PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Austieg aus der Loge


sahron
09.02.2008, 14:38
Hallo,
mich würde es interessieren ob ein Bruder, egal wir lange er dabei ist, von jetzt auf gleich einfach aus der Loge aussteigen kann oder ist er irgentwie Vertraglich gebunden? Gibt es Gesetze innerhalb der Logen, die einen lebenslang an den Bund binden? :hmmm:


Mfg Sahron

JunkerJoerg
09.02.2008, 16:59
Hallo,
ja,kann er.Logen unterstehen dem Vereinsrecht,und somit kann er jederzeit kündigen,bzw. "decken" wie wir sagen.Er hat jedoch vertraglich vereinbarte Fristen zu beachten was die Zahlung seiner Logenbeiträge betrifft.

Gibt es Gesetze innerhalb der Logen, die einen lebenslang an den Bund binden? :hmmm:

Nein,gibt es nicht,jedoch wird es natürlich gewünscht.

Mfg
JJ

Penta
11.02.2008, 13:27
Gibt es Gesetze innerhalb der Logen, die einen lebenslang an den Bund binden? :hmmm:



Nö. Gesetze müssten vom Staat erlassen werden. Aber es gibt das Lebensbundprinzip. Das heißt, es wird erwünscht und ist sinnvoll, der FM lebenslang anzugehören. Aber wer "ehrenhafte Deckung" erlangen möchte (Nur bei einer solchen kann er nämlich später wieder beitreten), lässt er das wie bei jedem anderen Verein den Vereinsvorstand wissen und "deckt". "Decken" kommt als Begriff von Dachziegeln, dank denen kein Regen ins Haus kommen kann. Er "legt die Ziegel auf den Bau" und verlässt die Baustelle, welche "gedeckt" zurückbleibt. Dabei hinterlässt er eine geordnete Baustelle.

In der FM meint das einen Austritt.

Moritz
11.02.2008, 15:35
Und wieder was gelernt. Den Begriff als solchen kannte ich natürlich schon, aber die Erklärung dazu war mir neu.

Ich vermute mal, dass auch die Formulierung "es regnet" damit eng in Zusammenhang steht?

Fragt sich

Moritz

oberon
11.02.2008, 15:51
In der Tat. Wenn jemand Unberechtigtes aus Neugier die Ziegel abdeckt, um zu schauen, was darunter geschieht, dann kann es schon mal reinregnen.

Im Englischen heißen solche Neugierigen "Eavesdroper", also jemand, der sich vom Dachgiebel herunter hängen lässt um zu lauschen.

Viele Grüße,

Thomas

sososos
22.05.2008, 01:26
Man kann natürlich recht einfach aus einer Loge "aussteigen" jedoch verstößt man dann gegen jedes ethische und moralische Prinzip und daher kann man aus einer Loge nicht so leicht aussteigen wie bei jedem x beliebigen hasenzüchter verein.

Klar man wird nicht umgebracht und eine Geheimgesellschaft sind wir in Deutschland auch nicht, aber alles was mit der Loge zusammenhängt ist sehr ernst zu nehmen und sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Nicht umsonst wird die Freimaurerei die königliche Kunst genannt.

Man verpflichtet sich also nicht wirklich materiell- gesetzlich sondern metaphysisch, etwas was noch viel schwerer wiegt als das banale Gesetz der Menschenhand.

Materielle Gesetze werden im Laufe der Zeit der Zeit angepasst, metaphysische Gesetze nicht.

Kater
22.05.2008, 06:45
Es gibt in meinen Augen verschiedene Arten aus einer Gemeinschaft auszusteigen.
Man verläßt sie.
Man wird inaktiv.
Man erteilt innere Teilkündigungen, für Bereiche, denen man innerlich nicht zustimmen kann.
Wie gehen die Freimaurer mit den letzten zwei Formen des Ausstiegs um?

aspera
22.05.2008, 08:37
Es gibt in meinen Augen verschiedene Arten aus einer Gemeinschaft auszusteigen.
Man verläßt sie.
Man wird inaktiv.
Man erteilt innere Teilkündigungen, für Bereiche, denen man innerlich nicht zustimmen kann.
Wie gehen die Freimaurer mit den letzten zwei Formen des Ausstiegs um?

