Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Über das Schweigen
Hammurapi
30.04.2008, 19:46
In einer Loge gibt es Geheimnisse, oder zumindest Angelegenheiten, über die man mit Dritten außerhalb der Loge nicht spricht.
Manche Menschen können keine ihnen anvertraute Information für sich behalten. Einige davon erleichtern sich im Vertrauen bei einem Freund. Andere erleichtern sich ehr versehentlich durch einen Versprecher o. Ä.. Der Extremfall wäre aber eine Person, von der man weiß, dass wenn man ihr unter dem Siegel der Vertraulichkeit etwas zu wissen gibt, es wenige Stunden später alle wissen.
Woher kommt es, dass viele Menschen Dinge nicht für sich behalten können? Ist der Antrieb vielleicht der, dass man bei der Weitergabe von Vertraulichkeiten sich selbst wichtig erscheinen lassen kann?
Manche aber haben Genuss daran Dinge zu wissen und dies tief in sich zu bewahren. Nach dem Leitgedanken: Reden ist Silber, Schweigen ist gold.
Kann man es vielleicht üben oder erlernen verschwiegen zu sein? Ist es vielleicht eines der wesentlichen Dinge die die Freimaurerei ausmacht?
Ich bitte herzlichst um Beiträge und Gedanken die nicht in das Themengebiet der Verschwörungstheorien abdriften. Es geht mir bei diesem Thema nur um die rein persönliche Komponente des verschwiegen seins.
Grüße,
Hammurapi
Ahura Mazda
30.04.2008, 22:03
In einer Loge gibt es Geheimnisse, oder zumindest Angelegenheiten, über die man mit Dritten außerhalb der Loge nicht spricht.
Manche Menschen können keine ihnen anvertraute Information für sich behalten. Einige davon erleichtern sich im Vertrauen bei einem Freund. Andere erleichtern sich ehr versehentlich durch einen Versprecher o. Ä.. Der Extremfall wäre aber eine Person, von der man weiß, dass wenn man ihr unter dem Siegel der Vertraulichkeit etwas zu wissen gibt, es wenige Stunden später alle wissen.
Woher kommt es, dass viele Menschen Dinge nicht für sich behalten können? Ist der Antrieb vielleicht der, dass man bei der Weitergabe von Vertraulichkeiten sich selbst wichtig erscheinen lassen kann?
Manche aber haben Genuss daran Dinge zu wissen und dies tief in sich zu bewahren. Nach dem Leitgedanken: Reden ist Silber, Schweigen ist gold.
Kann man es vielleicht üben oder erlernen verschwiegen zu sein? Ist es vielleicht eines der wesentlichen Dinge die die Freimaurerei ausmacht?
Ich bitte herzlichst um Beiträge und Gedanken die nicht in das Themengebiet der Verschwörungstheorien abdriften. Es geht mir bei diesem Thema nur um die rein persönliche Komponente des verschwiegen seins.
Grüße,
Hammurapi
Woran liegt es überhaupt, dass man ein Geheimnis als Last empfinden kann?
Dem sich im Umfeld erheben wollen, durch Kenntnis und Weitergabe eines Geheimnis, scheint ein weitläufiges Problem zu sein.
Schuldig im Sinne der Anklage (Selbstanklage)
Den Begriff Geheimnis sollten wir jedoch noch in diesem Zusammenhang klären, da hier auch manchmal, wie ich meine zu viel Geheimnis um nichts gemacht wird, ich diskutiere gerne und spiele in der Regel mit offenen Karten.
Dies soll jetz nicht auf ein Freimaurerisches Geheimnis bezogen sein, sondern generell, da leider auch viele Mensche sich mit dem auch teils unsinnigen hüten eines Geheimnis wichtig machen.
Vielen Menschen wäre manchmal geholfen wenn mit offenen Karten gespielt würde.
Gruß Andreas
Hallo Hammurapi, hallo Andreas,
ich finde es richtig, dass man das, was einem andere Menschen anvertrauen, auch für sich behält. Warum sonst erzählen sie es einem im „Vertrauen“? Ansonsten würden diese ihre Probleme gleich an das „schwarze Brett“ hängen.
Vielfach wird den Mitmenschen schon einmal dadurch geholfen, dass sie jemandem ihr Geheimnis anvertrauen können, wohl wissend dass es geheim bleibt. Denn geteilte Last ist zunächst halbe Last. Und wenn man über etwas geredet hat, hat man sich schon mal ein wenig Erleichterung geschaffen – die Lösung des Problems wird offenbarer.
Ich habe mir angewöhnt, vertrauliches zu bewahren. Das ist der geringste Dienst, welchen ich meinen Mitmenschen bieten kann. Auch wenn ich bei manchen neugierigen Zeitgenossen da keine Gegenliebe finde.
Im Gegenzug dürfen die lieben Nächsten aber auch nicht erwarten, dass man sich jede Banalität anhört.
Ulli
Hammurapi
02.05.2008, 23:33
Woran liegt es überhaupt, dass man ein Geheimnis als Last empfinden kann?
Dem sich im Umfeld erheben wollen, durch Kenntnis und Weitergabe eines Geheimnis, scheint ein weitläufiges Problem zu sein.
Schuldig im Sinne der Anklage (Selbstanklage)
Den Begriff Geheimnis sollten wir jedoch noch in diesem Zusammenhang klären, da hier auch manchmal, wie ich meine zu viel Geheimnis um nichts gemacht wird, ich diskutiere gerne und spiele in der Regel mit offenen Karten.
Dies soll jetz nicht auf ein Freimaurerisches Geheimnis bezogen sein, sondern generell, da leider auch viele Mensche sich mit dem auch teils unsinnigen hüten eines Geheimnis wichtig machen.
Vielen Menschen wäre manchmal geholfen wenn mit offenen Karten gespielt würde.
Gruß Andreas
Hallo Andreas,
auch ich habe es bereits mit unsinnigen Geheimnissen zu tun gehabt. Besonders wenn derjenige es vor sich her trägt eines zu wissen, aber mit stolz geschwellter Miene behauptet, davon nicht reden zu wollen. Das ist nur Wichtigtuerei und im übrigen kommen solche "Geheimnisse" meist doch zutage. Wenn man ins vertrauen gezogen wird hat man damit nicht zu prahlen.
