Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein paar Fragen zu Gästeabenden
philippder1.
22.03.2008, 14:16
kosten Gästeabende auch etwas?
weioft kann man kostenloas daran teilnehmen?
gibt es für Gästeabende ein Mindestalter?
Nein Gästeabende kosten normalerweise nichts. Eventuell kann es bei kleineren Logen, oder bei Logen die sich durch ein Restaurant versorgen lassen nötig sein, seinen Verzehr selber zu bezahlen. In der Regel wird das aber wohl durch die Loge abgeglichen.
Wie oft man daran teilnehmen kann ist sehr unterschiedlich. Es gibt Logen, die machen jeden Monat einen Gästeabend, oder zumindest eine Veranstaltung, zu der auch Gäste kommen können. Meine Loge veranstaltet meist nur einen Gästeabend pro Jahr. Bei uns finden die Treffen meist zwischen Suchendem und 1-2 Brüdern statt und weniger in großer Runde.
Daher ist es z.B. bei uns nur selten der Fall, dass jemand zu mehreren Gästeabenden kommt, aber es spricht nichts dagegen. In anderen Logen, insbesondere wenn regelmäßig solche Abende stattfinden, muss man sogar mindestens über 1 Jahr hinweg regelmäßig teilnehmen, bevor man in die engere Wahl kommt.
Ein Mindestalter gibt es für die Aufnahme, ist aber für Gästeabende nicht vorgeschrieben. Dennoch sehe ich kaum einen Sinn darin, z.B. als 15jähriger an einem GA teilzunehmen. Bis man dann in einem passenden Alter für die Aufnahme ist, hat sich im Leben und in der Persönlichkeit meist so viel geändert, dass man noch mal ganz von vorn anfangen müsste. Eine gewisse zeitliche Nähe zwischen solchen Besuchen und einer angestrebten Aufnahme sollte meiner Meinung nach schon vorhanden sein. Letztendlich entscheidet das aber jede Loge für sich.
Viele Grüße,
Thomas
Sternenhimmel
22.03.2008, 17:41
Hallo Phillip,
ich kann Thomas nur beipflichten. In unserer Loge werden fast monatlich GA abgehaten, die als solche Kostenlos sind. Lediglich Getränke bzw. Verzehr trägt man selbst.
Zu den GA wird meistens speziell eingeladen. Das heißt mögliche Interessenten melden sich bei der Loge und bekunden Interesse, worauf diese dann eingeladen werden. Ebenso werden Interessenten von Brüdern vorgeschlagen, welche dann auch eingeladen werden.
Ich persöhnlich finde es gut, das man jemanden über mehrere GA hinweg kennen lernt. Ebenso können dann auch aufkommende Fragen der Gäste im nachhinein beantwortet werden.
Liebe Grüße
philippder1.
22.03.2008, 20:36
ja, ich finde es auch besser wenn man bei mehreren GA´s kommen kann, die Loge bei uns in Rudolstadt macht sowas ca alle 2 monate. Mir geht es ja nicht so sehr viel ums Geld, zur Not würde ich natürlich auch was in die Maurerkasse geben ;-)
danke für eure antworten:icon_smile_lachuh:
Theschnuff
23.03.2008, 23:50
Meine Loge veranstaltet meist nur einen Gästeabend pro Jahr. Bei uns finden die Treffen meist zwischen Suchendem und 1-2 Brüdern statt und weniger in großer Runde.
Daher ist es z.B. bei uns nur selten der Fall, dass jemand zu mehreren Gästeabenden kommt, aber es spricht nichts dagegen.
Hallo Thomas,
bei uns finden Gästeabende unregelmäßig, d.h. "nach Bedarf" statt. Also dann, wenn zum Einen eine gewisse Anzahl Interessenten / Suchender vorhanden ist und auch Interesse der Brüder besteht, diese kennenzulernen. Daneben gibt es auch die von Dir erwähnten Gespräche im kleinen Kreis. Als dritte Variante gibt es "geselliges Zusammensein" in einem Lokal, völlig ungezwungen und meist auch recht lustig.
Ich denke dies ist eine gute Mixtur an Gelegenheiten, sich gegenseitig kennenzulernen. Sehr wichtig sind aber meines Erachtens die Gästeabende, da nur dort in den Räumen der Loge und im etwas größeren Kreis nicht nur die einzelnen Menschen sich kennenlernen können sondern auch die Brüder Gelegenheit haben, die "Neuen" ein wenig abzuchecken. Bei einem Gästeabend gibt es meist eine Zeichnung zu einem interessanten Thema, das nicht unbedingt engen Bezug zur Maurerei haben muss. Die anschliessende Diskussion lässt oft ein offenes und vornehaltloses Kennenlernen zu.
Genügt Euch da wirklich ein Gästeabend pro Jahr???
Bis vor ein paar Jahren war es bei uns völlig unüblich, Gästeabende zu veranstalten. Kontakte liefen einzig und allein über vier bis sechs Augen Gespräche. Der Suchende hat am Tag seiner Aufnahme zum ersten Mal das Logenhaus betreten. So war es bis ca. zum Jahr 2000. Danach haben wir probeweise Gästeabende veranstaltet und hatten gemischte Erfahrungen damit gemacht. Letztendlich hat es sich aber doch durchgesetzt.