Man sollte sich dann mit diesem Bruder auseinandersetzen, ihn fragen was die Bewegründe sind für seine Abwesenheit und versuchen, die Probleme die er mit der Loge oder privat hat zu lösen.

Hansaship
22.05.2008, 08:37
Leute, bin gerade erst in die Loge eingestiegen:

Mach mich mal schlau, warum will man da 'raus, wenn man alle Zeit der Welt gehabt hat, zu ueberlegen, ob das "gut" oder "nicht gut" fuer einen ist ???

grusse,
manfred

Kater
22.05.2008, 09:17
Lieber Manfred,
was Sie schreiben lässt sich gut nachvollziehen.

Mir geht es auch so, daß ich dazu neige hier nur das Positive zu sehen.
Manchmal werde ich sogar richtig zornig, wenn jemand was Anderes durchblicken lässt ;-)
Die andere Situation wird es aber auch geben.

Denken Sie an einen anderen Bund für das Leben.
Z.B. Die Ehe.
Da wird der Frischvermählte sich hoffentlich auch keine Gedanken über die Trennung machen.

Trotzdem gibt es diese Situationen.
Aber auch da haben die Leute eigentlich grundsätzlich genug Zeit sich zu prüfen.

Wichtig ist, wie man mit Frust oder Unzufriedenheit umgeht.

Ihnen einen herzlichen Glückwunsch zur Aufnahme.

oberon
22.05.2008, 12:25
Im Gegensatz zur Ehe haben wir in der Loge den Vorteil, dass viele Köpfe an der Situation beteiligt sind. Manche Brüder mögen den Betreffenden kennen, andere können als eher Unbeteiligte die Situation nüchtern betrachten.

Ursachenforschung wird meist betrieben, aber letztendlich muss der Betreffende auch bereit sein für eine Lösung. In meiner Loge führen wir (nicht als Gruppe, sondern Einzelne) lange Gespräche mit Brüdern, die Probleme haben. Liegt es im Privaten? Im Zwischenmenschlichen in der Loge? Oder war gar die Freimaurerei doch nicht die richtige Entscheidung? Der Mensch entwickelt sich ja, und es gibt auch Brüder, die sich im Laufe der jahre von der FM weg entwickeln.

Die letzte Entscheidung trifft der Bruder selbst.

Thomas

Kater
22.05.2008, 16:11
Das stimmt. Bei der Wahl haben Sie viel mehr Beurteilungsmöglichkeiten als Derjenige, der aufgenommen werden möchte.

Trotzdem hätte ich selber meine ganz persönlichen Schwierigkeiten, jemand abzulehnen.

Gründe :
1. Ich kenne Brüder die ihn gerne in ihrer Mitte sehen wollen.
2. Die FM ist eine große Chance für jemanden sein Leben zu ändern - wer bin ich , diesem Prozess im Weg zu stehen?
3. Vielleicht ist jemand, mit dem ich nicht gut klarkomme meine ganz persönliche Aufgabe, an der ich wachsen muß.
4. Wie kommt jemand innerlich damit klar, abgeleht zu werden?
5. Wird es nicht zu Zwistigkeiten oder gedrückter Atmosphäre in der Loge kommen, wenn man da nein sagt, wo Andere ja sagen wollen?

Vielleicht geht es einigen Brüdern bei einer Abstimmung so.
Oder stehen Sie alle haushoch über diesen Bedenken?

Sekretär
22.05.2008, 17:52
Moin,

Das stimmt. Bei der Wahl haben Sie viel mehr Beurteilungsmöglichkeiten als Derjenige, der aufgenommen werden möchte.

Auf der andren Seite wissen wir von dem Suchenden nur, was er uns in den Gesprächen mitteilen wollte. Wir holen schließlich kein polizeiliches Führungszeugnis über ihn ein. Wie andere Logen das halten, weiss ich nicht.