Grüße,
Hammurapi
Hammurapi
02.05.2008, 23:52
Ich finde es richtig, dass man das, was einem andere Menschen anvertrauen, auch für sich behält. Warum sonst erzählen sie es einem im „Vertrauen“? Ansonsten würden diese ihre Probleme gleich an das „schwarze Brett“ hängen.
Vielfach wird den Mitmenschen schon einmal dadurch geholfen, dass sie jemandem ihr Geheimnis anvertrauen können, wohl wissend dass es geheim bleibt. Denn geteilte Last ist zunächst halbe Last. Und wenn man über etwas geredet hat, hat man sich schon mal ein wenig Erleichterung geschaffen – die Lösung des Problems wird offenbarer.
Hallo Ulli,
es kommt wohl darauf an, wo das Geheimnis ein solches wird. Wenn jemand, den der Inhalt dieser Vertraulichkeit betrifft einen Gesprächspartner sucht, um für sich z.B. einen Rat zu holen, dann ist das selbstverständlich in Ordnung und auch gewollt. In diesem Zuge gibt es z.B. das Beichtgeheimnis, die äztliche und anwältliche Schweigepflicht. Wenn aber Vertrauen aus Geltungs- oder Gewinnsucht missbraucht wird, dann ist das schlimm. Bei den Ärzten und Anwälten drohen strafen um die Geheimhaltung mit Nachdruck einzufordern. Besser wäre es aber, wenn es auch ohne Strafandrohung aus einer gewissen moralischen oder geistigen Haltung heraus ginge.
Ich habe mir angewöhnt, vertrauliches zu bewahren. Das ist der geringste Dienst, welchen ich meinen Mitmenschen bieten kann. Auch wenn ich bei manchen neugierigen Zeitgenossen da keine Gegenliebe finde.
Stimmt voll und ganz.
Im Gegenzug dürfen die lieben Nächsten aber auch nicht erwarten, dass man sich jede Banalität anhört.
Man sollte ja auch nicht immer nur Problemmülleimer für andere sein. Alles in Maßen.
Grüße,
Hammurapi
Hallo Hammurapi,
„es kommt wohl darauf an, wo das Geheimnis ein solches wird“
das Geheimnis wird zu dem Zeitpunkt „geboren“ wenn einer der in den Kommunikationsablauf involvierten Teilnehmer sich dieses ausbedingt. Natürlich muss die als „vertraulich“ zu behandelnde Angelegenheit auch die entsprechende Wertigkeit besitzen, also die Belange eines einzelnen oder mehrerer Mitmenschen in erheblichem Maße berühren, bis hin das aus der Verbreitung des Geheimnisses Nachteile resultieren könnten.
Ulli
Schwarzbär
05.05.2008, 11:51
Ich habe es irgendwo in diesem Forum zu genau diesem Thema einmal geschrieben, dass nämlich die freimaurerische Vertraulichkeit ein nahezu einzigartig-positives Merkmal in ener Gesellschaft ist, in der Zeitgenossen in die Mülleimer so genannter Prominenter kriechen, um auch noch die allerletzte Banalität ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren und einen nachgerade widerlichen Voyerismus der lieben Leeserschaft zu befriedigen. Auch oder gerade weil ich in der "Kommunikationsbranche" arbeite, ist mir diese Verschwiegenheit eines der größten Güter der Freimaurerei.
Ahura Mazda
05.05.2008, 12:16
Ich habe es irgendwo in diesem Forum zu genau diesem Thema einmal geschrieben, dass nämlich die freimaurerische Vertraulichkeit ein nahezu einzigartig-positives Merkmal in ener Gesellschaft ist, in der Zeitgenossen in die Mülleimer so genannter Prominenter kriechen, um auch noch die allerletzte Banalität ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren und einen nachgerade widerlichen Voyerismus der lieben Leeserschaft zu befriedigen. Auch oder gerade weil ich in der "Kommunikationsbranche" arbeite, ist mir diese Verschwiegenheit eines der größten Güter der Freimaurerei.
Auch wenn ich nicht unbedingt zu den verschwiegendsten Menschen gehöre, diese Art von Voyeurismus ist wirklich eine erschreckende Entwicklung.
Vor Jahren konnte man noch über die relativ sachliche, wenn auch manches mal für meinen Geschmack zu zensierte Berichterstattung in unseren Medien stolz sein.
Doch was derzeit in den Medien geschieht halte ich schlichtweg für einen Skandal, man schaue derzeit nach Österreich, was muss hier noch breit
ausgetreten werden, schrecklich was passiert ist, gut das man informiert ist, dass weitere bitte den Behörden.
Läuft dort wiederum etwas schief, sollten die Medien in jedem Fall wieder mit einsteigen, aber damit basta.
Und welche Unterwäsche unser Herr Lagerfeld trägt interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich, und hoffe es interessiert Ihn nicht welche ich trage:icon_smile_lachuh:.
Gruß Andreas
Schwarzbär
05.05.2008, 12:22
Auch wenn ich nicht unbedingt zu den verschwiegendsten Menschen gehöre, diese Art von Voyeurismus ist wirklich eine erschreckende Entwicklung.
Vor Jahren konnte man noch über die relativ sachliche, wenn auch manches mal für meinen Geschmack zu zensierte Berichterstattung in unseren Medien stolz sein.
Doch was derzeit in den Medien geschieht halte ich schlichtweg für einen Skandal, man schaue derzeit nach Österreich, was muss hier noch breit
ausgetreten werden, schrecklich was passiert ist, gut das man informiert ist, dass weitere bitte den Behörden.
Läuft dort wiederum etwas schief, sollten die Medien in jedem Fall wieder mit einsteigen, aber damit basta.
Und welche Unterwäsche unser Herr Lagerfeld trägt interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich, und hoffe es interessiert Ihn nicht welche ich trage:icon_smile_lachuh:.
Gruß Andreas
Der österreichische Skandal offenbart eine wirklich perfide Form des Voyeurismus, weniger der Medien (da ist man eher abgestumpft) als der des so genannten Otto Normalverbrauchers, der, wenn die Meldungen stimmen, zuhauf das Haus der Familie belagert. Was denken diese stumpfen Gaffer eigentlich, was sie da zu sehen bekommen? Das sich die Abartigkeit des Vaters in der Hausfassade manifestiert? Ich empfinde – ganz unfreimaurerisch, aber ich hoffe menschlich verständlich – gewaltigen Abscheu vor solchen Menschen.
