand über ein gewähltes Thema vorträgt und darüber (zu einem späteren Zeitpunkt) gesprochen wird.
Dann gibt es ausserdem (bei AFuAM) noch Distriktsunterricht (1-2 mal im Jahr?) und ein Distriktsseminarwochenende (2 mal im Jahr).
Aber die Hauptarbeit bleibt an Dir selber hängen :yes:
Gruß
Malakim
Ritter Roland
28.05.2008, 01:12
Nun, dass die Arbeit an mir hängen bleibt, dachte ich mir schon, es bleibt einem aber auch nichts erspart :cry:
Spaß beiseite. Ich bin es ja, der Kenntnisse erwerben möchte, daher fragte ich ja nach "mehr" als Tempelarbeit.
Vielen Dank für Deine Ausführung, das hilft mir weiter. Ich denke, meine Entscheidung ist gefallen :yes:
Allerdings sollte man bedenken, dass es bei der FM nicht um Vermittlung von Wissen geht. In der Freimaurerei wird eigentlich nichts thematisiert, was nicht jedem anderen auch frei zugänglich ist.
Es geht um Erkenntnis, um Erfahrungen. Ich kenne Brüder, die sind wunderbare Freimaurer, aber von den Details des Rituals wissen sie nicht viel. Sicherlich ist das Wissen förderlich, aber nicht unbedingt notwendig.
Thomas
Schwarzbär
28.05.2008, 07:23
Da möchte ich Dir widersprechen, lieber Thomas. Ich halte die Kenntniss von Ritualablauf, Symbolik, eventuell Ritualgeschichte und Geschichte des Bundes für eine wesentliche Säule der frm. Arbeit. Nur, wer versteht, was wir wie und warum machen, kann sich mit Verstand und Herzen darauf einlassen. Ein Ritual, dass man vielleicht zum 300sten Mal unverstanden an sich vorüber ziehen lässt, wirkt nicht.
@Roland: Es gibt in der Freimaurerei eine Menge Gelegenheiten zu lernen. Einige Logen haben beispielsweise einen Werkmeister, dem der Lehrlings- und Gesellenunterricht untersteht, in anderen ist es der II. Aufseher, der diese Aufgaben übernimmt. Dann gibt es in verschiedenen Distrikten das Collegicum Masonicum, eine Art frm. Wochenendseminar. Selbst für angehende Stuhlmeister gibt es Seminare. Wie der Freimaurerorden seine Lehrtätigkeit organisiert, weiß ich allerdings nicht.
Ritter Roland
28.05.2008, 07:35
Hallo Thomas und Schwarzbär,
ich bedanke mich herzlich für Eure Ausführungen, die mir weiterhelfen.
Ich denke das auch so, dass das Erleben der Rituale und Symbole sehr wichtig ist, wobei ich auf die Rituale nicht näher eingehen möchte, weil ja gesagt wird, dass man sich vorher nicht damit auseinander setzen sollte und ich da, Aufnahme vorausgesetzt, jungfräulich 'ran gehen möchte.
Diese Rituale sind aber entstanden und haben sich entwickelt und enthalten symbolisch doch bestimmt ein Wissen, sei es biblisch oder allgemeingeschichtlich. Daher denke ich, dass ein bestimmtes Wissen vonnöten ist, um die Symbolik und das gesamte Ritual überhaupt zu verstehen. Da ich, wie o.a. jungfräulich bin, kann ich da natürlich auch völlig falsch liegen.
Bei uns (Große National Mutterloge) gibt es für die Lehrlinge Lehrlingsunterricht, für die Gesellen eine Gesellenrunde und Instruktionslogen, in denen die Vertiefung der Gebräuche der Freimaurerei und Fragen zu Ritual und Symbolik diskutiert und erläutert werden.
Hallo Ritter Roland!
Hallo Thomas und Schwarzbär,
ich bedanke mich herzlich für Eure Ausführungen, die mir weiterhelfen.
Ich denke das auch so, dass das Erleben der Rituale und Symbole sehr wichtig ist, wobei ich auf die Rituale nicht näher eingehen möchte, weil ja gesagt wird, dass man sich vorher nicht damit auseinander setzen sollte und ich da, Aufnahme vorausgesetzt, jungfräulich 'ran gehen möchte.