Trotzdem hätte ich selber meine ganz persönlichen Schwierigkeiten, jemand abzulehnen.
Habe ich in einigen Fällen auch, aber eine Ablehnung für "meine" Loge muss ja nicht unbedingt eine Ablehnung als Freimaurer generell sein.

Haben die Brüder Bedenken welcher Art auch immer, wird dies in der Loge offen angesprochen (meist schon nach den ersten ein, zwei Gesprächen mit dem Suchenden) und wir versuchen ihn an eine andere Loge zu vermitteln. Es geht dabei nicht um die Eignung zur FM generell, sondern nur darum, ob der Suchende zu unserer Loge passt.

Wir sagen jedem Suchenden von vornherein, dass wir nicht jeden aufnehmen, der sich bei uns vorstellt. Außerdem haben wir eine interne Grenze, wieviele neuen Brüder wir pro Jahr aufnehmen wollen. Das hat etwas mt der Integration der neuen Brüder und der Rücksichtnahme auf die an Mitgliedsjahren älteren Brüder zu tun. Diese Grenze liegt bei etwa vier bis fünf neuen Brüdern.


Gründe : 1. Ich kenne Brüder die ihn gerne in ihrer Mitte sehen wollen.
Der Wunsch eines einzelnen Bruders, einen bestimmten Suchenden aufzunehmen, ist keine Maßgabe für die Loge. Ein Bruder kann einen Menschen vorschlagen und für ihn bürgen. In der Regel wird der dann auch Mitglied, aber eine Garantie ist das nicht.


2. Die FM ist eine große Chance für jemanden sein Leben zu ändern - wer bin ich , diesem Prozess im Weg zu stehen?Grundsätzlich richtig, bleibt bei Zweifeln die Vermittlung an eine andere Loge. Ein Hindernis für eine Aufnahmne ist in meinen Augen jedoch, wenn der Suchende die Loge als eine Art Therapieersatz sieht. Damit können wir und auch andere Logen nicht dienen.


3. Vielleicht ist jemand, mit dem ich nicht gut klarkomme meine ganz persönliche Aufgabe, an der ich wachsen muß.
Klar, gibt es. Ist aber aus meiner Sicht auch kein wirklicher Grund für eine Aufnahme. Da ist es manchmal besser, sich an dem Bruder abzuarbeiten, mit dem angeblich alles glatt läuft...:yes: Das ist manchmal schwerer, offen zu regeln als mit einem echten Clinch-Partner.


4. Wie kommt jemand innerlich damit klar, abgeleht zu werden?
Mal ganz provokant: Ist es unsere Aufgabe, die Menschen glücklich zu machen? Ich denke nicht. Dafür ist jeder selbst zuständig. Sonst siehe Antwort zu 1.)


5. Wird es nicht zu Zwistigkeiten oder gedrückter Atmosphäre in der Loge kommen, wenn man da nein sagt, wo Andere ja sagen wollen?
Kaum, da in der Loge solche Entscheidungen nichtz von jetztt auf gleich getroffen und ausführlich besorchen werden. ein e Aufnahme ist kein Sprint eher ein Marathon: Wir wollen nicht schnell sondern gut wachsen.

Ich denke da an meine eigene Aufnahme. Ich bin durch einen Kollegen zur FM gekommen. Der hat mich etwa zwei Jahre lang langsam und zunächst für mich unmerklich darauf vorbereitet. Zwei Jahre vor dem Aufnahmegespräch fiel das erste Mal das Wort Freimaurer. Dann folgten gelegentlich ein paar Gespräche und Hnweise von ihm. Er schürte aber auch Zweifel. Und während dieser Zeit hat mein jetztiger Bruder und Pate mich in der Loge bereits vorgestellt und den Brüdern locker über mich berichtet. Das Aufnahmegespräch war dann quasi nur noch eine letzte Versicherung - für beide Seiten.