Ahura Mazda
05.05.2008, 12:40
Der österreichische Skandal offenbart eine wirklich perfide Form des Voyeurismus, weniger der Medien (da ist man eher abgestumpft) als der des so genannten Otto Normalverbrauchers, der, wenn die Meldungen stimmen, zuhauf das Haus der Familie belagert. Was denken diese stumpfen Gaffer eigentlich, was sie da zu sehen bekommen? Das sich die Abartigkeit des Vaters in der Hausfassade manifestiert? Ich empfinde – ganz unfreimaurerisch, aber ich hoffe menschlich verständlich – gewaltigen Abscheu vor solchen Menschen.
Ich wollte hier nicht den Medien zu nahe treten und diese als allein verantwortlich für diese Art des Verhalten zu machen, aber die Medien könnten hier denke ich den einfachsten Einfluss nehmen.
Tatsache ist dass gerade die Medien selbstverständlich aus Unternehmerischen Kalkül lediglich die Nachfrage der Gesellschaftlichen Öffentlichkeit stillen.
Aber genau hier sollten sich eben die Medien auch über Ihre Verantwortung bewusst werden, letzendlich ist eben auch Berichterstattung oftmals Meinungsmache.
Anstelle mit noch unglaublicheren Geschehnissen zu toppen, auch mal darauf hinweisen, dass es Grenzen in der Berichterstattung gibt.
Letzendlich heitzen unsere Medien die Bevölkerung noch an.
Gruß Andreas
Hammurapi
05.05.2008, 19:02
Anstelle mit noch unglaublicheren Geschehnissen zu toppen, auch mal darauf hinweisen, dass es Grenzen in der Berichterstattung gibt.
Letzendlich heitzen unsere Medien die Bevölkerung noch an.
Hallo Andreas,
ich würde mir in der medialen Berichterstattung einen gewissen Verhaltenscodex wünschen, der Banalitäten im Privatleben von Menschen ausklammert. Nicht alles ist einer Zeile würdig.
Viele bekannte Personen gehen daher nur mit Vertrauenswürdigen Journalisten in ein Interview. Ein guter Weg, wie ich meine.
Was den Sensationsjournalismus angeht, muß ich sagen, dass ich was die gesellschaftliche Nützlichkeit angeht sehr skeptisch bin. Je brutaler und unglaublicher der Vorfall ist, über den berichtet wird, desto besser. Ich befürchte nur, dass es einige gibt die durch solche Stories erst inspiriert werden. Zumindest eine moderate Berichterstattung wäre hier angebracht.
Grüße,
Hammurapi
Ahura Mazda
05.05.2008, 19:18
Hallo Andreas,
ich würde mir in der medialen Berichterstattung einen gewissen Verhaltenscodex wünschen, der Banalitäten im Privatleben von Menschen ausklammert. Nicht alles ist einer Zeile würdig.
Viele bekannte Personen gehen daher nur mit Vertrauenswürdigen Journalisten in ein Interview. Ein guter Weg, wie ich meine.
Was den Sensationsjournalismus angeht, muß ich sagen, dass ich was die gesellschaftliche Nützlichkeit angeht sehr skeptisch bin. Je brutaler und unglaublicher der Vorfall ist, über den berichtet wird, desto besser. Ich befürchte nur, dass es einige gibt die durch solche Stories erst inspiriert werden. Zumindest eine moderate Berichterstattung wäre hier angebracht.
Grüße,
Hammurapi
Dem ist wohl kaum noch etwas hinzuzufügen.
Danke!
Gruß Andreas
Eine Interessante Diskussion, die Ihr hier führt...
Ich bin auch alles andere als ein Fan von Blöd & Co, aber ganz so einfach, alles auf die Medien zu schieben sollte man es sich nicht machen.
Wenn wir heute über das alte Rom reden, sind wir schnell dabei das damalige Barbarentum, von wegen Brot und Spiele, zu ächten. Aber seien wir doch mal ehrlich. Hat sich da wirklich was geändert? OK, heute sind die Gladiatoren Stiere. Zumindest in einigen Kulturkreisen. Und bei uns? Warum gibt es bei großen Verkehrsunfällen immer Staus auf der Gegenseite? "Fahr mal langsam, ich will mal gucken!" Und dann nicht auf den Vordermann geachtet, und schon ist der Folgeunfall auf der Gegenseite passiert. Das krasseste, was ich in meiner Zeit als Mitfahrer auf dem RTW erlebt habe (zum Rettungsassistenten hat es dann letztlich doch nicht mehr gereicht, aber das ist ein anderes Kapitel) war in Travemünde am Strand. Dort war ein alter Herr am Strand zusammengebrochen. Und was war? Eine riesen Traube rundherum. OK, brauchten wir nicht groß zu suchen, wussten wir direkt wo wir hinmussten. Also mit den schweren Taschen durch den Sand. Bei der Traube angekommen versuchte der Notarzt zu dem am Boden liegenden zu gelangen. O-Ton von einem an dem er vorbei wollte: "Ey, hör auf zu drängeln, ich war vor dir hier." Und das ist jetzt 20 Jahre her und da war keine Presse. Und es hat sich nichts geändert...
Vor dem Hintergrund solcher Verhaltensweisen fällt es mir immer wieder schwer menschlich als positives Attribut zu werten.
Gruß
Markus
Hallo Moritz,
„Vor dem Hintergrund solcher Verhaltensweisen fällt es mir immer wieder schwer menschlich als positives Attribut zu werten.“
Aber sind alle diese v.g. Voyeure typisch für „menschliche“ Verhaltensweisen? Sind die „Katastrophentouris“ nicht eine Ausnahme? Ich bin auch der Auffassung, wenn ich nicht helfen kann, habe ich dort nichts verloren und das Feld zu räumen. Hochachtung gebührt den Menschen, die besonnen Hilfe leisten können.