Wir wachsen doch mit Symbolen und Ritualen von Kindheit an auf.
Diese Rituale sind aber entstanden und haben sich entwickelt und enthalten symbolisch doch bestimmt ein Wissen, sei es biblisch oder allgemeingeschichtlich. Daher denke ich, dass ein bestimmtes Wissen vonnöten ist, um die Symbolik und das gesamte Ritual überhaupt zu verstehen. Da ich, wie o.a. jungfräulich bin, kann ich da natürlich auch völlig falsch liegen.
Also Deinen Begriff jungfräulich finde ich etwas seltsam in diesem Zusammenhang, man muß sich doch erstmal für etwas interessieren und begeistern, bevor man zum Beispiel Mitglied wird.
LG. Jumalia
Ritter Roland
28.05.2008, 08:04
Also Deinen Begriff jungfräulich finde ich etwas seltsam in diesem Zusammenhang, man muß sich doch erstmal für etwas interessieren und begeistern, bevor man zum Beispiel Mitglied wird.
Hallo Jumalia,
da hast Du natürlich Recht. Ich bin begeistert und interessiere mich sehr. Ich fand aber das "jungfräulich" treffend, da das Erlebnis evtl. ja bevorsteht und ich nicht mit falschen Vorstellungen, welche ich mir durch lesen geholt habe, da ran gehen. Das jungfräulich bezog sich einzig und allein auf das Aufnahmeritual, nicht auf die Freimaurerei allgemein, da bin ich schon dabei mir ein Wissen anzulegen. Vielleicht war es ja doch eine falsche Wortwahl, wenn Du möchtest ändern wir es in "unbedarft".
Hallo Ritter Roland,
da hast Du natürlich Recht. Ich bin begeistert und interessiere mich sehr. Ich fand aber das "jungfräulich" treffend, da das Erlebnis evtl. ja bevorsteht und ich nicht mit falschen Vorstellungen, welche ich mir durch lesen geholt habe, da ran gehen.
Besser als gar keine Vorstellung, wer weiß was jemand das sonst reininterpretiert und dann vielleicht entäuscht ist weil alles ganz anders ist. Zum Beispiel dachte ich, das Ganze stammt aus der Zeit der Aufklärer, verbunden mit der französischen Revolution. Strenge Regeln und so hatte ich da also nicht erwartet, sondern eine hochmoderne Institution.
Das jungfräulich bezog sich einzig und allein auf das Aufnahmeritual, nicht auf die Freimaurerei allgemein, da bin ich schon dabei mir ein Wissen anzulegen. Vielleicht war es ja doch eine falsche Wortwahl, wenn Du möchtest ändern wir es in "unbedarft".
Wegen mir mußt du das nicht umbenennen, für mich gibts kein richtig und kein falsch.
Jumalia
Ritter Roland
28.05.2008, 12:57
Hallo Jumalia,
nun sind wir doch dabei uns über das Aufnahmeritual auszulassen, was ich eigentlich weiterhin vermeiden möchte.
Zum Beispiel dachte ich, das Ganze stammt aus der Zeit der Aufklärer, verbunden mit der französischen Revolution.
Da würde ich es nun ganz bestimmt nicht einordnen, das Bauvorbild ist Salomos Tempel und Hiram als einer seiner Baumeister ...
Dann gibt es ausserdem (bei AFuAM) noch Distriktsunterricht (1-2 mal im Jahr?) und ein Distriktsseminarwochenende (2 mal im Jahr).
Hallo Malakim,
Wenn das nicht zu weit führt, würde mich da einiges zu interessieren.
1. Sind diese Wochenenden immer und jedes Jahr unbedingte Pflicht?
2. Was erwartet mich da an finanzieller Belastung, ca...?
Nicht das man mich jetzt falsch versteht, die Ernsthaftigkeit und den Sinn dieser Veranstaltungen eschließt sich mir völlig, aber darf man da auch mal durch Familie Beruf etc. verhindert sein??
liebe Grüsse, Tobi
Hallo Malakim,
Wenn das nicht zu weit führt, würde mich da einiges zu interessieren.