Oder stehen Sie alle haushoch über diesen Bedenken?Sicher nicht, aber das muss die Loge in jedem Einzelfall behutsam abklären.

Soviel von meiner Seite (sorry etwas länglich )

Gruß
Stefan

Kater
22.05.2008, 20:02
Lieber Stefan,

das war eine persönliche und beeindruckende Antwort, die mir bezüglich meiner Frage weiterhilft.
Herzlichen Dank!
Kater

Hammurapi
22.05.2008, 20:27
Man kann natürlich recht einfach aus einer Loge "aussteigen" jedoch verstößt man dann gegen jedes ethische und moralische Prinzip und daher kann man aus einer Loge nicht so leicht aussteigen wie bei jedem x beliebigen hasenzüchter verein.

Klar man wird nicht umgebracht und eine Geheimgesellschaft sind wir in Deutschland auch nicht, aber alles was mit der Loge zusammenhängt ist sehr ernst zu nehmen und sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Nicht umsonst wird die Freimaurerei die königliche Kunst genannt.

Man verpflichtet sich also nicht wirklich materiell- gesetzlich sondern metaphysisch, etwas was noch viel schwerer wiegt als das banale Gesetz der Menschenhand.

Materielle Gesetze werden im Laufe der Zeit der Zeit angepasst, metaphysische Gesetze nicht.

Hallo Sososos,

würde dies für jemanden, der an ein Leben oder eine Existenz nach dem Tod glaubt, auch eine Bindung danach bedeuten? In frage dies im Hinblick darauf, dass es Trauerlogen gibt.

Grüße,
Hammurapi

sucher
22.05.2008, 20:30
Leute, bin gerade erst in die Loge eingestiegen:

Mach mich mal schlau, warum will man da 'raus, wenn man alle Zeit der Welt gehabt hat, zu ueberlegen, ob das "gut" oder "nicht gut" fuer einen ist ???

grusse,
manfred

Ich bin noch nicht aufgenommen, kann also noch völlig als jemand sprechen der bisher nur laut mündlicher Andeutung weis was hinter der Logentür vor sich gehen könnte.
Bei aller noch so langer Überlegungszeit, eventuell gar mehrere Jahre als Besucher von Gästeabenden, werde ich doch erst mit der Aufnahme in die Loge endgültig wissen "wie das ist" ein FM zu sein. Oder sollen also nun 100% aller je Aufgenommenen im Vorraus wissen, ob es das ist was sie sich vorgestellt hatten?
Das muss man sicher mit den selben Gründen abwägen, welche die FM immer anführen wenn es darum geht das Geheimnis und die Einmaligkeit des Rituals gegenüber alzu neugierigen Fragestellern zu waren. Oft wird dann der Satz gebraucht;"..das kann man nicht beschreiben, es ist ein individuelles Erlebniss das jeder für sich anders empfindet.."
Genau so vermute ich das in Bezug auf eventuelle spätere Aussteiger.
Bei aller momentanen inneren fast überschwenglichen Begeisterung meinerseits, gepaart mit dem immer fester und sicherer werdenden Wunsch FM zu werden, bleibt immer noch ein winziges Restchen Unsicherheit gegebüber dem was mich erwarten könnte.

Aber genau das muss auch so sein wie ich finde.

Liebe Grüsse, Tobi

Nicola
22.05.2008, 22:48
Es ist aber in der FM tatsächlich so, daß man vor dem Beitritt schon ziemlich gut weiß, welches die Ziele der Freimaurerei sind (in Kürze: Humanität) und wie sie diese erreichen möchten (mehr oder weniger mit der Arbeit am eigenen Selbst). Wenn man sich einverstanden erklärt hat sein Leben diesen Zielen etc. zu widmen, dann ist ein Austritt aus der FM doch nur mit einem Austritt aus diesen Zielen zu erklären oder? Denn man kann ja auch als "unglücklicher" Maurer daran arbeiten die FM besser zu gestalten, was jawohl sicherlich auch ständig geschieht...Ich weiß es noch nicht besser, aber ein Austritt aus der FM allgemein klingt für mich ein wenig wie Resignation, so wie man manchmal auch in einer Beziehung resigniert und nicht mehr an ihr arbeitet. Und Resignation ist sicherlich die leichtere Lösung.