Verschwiegenheit bedeutet aber auch für mich, dass Fotos von Unfällen mit demolierten Fahrzeugen nichts in der Presse zu suchen haben. Was sollen die Angehörigen von tödlich verunfallten Menschen beim Anblick dieser Bilder empfinden? Ich fand in der Tageszeitung unter der Rubrik „was vor 10 Jahren geschah“ den Bericht über den tödlichen Autounfall eines Bekannten. Wenn mir da schon das ganze Geschehen wieder vor die inneren Augen gelangt – was fühlen da erst die Angehörigen? Hier wäre Verschwiegenheit angebracht gewesen – und nicht Effektheischerei. Nichts zu schreiben wäre die humanere Alternative gewesen.
„Menschlich“ als positives Attribut gesehen, das bedeutet dass wir eine interne Instanz aufweisen, welche sich Gewissen nennt. In der persönlichen „Geheimhaltung“ und auch in der Berichterstattung. Und wie immer im Leben, haben wir eine Wahl: ein jeder kann sich sein Informationsmedium aussuchen – es ist nur erforderlich, die eigene Bequemlichkeit zu überwinden. Weniger, also manches verschweigen, ist oft mehr.
Ulli
Hammurapi
05.05.2008, 22:25
Ich bin auch alles andere als ein Fan von Blöd & Co, aber ganz so einfach, alles auf die Medien zu schieben sollte man es sich nicht machen.
Wenn wir heute über das alte Rom reden, sind wir schnell dabei das damalige Barbarentum, von wegen Brot und Spiele, zu ächten. Aber seien wir doch mal ehrlich. Hat sich da wirklich was geändert? OK, heute sind die Gladiatoren Stiere. Zumindest in einigen Kulturkreisen. Und bei uns? Warum gibt es bei großen Verkehrsunfällen immer Staus auf der Gegenseite? "Fahr mal langsam, ich will mal gucken!" Und dann nicht auf den Vordermann geachtet, und schon ist der Folgeunfall auf der Gegenseite passiert. Das krasseste, was ich in meiner Zeit als Mitfahrer auf dem RTW erlebt habe (zum Rettungsassistenten hat es dann letztlich doch nicht mehr gereicht, aber das ist ein anderes Kapitel) war in Travemünde am Strand. Dort war ein alter Herr am Strand zusammengebrochen. Und was war? Eine riesen Traube rundherum. OK, brauchten wir nicht groß zu suchen, wussten wir direkt wo wir hinmussten. Also mit den schweren Taschen durch den Sand. Bei der Traube angekommen versuchte der Notarzt zu dem am Boden liegenden zu gelangen. O-Ton von einem an dem er vorbei wollte: "Ey, hör auf zu drängeln, ich war vor dir hier." Und das ist jetzt 20 Jahre her und da war keine Presse. Und es hat sich nichts geändert...
Vor dem Hintergrund solcher Verhaltensweisen fällt es mir immer wieder schwer menschlich als positives Attribut zu werten.
Hallo Markus,
die Menschlichkeit als Begriff sollte man trotzdem hochhalten, auch wenn es hier und da menschelt. Sicherlich, ein für einen Rettungssanitäter ehr überflüssiges Erlebnis.
Dennoch sind alle Menschen zumindest Vernunftbegabt. Was sie daraus machen steht aber auf einem anderen Blatt.
Grüße,
Hammurapi
Doch was derzeit in den Medien geschieht halte ich schlichtweg für einen Skandal, man schaue derzeit nach Österreich, was muss hier noch breit
ausgetreten werden, schrecklich was passiert ist, gut das man informiert ist, dass weitere bitte den Behörden.
Naja, erschreckender fände ich es, wenn es keinen interessieren würde, was der Nächste macht. Alles mit Voyeurismus gleich zu setzen ist auch nicht das Wahre. Viele der Menschen, die am Haus stehen, zünden auch ein Kerzlein an, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Anteilnahme ist ein wichtiges soziales Verhalten, und um ehrlich zu sein, vermisse ich schon ein bisschen die Tatsache, dass in Griechenland die ganze Nachbarschaft sofort informiert war, wenn einer von uns den Schulabschluss geschafft hat oder Liebeskummer hatte und man dann "gesamtgesellschaftlich" getröstet wurde. Allerdings bin ich im gleichen Land (was ja auch irrevelant ist) in ein Riesenloch gefallen und die Menschenmenge hat eher weggeguckt, statt mir zu Hilfe zu kommen.
Dazu finde ich auch, dass man in jedem Fall spezifisch unterscheiden sollte, was der Verschwiegenheit unterliegen sollte und was nicht.
Nun, ich meine es gibt auch gute Argumente für eine möglichst breite "Aufarbeitung" gewisser Ereignisse in den Medien.
Zuerst fällt mir da die Berichterstattung über den Vietnamkrieg ein. Als Kind/Jugendlicher saß ich da vor dem Fernseher und sah wie "Befreier" Napalmbomben auf Bauerndörfer warfen und Mütter - ihre verbrannten Kinder im Arm - schreiend wegrannten. Es hat für mich bis heute keine deutlichere Anklage gegen den Krieg gegeben, und ich behaupte diese schlimmen Erlebnisse vor dem Fernseher haben mich für mein Leben geprägt.
In der jüngeren Zeit denke ich an die Tsunami-Katastrophe. Ich bin mir sicher, dass die große Hilfsbereitschaft in der ganzen Welt nicht zustande gekommen wäre, wenn es nicht diese furchtbaren Bilder gegeben hätte.
Natürlich hat dies alles nichts mit einem von Kameras belagerten Haus in Österreich zu tun. Und ich denke man muss hier auch genau hingucken welche Medien bzw. Sender sich an einem solchen Auftrieb beteiligen bzw. ihn befördern.
Gruß
Martin
Schwarzbär
06.05.2008, 09:35
Mir persönlich werden hier viel zu viele Begriffe in einen Topf geworfen, die nichts mit einander zu tun haben.
1. Medien haben nicht nur ein Recht auf Berichterstattung, sie haben eine Pflicht auf Information der Öffentlichkeit.
2. Nicht die Tatsache das, sondern wie berichtet wird unterscheidet seriöse von anderen Medien.
3. Die Yellow-Press (BLÖD wurde als Beispiel genannt) erzielt ihre horrenden Auflagen u.a. in dem sie menschliche Sensationsgier und Schaulust ausnutzt. Voyerismus ist dem Menschen immanent. Allerdings helfen gegen solche negativen antropologischen Konstanten Bildung, Erziehung und Respekt vor dem Nächsten.