1. Sind diese Wochenenden immer und jedes Jahr unbedingte Pflicht?
2. Was erwartet mich da an finanzieller Belastung, ca...?
Nicht das man mich jetzt falsch versteht, die Ernsthaftigkeit und den Sinn dieser Veranstaltungen eschließt sich mir völlig, aber darf man da auch mal durch Familie Beruf etc. verhindert sein??
liebe Grüsse, Tobi
Pflicht? Familie und Beruf gehen vor, Freimaurerei kommt danach, wenn man keine Zeit hat weil man anderweitig gebunden ist, kann man eben nicht.
zu2. es gibt Aufnahme-, Beförderungsgebühren, monatliche Beiträge, diese sind aber von Loge zu Loge so verschieden, daß ich dazu keine Angaben machen will, man sollte sich in der jeweiligen Loge danach erkundigen.
zu2. es gibt Aufnahme-, Beförderungsgebühren, monatliche Beiträge, diese sind aber von Loge zu Loge so verschieden, daß ich dazu keine Angaben machen will, man sollte sich in der jeweiligen Loge danach erkundigen.
Vielen Dank für deine Antworten!
Die Aufnahmegebühren und Jahresbeiträge sind mir in der mich interessierenden Log schon bekanntgegeben worden. Ich meinte eher die für die AFuAM weiter oben angesprochenen Seminarwochenenden und Distriktunterricht.
Ich gehe einfach mal davon aus das dies keine unbezahlbaren Pflichtweiterbildungen sind, wie bei der bekannten "Schauspielerkirche" aus USA. :ohwell: ( hoffentlich bin ich jetzt keinem zu nahe getreten )
liebe Grüsse, Tobi
Nein, es sind keine Pflichtwochenenden, man kann dran teilnehmen, wenn man möchte.
Fortbildungsveranstaltungen von Großlogen (nicht nur AFAM) und teilweise auch von einzelnen Logen sind keine Pflichtveranstaltungen, sondern werden aus Interesse besucht. In der Regel kosten sie etwas, Fahrtkosten und eventuell Unterbringung. Dazu noch oft eine Gebühr um die Spesen der Seminarleiter zu decken. Dabei spreche ich nicht von Honoraren, die Brüder, die solche Seminare gestalten machen das genau so freiwillig und ehrenamtlich wie alles in der FM.
Bei den Seminaren die ich so kenne liegen die Kosten meist bei unter 100 Euro für ein Wochenende.
Thomas
Hallo Malakim,
Wenn das nicht zu weit führt, würde mich da einiges zu interessieren.
1. Sind diese Wochenenden immer und jedes Jahr unbedingte Pflicht?
2. Was erwartet mich da an finanzieller Belastung, ca...?
Nicht das man mich jetzt falsch versteht, die Ernsthaftigkeit und den Sinn dieser Veranstaltungen eschließt sich mir völlig, aber darf man da auch mal durch Familie Beruf etc. verhindert sein??
liebe Grüsse, Tobi
Eigentlich ist nichts dieser Art Pflicht. Eigentlich schreibe ich deswegen weil MIR keine "Pflichtveranstaltung" bekannt ist und ich aber dennoch nicht ausschließen möchte das es soetwas gibt. Einige Logen erwarten das man vor der Beförderung zum Gesellen einige (kostenlosen) Unterrichtsstunden mitgemacht hat, was ja auch sinnvoll ist.
Die Kosten spielen sich bei den Wochenenden die ich besucht habe so um und bei 100€ mit allem drumherum ab.
Vielen Dank allen für Ihre Antworten.
Das spielt sich ja alles in einem, selbst für mich, erschwinglichen Rahmen ab. :yes:
Nicht das jetzt der Eindruck entsteht, da interessiert sich einer für die FM, und fragt schon nach "Pflichten" und will möglichst wenig machen.
Ich bin eigentlich schon an möglichst allen Angeboten interessiert, mit denen ich, meine Aufnahme vorausgesetzt, die FM Rituale und Symbolik vertiefen kann.
Überhaupt bin ich positiv von den mir bisher bekannten relativ niedrigen Kosten überrascht. Das zeigt mir einmal mehr, wie ernst es der FM mit der Vermittlung ihrer Werte an interessierte Menschen ist.
liebe Grüsse, Tobi
vBulletin® v3.7.2, Copyright ©2000-2008, Jelsoft Enterprises Ltd.