Kater
22.05.2008, 22:58
Hallo Sososos,

würde dies für jemanden, der an ein Leben oder eine Existenz nach dem Tod glaubt, auch eine Bindung danach bedeuten? In frage dies im Hinblick darauf, dass es Totenlogen gibt.

Grüße,
Hammurapi

Tatsächlich????
Nie davon gehört.
Was können Sie dazu mitteilen?

Kater
22.05.2008, 23:04
Ich weiß es noch nicht besser, aber ein Austritt aus der FM allgemein klingt für mich ein wenig wie Resignation, so wie man manchmal auch in einer Beziehung resigniert und nicht mehr an ihr arbeitet. Und Resignation ist sicherlich die leichtere Lösung.

Resingnation ist ein bisschen wie schleichendes Gift.
Das zieht manchmal viel Traurigkeit nach sich.
Ich würde Allen die Energie zur positiven Auseinandersetzung wünschen.

Hammurapi
22.05.2008, 23:04
Tatsächlich????
Nie davon gehört.
Was können Sie dazu mitteilen?

Oh, Verzeihung, eine kleine Fehlleistung meinerseits. Natürlich meinte ich Trauerloge anstatt Totenloge.

Grüße,
Hammurapi

Kater
22.05.2008, 23:11
Oh, Verzeihung, eine kleine Fehlleistung meinerseits. Natürlich meinte ich Trauerloge anstatt Totenloge.

Grüße,
Hammurapi

Da kann ich mein Sprüchlein von vorhin gleich wieder runterbeten ;-)

Wenn man öffentlich drüber sprechen kann, wärs schön, wenn Sie etwas
dazu mitteilen könnten.

Nicola
22.05.2008, 23:12
Wenn ich auf die Frage bezüglich des Begriffs 'Trauerloge' antworten darf: er bedeutet quasi die freimaurerische Beerdigung, die den verstorbenen Freimaurer verabschiedet.

Über den Tod hinaus gibt es keine Freimaurerei. Soweit ich informiert bin, erledigt die Freimaurerei nur im Diesseits ihre Arbeit. Sie hört für den Freimaurer mit dem Tod auf.

Hammurapi
22.05.2008, 23:20
Am Ende leben wir doch im Gedächtnis und im Herzen der Verbliebenen weiter, auch wenn der Körper nicht mehr ist. So sterben wir erst dann, wenn jeder Gedanke an uns getilgt ist und keiner unseren Namen mehr ruft.

Grüße,
Hammurapi

Kater
22.05.2008, 23:21
Wenn ich auf die Frage bezüglich des Begriffs 'Trauerloge' antworten darf: er bedeutet quasi die freimaurerische Beerdigung, die den verstorbenen Freimaurer verabschiedet.

Über den Tod hinaus gibt es keine Freimaurerei. Soweit ich informiert bin, erledigt die Freimaurerei nur im Diesseits ihre Arbeit. Sie hört für den Freimaurer mit dem Tod auf.

Vielen Dank für die Erklärung!
Da haben wir dann Freimaurer und Nichtfreimaurer auf der Beerdigung.
Verstehen die Nichtfreimaurer, was die Freimaurer tun, oder erschließt sich der Sinn der Handlung den Nichtfreimaurern nicht?
Passiert bezüglich des Mitwirkens der Fm bei jedem Begräbnis das Gleiche, oder ist es individuell verschieden?
Was ist überhaupt anders?

Nicola
22.05.2008, 23:25
Also ich war gottseidank noch nicht auf einer freimaurerischen Beerdigung, deshalb weiß ich auch kaum mehr darüber.