4. Der immense Medienhype, der um menschliche Katastrophen veranstaltet wird, hat noch nie dazu getaugt, menschliche Katastrophen der Zukunft zu verhindern. Auch nach Columbine gab es Schulmassaker, auch nach Amstetten werden Gestörte in der Maske von Biedermännern rumlaufen. Weder sind medien moralische Instanzen noch Erziehungsanstalten.
5. Ich kann in Lichterketten u.ä. Anteilsbekundungen keinen höheren moralischen Wert erkennen. Anteil nehmen, bevor solche Taten passieren und um sie zu verhindern wäre die wünschenswerte Alternative.
Schwarzbär
06.05.2008, 09:49
Noch ein Nachtrag zum Thema moralische Instanz:
Medien werden von Wirtschaftsunternehmen produziert (Selbst die Öffentlich-Rechtlichen sind bei genauer Betrachtung hochsubventionierte Wirtschaftsunternehmen), die eine Dienstleistung (Information oder Befriedigung der Sensationslust) anbieten, deren Erfolg wieder von der Wahrnehmung der Öffentlichkeit abhängt. Diese Wahrnehmung wird in der Quote bzw. Auflage erfassbar. Je höher die Quote, je größer der Erfolg und die Umsätze bei werbetreibenden Kunden.
So einfach ist das.
timo1984
06.05.2008, 09:55
Hallo an alle , Ich finde wenn man geheimnisse hat sollten die auch G E H E I M N I S S E bleiben sonst wären es keine und diese Menschen wo solche Veraten sind unter meiner W Ü R D E !!!!!
Je höher die Quote, je größer der Erfolg und die Umsätze bei werbetreibenden Kunden.
Hallo Schwarzbär,
schon Brecht sagte ja: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral." Insofern kann ich Dir da ein gutes Stück weit folgen. Die Frage ist halt immer: ab wann ist es genug. Ab wann kann/darf/soll die Presse schweigen. Wann ist das Schweigen ethisch gerechtfertigt, wann ist es Zensur? Und wer definiert den Unterschied?
Insofern fürchte ich, wird man hier auf keinen (einfachen) gemeinsamen Nenner kommen.
Gruß
Markus
P.S. Es war durchaus nicht meine Absicht alle Menschen zu verdammen. Natürlich ist Menschlichkeit, bzw das was damit in Normalfall gemeint ist, ein erstrebenswertes Ziel. Man muss sich halt nur der Dualität des Menschen gewahr bleiben. Denn dass die Yellow-Press sich wie Aasgeier auf das Unglück anderer stürzt ist doch letztlich nur das Ergebnis davon, dass die Erfahrung gezeigt hat, dass sich das besser verkauft. No more, no less.
timo1984
06.05.2008, 10:30
Servos Marcus ich wollte nur damit ausdrücken das die Menschheit also Manche in der lage sind alles neue aufzunehmen und manche nicht die Medien von heute sagen eh nur das was sie dürfen aber ich bin mit dir gleicher ansicht gruß timo
Ahura Mazda
06.05.2008, 12:24
Noch ein Nachtrag zum Thema moralische Instanz:
Medien werden von Wirtschaftsunternehmen produziert (Selbst die Öffentlich-Rechtlichen sind bei genauer Betrachtung hochsubventionierte Wirtschaftsunternehmen), die eine Dienstleistung (Information oder Befriedigung der Sensationslust) anbieten, deren Erfolg wieder von der Wahrnehmung der Öffentlichkeit abhängt. Diese Wahrnehmung wird in der Quote bzw. Auflage erfassbar. Je höher die Quote, je größer der Erfolg und die Umsätze bei werbetreibenden Kunden.
So einfach ist das.
Leider wahr!
Hier möchte ich nochmals Hammurapis Gedanken des Ehrenkodex in der Presse aufnehmen, wäre es nicht schön, wenn wenigstens die verantwortlichen der größeren Medienanstalten diesbezüglich einen Mindeststandard festhalten könnten?
Gruß Andreas
Schwarzbär
06.05.2008, 14:19
Leider wahr!
Hier möchte ich nochmals Hammurapis Gedanken des Ehrenkodex in der Presse aufnehmen, wäre es nicht schön, wenn wenigstens die verantwortlichen der größeren Medienanstalten diesbezüglich einen Mindeststandard festhalten könnten?
Gruß Andreas
Lieber Andreas,
den gibt es doch und der ist in der deutschen Presselandschaft deutlich ausgeprägter als in anderen "Medienkulturen". Deutscher Presserat, Freiwillige Selbstkontrolle, Filmprüfstelle, Deutscher Werberat, zahllose Codizees in der PR etc., alles Institutionen, die mehr als nur Papiertiger sind. Ansonsten hätten wir Verhältnisse wie im U.K. und wenn wir die hätten, dann wäre ich der erste, der auf den Barrikaden mit einem "Enteignet Murdoch!"-Schild stände. Selbst die TILD-Zeitung ist, gemessen an den Maßstäben von "Sun" und "Daily Mirror" seriös.
Von dieser Seite wird eine Menge getan. Mich beschäftigt eher die Leserseite bzw. das Phänomen des gaffenden Menschen schlechthin. Autounfall? Scheiße, kein Blut gesehen. Verzweifelter will vom Dach springen? Spring schon Idiot, ich habe nicht ewig Zeit. Horrorhaus in Amstetten? Fahren wir mal kurz von der Autobahn ab, vielleicht sieht man ja ein Inzestopfer. Widerlich, respektlos, unwürdig, stumpf, tumb.
Hallo Schwarzbär,
. . . und mich beschäftigt seit jeher: warum sind wir Menschen so gestrickt? Warum arbeiten Journalisten für s.g. Boulevardblätter, letztendlich verfügen sie ja über eine qualifizierte Ausbildung? Schreiben diese Berichte, schießen diese Fotos. Berufsethos – gibt es das?
Nicht nur das die entsprechenden Schriften gekauft werden, nein sie werden ja auch noch gelesen – und zwar von vielen! Das ganze geht endlos weiter, Talkshows, themenbezogene Talkshows – vielleicht wäre eine Pressezensur im Sinne von Qualitätssicherung angebracht?