Ob ein Herr zu uns passt oder nicht, da vertraue ich hauptsächlich auf die Brüder, die engeren Kontakt mit ihm pflegen, genau so wie sie mir bei den Suchenden vertrauen, die ich betreue. Man redet natürlich über die Suchenden, aber richtig kennenlernen kann man sich ja auch bei Gästeabenden nicht. So ist mir die Einschätzung des Bruders, der mit dem Suchenden viel zu tun hat schon sehr wichtig.
Der Schwerpunkt einer Loge sollte ja auch nicht in der Expansion liegen. Daher werben wir ja auch nicht für uns. Für jeden Gästeabend fällt eine Tempelarbeit flach, und bei Tempelarbeiten liegt bei uns der Schwerpunkt.
Viele Grüße,
Thomas
Temporär
24.03.2008, 08:31
...
Der Schwerpunkt einer Loge sollte ja auch nicht in der Expansion liegen. Daher werben wir ja auch nicht für uns. ...
Dieses Interesse am Wachstum scheint, wie viele andere Themen auch, sehr unterschiedlich bewertet zu werden. Zumindest die GL A.F.u.A.M gibt mit der Parole "Ziel Zehntausend" klare und deutliche Wachstumsvorgaben.
http://www.freimaurerei.de/index.php?id=2218&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=25&tx_ttnews[backPid]=777&cHash=54da33686e
Dabei möchte ich natürlich nicht verhehlen, daß Wachstum auch immer mit dem Dilemma zwischen Qualität und Quantität verbunden ist.
Wieviele neue Logen wurden in den letzten Jahren eigentlich aus dem Wachstum heraus gegründet?
Gruß
Temporär
Richard H.
24.03.2008, 08:48
Dieses Interesse am Wachstum scheint, wie viele andere Themen auch, sehr unterschiedlich bewertet zu werden. Zumindest die GL A.F.u.A.M gibt mit der Parole "Ziel Zehntausend" klare und deutliche Wachstumsvorgaben.
So unterschiedlich und vielgestaltig sind eben die Ausprägungen dessen, was man unter Freimaurerei versteht und dementsprechend auch die Konsequenzen die man daraus zieht.
Ich persönlich halte Wachstum per se für ein überhaupt nicht erstrebenswertes Ziel. Freimaurerei und die Arbeit der einzelnen Logen hat mit der Anzahl der Brüder, also mit Quantität, meines Erachtens nach rein gar nichts zu tun. Einzig die Qualität, also die Eignung der Einzelnen zur Freimaurerei kann der Garant für ein stabiles und gedeihliches Wachstum der Freimaurerei sein.
Aber in der veschiedenartigen Auffassung zu dieser Frage spiegelt sich eben die veschiedenartige Auffassung zu Sinn und Zweck der Freimaurerei.
Um ein Beispiel aus meiner Loge zu bringen: Wir könnten jedes Jahr zwischen 8 und 10 Männer aufnehmen, die als Suchende an unsere Tür klopfen. Wir nehmen tatsächlich etwa 4 pro Jahr auf, werden es mal 5 kommen schon Bedenken aus der Bruderschaft. Diese Auswahl ist dabei noch nicht einmal die "Bestenauslese", denn alle der 10 Männer sind potentielle Kandidaten.
Es geht darum, dass die neuen Brüder auch integriert werden müssen. Wer in eine Freimaurerloge aufgenommen wird, der soll von Anfang an dort heimisch sein. Er soll nach Möglichkeit allen Brüdern bekannt sein. Die Frage "ist das ein Neuer oder ein Besucher?" darf gar nicht erst entstehen - außer bei Brüdern, die lange weg waren.
Um so etwas zu gewährleisten sind wir, mit insgesamt 70 Mitgliedern, auf eine Zahl von 4-5 gekommen.
Die Quantität macht es wirklich nicht aus. Wer sich nicht auch persönlich aufgenommen fühlt, der bleibt irgendwann weg und tritt dann aus. Wir sind eben kein normaler Verein. In den USA gibt es Logen mit 700 Mitgliedern und mehr. dort ist man genau so anonym als wenn man in ein Konzert geht. Man kennt ein paar Leute, der Rest ist unbekannt. Für Deutschland finde ich so ein Konzept nicht erstrebenswert.
Viele Grüße,
Thomas
Temporär
24.03.2008, 09:29
Als Außenstehender hätte ich vermutet, daß das Wachstum ein zentrales Ziel der Freimaurerei wäre; natürlich vorausgesetzt, daß dieses nicht auf Kosten der Qualität der Auswahl und der Ausbildung der Neophyten geht.
Nur mit der Verbreitung des Gedankengutes der königlichen Kunst und der daraus möglichen Verbesserung der individuellen Menschlichkeit kann der gute Einfluß in der Masse besser wirken; das war bisher mein Verständnis.
Oder, ich bitte um Entschuldigung für die spitze Formulierung, kann das Gefühl zu einem Kreis einer auserwählten Elite zu gehören, der Verbreitung letztendlich im Wege stehen?