Es stimmt, dass die Menschen in unserem Gedächtnis weiterleben. Und sie leben auch weiter in der Welt und den Werken, die sie hinterlassen haben (aber wir sind ja schon vom Thema hinaus :blush:)

oberon
23.05.2008, 01:44
Also erst einmal zur Begriffserklärung. Eine Trauerloge ist genau das, was der Name impliziert: Eine Gedenkfeier für verstorbene Brüder, keine Beerdigung.

Bei weitem nicht alle Brüder werden (oder wollen) ein freimaurerisches Zeremoniell bei ihrer Beerdigung. Wenn das nicht im Nachlass geregelt ist oder vorher schon bekannt war, ist es Sache der Angehörigen, ob sie dem zustimmn oder nicht.

Es gibt verschiedene Zeremonalien, die bei einer Beerdigung durchgeführt werden können. Der Umfang dürfte auch stark von der kirchlichen Bindung des Verstorbenen abhängen. Man sollte sich dabei keine Grablegung voller mystischer Handlungen wie bei einem Pharao vorstellen. In der Regel sind es ganz einfache Zeichen, die jedem Menschen etwas sagen können, oder zumindest jedem, der mal was über FM gelesen hat.

In meiner Loge kennen wir im Grunde nur die Kettenbildung (die Brüder fassen sivc an den Händen und umstehen das Grab und das Niederlegen der drei "Freimaurerrosen". Dazu spricht ein Bruder ein paar persönliche Worte.

Viele Grüße,

Thomas

Schwarzbär
23.05.2008, 06:19
Bei uns ist ein kurzes, aber beeindruckendes Zeremonial üblich, in dem der Stuhlmeister mit drei Schlägen auf den Sarg den Bruder aus der Kette der Hände entlässt. Die Witwe (so vorhanden) wird in die Kette genommen, vorher sparch ein Br. einen kurzen Nekrolog.

Kater
23.05.2008, 07:01
Bei uns ist ein kurzes, aber beeindruckendes Zeremonial üblich, in dem der Stuhlmeister mit drei Schlägen auf den Sarg den Bruder aus der Kette der Hände entlässt. Die Witwe (so vorhanden) wird in die Kette genommen, vorher sparch ein Br. einen kurzen Nekrolog.

Eine sehr schöne Geste!
Sie erinnert mich daran, daß es zu den menschlichen und sozialen Zielen der einstigen Bauhütten gehörte, sich der Witwen und Kinder der "Maurer" anzunehmen.


Wie sieht das denn praktisch aus? Ist das Aufnehmen der Witweh in die Kette nur ein tröstlicher, abschließender Akt, oder erhält die Loge die Beziehung
zu der Familie des Verstorbenen aufrecht?

Kater
23.05.2008, 07:11
Also erst einmal zur Begriffserklärung. Eine Trauerloge ist genau das, was der Name impliziert: Eine Gedenkfeier für verstorbene Brüder, keine Beerdigung.

Bei weitem nicht alle Brüder werden (oder wollen) ein freimaurerisches Zeremoniell bei ihrer Beerdigung. Wenn das nicht im Nachlass geregelt ist oder vorher schon bekannt war, ist es Sache der Angehörigen, ob sie dem zustimmn oder nicht.

Das hab ich jetzt so verstanden, daß zwei Trauerfeiern möglich sind.
Manchmal auf Wunsch die Beerdigung.

Immer die Trauerloge??
Darf die Familie des Verstorbenen an der Trauerloge teilnehmen, oder ist das ein Akt, der nur den Brüdern vorbehalten ist?

Wenn die Familie teilnehmen darf, die Trauerloge also einen begrenzt öffentlichen Charakter hätte, darf man vielleicht erfahren, was dort vor sich geht??


In meiner Loge kennen wir im Grunde nur die Kettenbildung (die Brüder fassen sivc an den Händen und umstehen das Grab und das Niederlegen der drei "Freimaurerrosen". Dazu spricht ein Bruder ein paar persönliche Worte.

Viele Grüße,

Thomas

Zu den Freimaurerrosen.
Darf ich hier fragen, welche Bedeutung sie haben, oder muß ich den Symbolthread finden, oder eröffnen?