Ulli
Schwarzbär
07.05.2008, 15:12
Hallo Schwarzbär,
. . . und mich beschäftigt seit jeher: warum sind wir Menschen so gestrickt?
Lieber Ulli, da bin ich der falsche Ansprechpartner :angel:
Warum arbeiten Journalisten für s.g. Boulevardblätter, letztendlich verfügen sie ja über eine qualifizierte Ausbildung? Schreiben diese Berichte, schießen diese Fotos. Berufsethos – gibt es das?
Weil sie sich irgendwann einmal für diese Art des Journalismus entschieden haben und sie diese Wahl für sich getroffen haben. Die Presselandschaft bildet ja wie keine zweite Branche menschliche Bedürfnisse, Bildungsstände, soziale Gefüge etc. ab. Stell Dir mal vor, die ZEIT und Publikationen ähnlichen Niveaus wären die einzig verfügbaren Medien: Da wir kein Volk von 80 Mio. Hochschulabsolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge sind, würden sich die vielen Menschen, die mit diesem Niveau nichts anfangen können, zu Recht fragen, wo denn ihre Bedürfnisse bleiben.
Und ja - es gibt ein Berufsethos und das ist im Journalismus sehr stark ausgeprägt, denk nur mal an den strikten Quellenschutz.
Nicht nur das die entsprechenden Schriften gekauft werden, nein sie werden ja auch noch gelesen – und zwar von vielen! Das ganze geht endlos weiter, Talkshows, themenbezogene Talkshows – vielleicht wäre eine Pressezensur im Sinne von Qualitätssicherung angebracht?
Ulli
Bei aller Kritik an der Yellow-Press: ich bin froh in einem Land zu leben, in dem es ruhig Schund geben darf. Niemand zwingt mich, die TUMB zu lesen.
Hallo Schwarzbär
Da hast du mit Sicherheit Recht: ist es zu begrüßen, dass uns diese Vielfalt der Medien zur Verfügung steht. Es stimmt, wenn du die Aussage triffst, dass für jeden Anspruch etwas dabei ist. Was mich daran nur manchmal stört, ist die oftmals schonungslose Bildberichterstattung. Von Unfällen, Katastrophen, kriegerischen Ereignissen. Die Menschen, die in diesen Fällen dort abgebildet sind, werden nie wieder am Leben teilhaben, denn es sind keine Statisten. Vielleicht bin ich ja auch zu empfindlich. Oder es ist eben ein kleiner Part meines Anspruchs an die Verschwiegenheit. Respekt vor Opfern, Geschädigten und deren Nächsten.
Ulli
TU-Com-de
08.05.2008, 01:14
Hallo Leute!
Ich will mal zum Anfangsthema ein paar Gedanken schreiben:
:hmmm:Es gibt viele Dinge über die will man einfach schweigen, sollte schweigen oder muss aus irgendwelchen Gründen schweigen. Doch ist es überhaupt möglich ein erfahrenes Geheimnis für sich zu behalten? Schliesslich sind wir alle Menschen. Und als solche liegt es in unserer Natur, uns permanent anderen mitzuteilen. Allein durch unser Unterbewusstsein kommunizieren wir ständig mit unserer Umwelt, ob wir wollen oder nicht. Die Tatsache, das es Geheimnisse gibt ist ja schon paradox. Denn wenn die Geheimnisse geheim blieben, könnte auch niemand von ihrer Existens auch nur etwas ahnen. Anderseits gibt es auch Menschen, die sich aus lauter Kommunikationsfreude Geheimnisse zusammen spinnen und zielgerichtet unter die Leute bringen, um zu verfolgen, wie sich das "Geheimnis" ausbreitet. Oft werden auch diese falschen Gerüchte von der Realität eingeholt. Denn allein der Umstand, dass sich jemand etwas ausgedacht hat, schliesst nicht aus, das es sich dabei rein zufällig oder aus Gründen der Wahrscheinlichkeit um ein echtes Geheimnis handelt. Bei Polizeiverhören werden mutmaßliche Straftäter mit einem teils hypothetischen teils recherchierten Tathergang konfrontiert. Durch bewusste und unbewusste Reaktionen verraten sich die Straftäter dabei oft selbst.
Moralisch gesehen ist es richtig ein anvertrautes Geheimnis zu waren, aber rein biologisch unmöglich. Egal wem man ein Geheimnis anvertraut, es wird kein sicheres Geheimnis bleiben.:no:
Und für die Presse schon gar nicht. Klar ist bei seriösen Jurnalisten der Anteil an recherchierter Information sehr hoch. Und dadurch die Trefferquote bei Ereignissen. Aber auch die Regenbogenpresse trifft ab und zu mal ins schwarze. :yes:
Wenn ein Geheimnis also ans Licht kommt, bedarf es nicht immer eines "Verräters".
Gruß TU-Com-de
Schwarzbär
08.05.2008, 07:29
Eigentlich sprechen wir hier vom freimaurerischen Schweigen und Geheimnis und nicht von journalistischer Ethik. Das frm. Geheimnis ist das einzige mir bekannte, was nicht verraten werden kann. Gut so!
Sekretär
08.05.2008, 12:34
Eigentlich sprechen wir hier vom freimaurerischen Schweigen und Geheimnis und nicht von journalistischer Ethik. Das frm. Geheimnis ist das einzige mir bekannte, was nicht verraten werden kann. Gut so!
Kleiner Einwand:
Auch die Geheimnisse aller Glaubenssystemen unseres Planeten sind im Kern nicht zu verraten.
Zum Beispiel kann man eine katholische Messe rein äußerlich sehr einfach beschreiben:
Ein Mann in langen Gewändern und buntem Schal spricht vor einer Menschenmenge formelhafte Sätze, stellt sich an einen Steinklotz, küsst diesen, hebt ein Stück Eß-Papier und einen Becker mit Flüssigkeit hoch, verzehrt beides und füttert die Anderen mit ähnlichem Eßpapier usw.
Auch der gemeinte Zweck diesesschauspiels ist noch relativ einfach zu erklären.
Aber das Geheimnis, das die "gefütterten" Menschen in der Messe erleben wollen, ist nicht darzustellen. Jeder Versuch, dies zu tun, scheitert. An der unterschiedlichen Wahrnehmungen jedes Zuhöreres, seiner persönlichen
Lebenssituation, Sozialisation oder schlicht und einfach an der unterschiedlichen Interpretation der Worte unserer Alltagssprache.
