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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankheit und Freimaurerei


kai
25.04.2008, 15:12
Hallo,

die Freimaurerei basiert prinzipiell auf den christlichen Grundwerten. Diese Grundwerte sind u.a. im Prolog zum Evangelium nach Johannes, der Bergpredigt im Evangelium nach Markus und im Deuteronomium in Form der Zehn Gebote zu finden. Quasi die ethischen Grundlagen des Abendlandes. Daraus resultiert der Humanismus. Gerade der Humanismus spiegelt eine Haltung in der Philosophie wieder. Eben diese Philosophie betont immer die Würde des Menschen. Nehmen wir an, dass ein schlauer Kopf einer Loge angehören möchte. Sein Handicap ist eine Erkrankung – nehmen wir eine Phobie vor der Außenwelt. Dieser Mensch kann also an den Logenabenden oder am Ritual nicht aktiv teilnehmen. Wie ist das Verhältnis der Freimaurer zu einer solchen Situation. Bleibt dem Suchenden damit der Zugang zur Loge verwehrt? Gerade im Zeitalter des Internets sollte doch auch eine Loge die Möglichkeit besitzen, kranke Menschen in gewisser Weise am Leben der Loge teilhaben zu lassen.

dimidium facti, qui coepit, habet

Beste Grüße
Kai
:hmmm:

Skimble
25.04.2008, 16:45
Mir stellt sich die frage ob ein Mann wie du ihn beschrieben hast überhaupt ein Freier Mann ist. Das was du beschreibst liest sich für mich wie die beschreibung eines Gefangenen ohne Gefängnis. Eine Krankheit muss kein hindernis sein, aber wenn jemand dadurch gar nicht am aktiven Logenleben teilnehmen kann halte ich persönlich das schon für hinderlich. Wobei ich finde wenn jemand der eine Phobie vor der Außenwelt hat und freimaurer werden möchte sollte er zumindest versuchen für die logenabende seine Phobie zu überwinden den auch in den Zeiten des internet´s ist es nicht möglich gewisse sachen zu vermitteln. Lesen oder in einem video etwas sehen ist nicht das selbe wie selbst dabei sein.

MFG Skimble

kai
25.04.2008, 17:52
Hallo Skimble,

vielen Dank für deine Ausführungen. Genauso dachte ich mir das auch.

Gruß
Kai:yes:

oberon
25.04.2008, 23:34
Ich stelle mir in diesem Zusammenhang eher die Frage, warum würde dieser Mann Freimaurer werden wollen? Anscheinend ist die Freimaurerei für ihn nicht geeignet, wenn sie Methoden hat (Gemeinschaft), die ihm Probleme bereiten. Es gibt viele Gemeinschaften, Vereine und Philosophien, die man heutzutage wählen kann. Darunter gibt es vielleicht auch solche, die für die Arbeit im stillen Kämmerlein gedacht sind.

Mir würden 2 Motive einfallen, die so einen Menschen drängen könnten:

1. er will nur von dem Ruf der Freimaurer profitieren. Er will also den Namen ohne den Inhalt.

2. er will sich gezielt seinen Problemen stellen. Dann wird er aber auch seine Angst überwinden und zu den Veranstaltungen gehen müssen.

Letztendlich muss ich aber sagen: Freimaurerei ist keine Therapie und die Loge keine Selbsthilfegruppe. Sowas können wir einfach nicht leisten. Jeder hat so seinen persönlichen "Knacks", damit können wir leben. Aber eine ausgewachsene Krankheit muss behandelt werden, und das geht nicht nur mit Bruderliebe.

Viele Grüße,

Thomas

heimkircher
13.07.2008, 16:59
Hallo kai,
wie ich Deinem Beitrag entnehme, bist Du ein sehr religiöser Mensch, doch Deine Aussage über die sogenannten christlichen Grundwerte verursachen bei mir ein Magenkribbeln.
Ich selbst bin Mitglied der "Protestantischen Landeskirche Pfalz", die der EKD angehört – betrachte aber Religionen im allgemeinen sehr kritisch. Was man bei uns im Abendland als christliche Werte bezeichnet und die Regeln, die das Zusammenleben erst ermöglichen, waren bereits Jahrhunderte vor Christi Geburt Bestandteil älterer Religionen (z.B. in Ägypten und Asien).
Ich behaupte Humanismus kann nicht zwangsläufig mit dem Christentum verbunden werden.
Für die nächsten Wochen bin ich auf Tour, kann also erst später auf Proteste antworten.
Mit freundlichen Grüßen
heimkircher