Wenn ich mich mir selbst vorstelle einer solchen Gemeinschaft anzugehören, dann muss ich zugeben, dass für mich die Gefahr bestände durch dieses genannte Gefühl arrogant und überkritisch zu werden.
Der richtige Pfad ist hier sehr schmal.
Aber ich möchte meine Frage hier noch einmal präzisiert wiederholen:
In Anbetracht der in der heutigen Zeit, im Vergleich zur Vergangenheit sehr niedrigen Zahl von Freimaurern in Deutschland, wieviele Logen wurde aus dem Wachstum heraus in den letzten 10 Jahren neu gegründet?
Beste Grüße zum Ostermontag
Temporär
JunkerJoerg
24.03.2008, 11:00
Hallo,
wie entscheidet ihr denn über Qualität und Quantität?In wie weit spielt denn der "Nasenfaktor" hier eine Rolle?
Meiner Meinung nach sollte jeder aufgenommen werden der bereit ist sich der FM zu widmen um an seinem "rauhen Stein" zu arbeiten.
Das mir die eine oder andere Person nicht liegt,muß eben ausgehalten werden.Das ist mein Verständnis von Toleranz.
mbgr
JJ
Lieber Temporär,
auch als Moderator dieses Forums kann ich nur für meine Erfahrungen in meiner Loge sprechen. So wie ich die Freimaurerei verstanden habe ist Expansion keinesfalls ein Ziel, sondern bestenfalls ein Nebenprodukt. Die Brüder sollen in ihrem Wesen und ihrer Art Vorbilder sein. Auf diese Art und Weise käme auch Expansion zustande. Wenn Expansion das Ziel der Freimaurerei wäre, wäre das ein armseliges Ziel in meinen Augen.
Was die Anzahl an Logen in Deutschland betrifft muss man mehrere Dinge bedenken. Vor allem
a) gab es rein von der Zahl her die meisten Freimaurer in Preußen, und genau dort wurden sie am gründlichsten ausgelöscht, weil die Logen im Grunde bis zur Wiedervereinigung verboten waren.
b) waren in der Vergangenheit die Landesfürsten, inklusive des deutschen Kaisers Großmeister der Freimaurer. Ich möchte nicht wissen, wie viele Mitglieder (nicht Freimaurer) die Großlogen hatten, die sich nur um die gesellschaftliche Stellung gekümmert haben. Ich sehe in der heutigen Situation kein Manko.
Viele Grüße,
Thomas
Hallo,
wie entscheidet ihr denn über Qualität und Quantität?In wie weit spielt denn der "Nasenfaktor" hier eine Rolle?
Meiner Meinung nach sollte jeder aufgenommen werden der bereit ist sich der FM zu widmen um an seinem "rauhen Stein" zu arbeiten.
Das mir die eine oder andere Person nicht liegt,muß eben ausgehalten werden.Das ist mein Verständnis von Toleranz.
mbgr
JJ
Schön und gut aber einen gewissen grad weit muss der nasenfaktor auch stimmen was nutz es mir wenn meine loge 100 brüder stark ist aber das klima nicht stimmt? Wenn man merkt der Herr X past nicht zu uns wäre aber gewiss ein guter maurer kann man ihn ja an die nächst gelegene loge weiterleiten, oder?
MFG Skimble
Schwarzbär
25.03.2008, 10:28
Mir sind drei Logenneugründungen bekannt (in der AFuAM), es mögen de fakto mehr sein. Aber Gründungen sind selten und haben nicht viel mit dem Bestreben zu tun, zu wachsen. Die Gründung einer Loge verschlingt sehr viel Zeit und Energie (bzw. Geld.), zudem ist Deutschland gut abgedeckt.
Ich halte es für ideal möglichst viele, möglichst geeignete Kandidaten aufzunehmen und dann ist die Frage der Integration nur noch ein Luxusproblem. Quantität muss Qualität nicht ausschließen und Wachstum hat der Frm. noch nie geschadet (Qualität der Kandidaten vorausgesetzt).
Sternenhimmel
25.03.2008, 11:23
Hallo,
ich denke Qualität geht vor Quantität. Wenn eine Loge wächst und die Qualität stimmt, ist dies völlig ok.
Letztendlich ist die einzelne Loge eine selbständig arbeitetende Loge, wo man sich wohlfühlen soll. Da sollten sich die Mitglieder schon verstehen und mögen, eben passen. Wäre dies nicht gegeben könnte eine Loge ja nicht erfolgreich arbeiten. Ich kenne z.B. den Fall, das man einem Mitglied nahe gelegt hat, doch in einer anderen Loge zu arbeiten, da er die Harmonie der Loge und auch dem Wachstum der Loge geschadet hat.
Liebe Forennutzer,
das Thema driftet doch sehr stark von der ursprünglichen Frage ab hin zu eher persönlichen Dingen, die meiner Meinung nach nicht in dieses Forum gehören.
Viele Grüße,
Thomas
vBulletin® v3.7.2, Copyright ©2000-2008, Jelsoft Enterprises Ltd.