Deshalb gilt m.E. nicht nur für die FM sondern auch für alle religiösen Systeme: Ihr Geheimnis kann nicht verraten oder erklärt werden, man muss es erleben.
Gruß,
Stefan
Deshalb gilt m.E. nicht nur für die FM sondern auch für alle religiösen Systeme: Ihr Geheimnis kann nicht verraten oder erklärt werden, man muss es erleben.
Oh Stefan,
da können wir jetzt doch wieder drauf warten, dass die ersten kommen und sagen: da steht es, die FM ist eben doch eine Religion...
Worauf ich hinauswill: Inhaltlich bin ich da natürlich ganz bei Dir, nur ist das Beispiel (meiner Meinung nach) unglücklich gewählt.
Ich denke dieses Geheimnis hat nichts mit Religion zu tun, sondern schlicht und einfach mit dem Gefühl und dem Erleben. Und das kann der Theater- oder Opernbesuch, das Live-Konzert oder die Stimmung gestern auf dem Alter-Markt in Mönchengladbach sein. Solcherlei Dinge kann man einfach nicht erklären. Sie erschließen sich einem eben nur über das Erleben. (Und sind deshalb halt immer individuell!)
Gruß
Markus
Schwarzbär
09.05.2008, 07:38
Ich finde das Beispiel nicht schlecht gewählt und Stefan hat Recht: Die Verwandlung durch das Ritual ist bei einer religiösen Zeremonie – vom tiefenpsychologischen Standpunkt – durchaus mit einer freimaurerischen Tempelfeier zu vergleichen. Und auf diese Laienmeinungen (Freimaurerei = Religion) würde ich nichts geben. Freimaurerei wandelt den Menschen (gut, er macht das selbst, aber Ihr wisst, wie ich das meine) und Religion wandelt einen Menschen. Da enden dann aber auch die Gemeinsamkeiten.
Sekretär
09.05.2008, 09:44
Moin Moritz,
Oh Stefan,
da können wir jetzt doch wieder drauf warten, dass die ersten kommen und sagen: da steht es, die FM ist eben doch eine Religion...
Worauf ich hinauswill: Inhaltlich bin ich da natürlich ganz bei Dir, nur ist das Beispiel (meiner Meinung nach) unglücklich gewählt.
Ich denke nicht so. Ich weiss, dass FM keine Religion ist und andere Brüder wissen das auch. Wenn Verschwörungstheoretiker und die üblichen sonstigen Verdächtigen so denken, ist das deren Sache.
Ich finde, wir FM sollten aufhören, uns ständig zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Die FM hat ein Geheimnis und jeder FM hat bei seiner Aufnahme versprochen, es zu bewahren. Wer es kennenlernen will, soll siche eine Loge suchen und um Aufnahme bitten. Und wer es nicht kennenlernen will, der lässt es eben. Dass er dann darüber herzieht, disqualifiziert ihn nur selbst, nicht aber die FM.
Ich plädiere für etwas mehr Selbstbewußtsein. Ein FM ist in der Regel ein freier Mann und der sollte nicht bei jedem von außen angetragenen Zweifel einknicken.
Ich denke dieses Geheimnis hat nichts mit Religion zu tun, sondern schlicht und einfach mit dem Gefühl und dem Erleben. Und das kann der Theater- oder Opernbesuch, das Live-Konzert oder die Stimmung gestern auf dem Alter-Markt in Mönchengladbach sein. Solcherlei Dinge kann man einfach nicht erklären. Sie erschließen sich einem eben nur über das Erleben. (Und sind deshalb halt immer individuell!)
Diese Beispiele finde ich nun wiederum schlecht gewählt, weil unsere Treffen und arbeiten mehr sind als Volksfeste :angel: oder mehr oder minder seriöse Unterhaltung.
Aber im Ernst: Deine und meine Beispiele zeigen doch, dass der Mensch am besten über das Erleben lernt. Und das passiert in unserem Ritual und eben auch in vielen anderen (auch nichtreligiösen) Ritualen.
Im Übrigen kann ein tolles Konzert oder eine ergreifende Theaterinszenierung den Zuhörer auch an seine Grenzen führen. Dann - in Kontakt mit seinen Gefühlen - ist erbreit sich zu verändern. Und etwas anderes will unser Ritual auch nicht.
Gruß
Stefan
Schwarzbär
09.05.2008, 09:51
Moin Moritz,
Ich denke nicht so. Ich weiss, dass FM keine Religion ist und andere Brüder wissen das auch. Wenn Verschwörungstheoretiker und die üblichen sonstigen Verdächtigen so denken, ist das deren Sache.
Ich finde, wir FM sollten aufhören, uns ständig zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Die FM hat ein Geheimnis und jeder FM hat bei seiner Aufnahme versprochen, es zu bewahren. Wer es kennenlernen will, soll siche eine Loge suchen und um Aufnahme bitten. Und wer es nicht kennenlernen will, der lässt es eben. Dass er dann darüber herzieht , dissqualifiziert ihn nur selbst, icht aber die FM.
Ich plädiere für etwas mehr Selbstbewußtsein. Ein FM ist in der Regel ein freier Mann und der sollte nicht bei jedem von außen angetragenen Zweifel einknicken.
Absolut d'accor!!
Diese Beispiele finde ich nun wiederum schlecht gewählt, weil unsere Treffen und arbeiten mehr sind als Volksfeste :angel: oder mehr oder minder seriöse Unterhaltung.
Aber im Ernst: Deine und meine Beispiele zeigen doch, dass der Mensch am besten über das Erleben lernt. Und das passiert in unserem Ritual und eben auch in vielen anderen (auch nichtreligiösen) Ritualen.
Gruß
Stefan
Auch wenn Dir dieses Beispiel noch viel weniger passt: Der Kern des Erlebens ist bei Initiationsgemeinschaften immer der innere Wandel. Und da spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Priesterweihe, eine Aufnahme eines jungen Bruders oder die Aufnahme eines Hells Angels - Members geht.
Sekretär
09.05.2008, 10:27
Der Kern des Erlebens ist bei Initiationsgemeinschaften immer der innere Wandel. Und da spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Priesterweihe, eine Aufnahme eines jungen Bruders oder die Aufnahme eines Hells Angels - Members geht.
Ja!
Gruß Stefan
Halt Stopp!!!:cry:
Nicht alle auf einmal! Und immer auf die kleinen Dicken, die nicht so schnell rennen können....menno!
Da war es wieder das alte Problem. In Foren fehlt einfach ein wichtiger Kommunikationsweg...
Mein "Oh Stefan ... da können wir wieder drauf warten..." war in erster Linie mal ironisch gemeint. Bezogen auf die von Euch schon genannte Zielgruppe, die die Inhalte leider eben nicht vollständig zur Kenntnis nimmt sondern eben nur selektiv Religion und FM in einem Satz wahrnimmt.
Ich nehme aber zur Kenntnis, dass das gewählte Beispiel eben doch gut war. Bitte verzeiht mir, aber da fehlen noch ein paar Wochen, bevor ich das selber beurteilen kann.
Und überhaupt, was rege ich mich auf weil FM und Religion in einem Satz stehen, wenn ihr sogar die Hells Angels da noch mit unterbringt. (Schwarzbär: Irgendwas, das ich wissen sollte bevor ich zum dritten Mal ja sage?)
Bleibt mir also, passend zum Thread, mit den Worten zu enden:
Oh, hätte ich geschwiegen,
wär ich ein Philosoph geblieben. :angel:
Herzlichen Gruß
Markus
Sekretär
09.05.2008, 15:40
Halt Stopp!!!:cry:
Nicht alle auf einmal! Und immer auf die kleinen Dicken, die nicht so schnell rennen können....menno!
Da war es wieder das alte Problem. In Foren fehlt einfach ein wichtiger Kommunikationsweg...
Mein "Oh Stefan ... da können wir wieder drauf warten..." war in erster Linie mal ironisch gemeint. Bezogen auf die von Euch schon genannte Zielgruppe, die die Inhalte leider eben nicht vollständig zur Kenntnis nimmt sondern eben nur selektiv Religion und FM in einem Satz wahrnimmt.
Ich nehme aber zur Kenntnis, dass das gewählte Beispiel eben doch gut war.
Darum stehe ich auch nach Deiner "Ironie"-Korrektur noch zu meiner Antwort. Das musste ich einfach irgendwo einmal loswerden
Bitte verzeiht mir, aber da fehlen noch ein paar Wochen, bevor ich das selber beurteilen kann.
Nur Mut, mein Herr, ...
Bleibt mir also, passend zum Thread, mit den Worten zu enden:
Oh, hätte ich geschwiegen,
wär ich ein Philosoph geblieben. :angel:
Geht für mich schon in Ordnung - nach Deiner "Korrektur". :yes:
Gruß
Stefan
Schwarzbär
09.05.2008, 15:53
Halt Stopp!!!:cry:
Nicht alle auf einmal! Und immer auf die kleinen Dicken, die nicht so schnell rennen können....menno!
Da war es wieder das alte Problem. In Foren fehlt einfach ein wichtiger Kommunikationsweg...
Mein "Oh Stefan ... da können wir wieder drauf warten..." war in erster Linie mal ironisch gemeint.
Ironie. In einem Internetforum. Markus, Markus... :no:
Ich nehme aber zur Kenntnis, dass das gewählte Beispiel eben doch gut war. Bitte verzeiht mir, aber da fehlen noch ein paar Wochen, bevor ich das selber beurteilen kann.
Und überhaupt, was rege ich mich auf weil FM und Religion in einem Satz stehen, wenn ihr sogar die Hells Angels da noch mit unterbringt. (Schwarzbär: Irgendwas, das ich wissen sollte bevor ich zum dritten Mal ja sage?)
das war doch nur ein besonder krasses Beispiel für die Aufnahme in eine Initiationsgemeinschaft. Ich hätte auch die Isis-Mysterien, die Mau-Mau, oder den Belli-Geheimbund aus Liberia nennen können. Nur kennt die niemand. Die Hells Angels hingegen schon und nein, da ist nichts, was Du wissen müsstest. Alles in Ordnung.
Hammurapi
12.05.2008, 21:07
Bleibt mir also, passend zum Thread, mit den Worten zu enden:
Oh, hätte ich geschwiegen,
wär ich ein Philosoph geblieben. :angel:
Ein sehr schönes Ende.
Markus, mir geht es oft auch so. Schnell ist etwas gesagt, und im selben Augenblick bereut man es schon. Danach entgleitet es einem und Andere, die durch ihren Erkenntnisfilter (zugegeben Ironie ist hier etwas heikel) etwas ganz anderes daraus machen, haben plötzlich Meinungen, die man gar nicht erst anstoßen wollte. Zurücknehmen kann man aber nichts, höchstens relativieren. Aber Vorsicht, oft redet man sich gerade dabei um Kopf und Kragen.
Grüße,
Hammurapi
Hallo Hammurapi,
„Zurücknehmen kann man aber nichts, höchstens relativieren. Aber Vorsicht, oft redet man sich gerade dabei um Kopf und Kragen.“
. . . da kann ich dir nur zustimmen, wenn man schon mal in das besagte „Fettnäpfchen getreten“ ist, kann man sich halt nur – aber dann auch ehrlich – entschuldigen. Verantwortung übernehmen. Ausflüchte zu suchen, frei nach dem Motto: „habe ich ja nur gesagt weil . . ., war doch nicht ernst gemein!“ wirkt dann nur noch billig und unaufrichtig. Gesagt ist gesagt.
Aber die Sache mit den Geheimnissen. In vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens gibt es Entscheidungen, welche in gewissem Maße nicht öffentlich sind. Vereine, Kirchenvorstände, Parlamente, politische Parteien, Vorstände von Banken und Firmen usw. usw.. Vereinbartes Stillschweigen also an „allen Ecken und Kanten“. Sicherlich sind nicht alle Verschwörer. Das FM – Geheimnis dürfte aber eben noch etwas besonderes sein, da es hier das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen den Brüdern einer Loge betrifft. Wird um Verschwiegenheit, also Geheimnisbewahrung gebeten, so ist dieses – wenigstens meiner Auffassung nach, unbedingt einzuhalten. Ansonsten hätte man seine persönlichen Angelegenheiten gleich an das schwarze Brett geheftet.
Ulli
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