Sind es Rosen von gleicher Farbe, müssen sie bestimmte Merkmale aufweisen?

Schwarzbär
23.05.2008, 07:15
Eine sehr schöne Geste!
Sie erinnert mich daran, daß es zu den menschlichen und sozialen Zielen der einstigen Bauhütten gehörte, sich der Witwen und Kinder der "Maurer" anzunehmen.


Wie sieht das denn praktisch aus? Ist das Aufnehmen der Witweh in die Kette nur ein tröstlicher, abschließender Akt, oder erhält die Loge die Beziehung
zu der Familie des Verstorbenen aufrecht?

Unsere Loge hält die Beziehung in jedem Fall aufrecht, falls die Witwe dies wünscht. Sie wird zu allen Gästeabenden und Logenabenden mit Schwestern eingeladen, außerdem existiert der so genannte Schwesternkreis, dem viele der Witwen angehören.

@Nicola: Du sagst, Du warst "gottseidank" noch nie auf einer frm. Trauerfeier gewesen. Aber glaube mir: Es ist ein einfacher und sehr schöner Akt, der mehr als pompösere Trauerfeiern der Hinterbleibenen hilft, mit dem Verlust umzugehen. Sie wissen, dass wir unsere i.d.e.O. gegangenen Brüder nicht vergessen.

Schwarzbär
23.05.2008, 07:25
Das hab ich jetzt so verstanden, daß zwei Trauerfeiern möglich sind.
Manchmal auf Wunsch die Beerdigung.

nein, so stimmt das nicht. Also: Die freimaurerische Trauerfeier wird je nach Wunsch des Verstorbenen vor oder nach der christlichen Trauerfeier vollzogen. Das hat mit der Trauerloge nichts zu tun.

Immer die Trauerloge??
Darf die Familie des Verstorbenen an der Trauerloge teilnehmen, oder ist das ein Akt, der nur den Brüdern vorbehalten ist?

Die Trauerloge wiederum ist eine Loge im ersten Grad und mit besonderem Ritual, die meist im November (jedenfalls bei uns) abgehalten wird. Hier gedenken wir der verstorbenen Brr. des vergangenen Logenjahres und des eigenen Todes. Da es sich um eine Logenarbeit handelt, ist sie nicht öffentlich.

Wenn die Familie teilnehmen darf, die Trauerloge also einen begrenzt öffentlichen Charakter hätte, darf man vielleicht erfahren, was dort vor sich geht??

Siehe oben.



Zu den Freimaurerrosen.
Darf ich hier fragen, welche Bedeutung sie haben, oder muß ich den Symbolthread finden, oder eröffnen?

Sind es Rosen von gleicher Farbe, müssen sie bestimmte Merkmale aufweisen?

Die drei Rosen haben die Farben Weiß, rosa, Dunkelrot. Sie stehen symbolisch für den Beginn des Lebens, den Lauf des Lebens, das Ende des Lebens. Sowohl bei der frm. Trauerfeier als auch der Trauerloge legen die drei Hammerführenden Beamten, der meister und die beiden Aufseher die Rosen auf den Sarg. Das geschieht mit je einem Sinnspruch:

Zu Haupt die sanft erglühende!

Die dunkle niederwärts!

Die weiße, hold erblühende, die leg ich dir aufs Herz!

(Anmerkung: da diese Sprüche Teil eines öffentlichen Rituals sind, habe ich kein Problem gesehen, sie hier einzustellen. Falls Du, lieber Oberon, das anders siehst, lösch sie bitte.)

oberon
23.05.2008, 13:51
Nein, kein Problem. Wie Du schon schreibst, sind diese Dinge öffentlich, und ich finde es gut so, offen darüber zu reden, damit keine Vorstellungen von geheimnisvollen Totenfeiern in den Köpfen entstehen.

Thomas

Moritz
23.05.2008, 14:46
Ich glaube, was Nicola meinte, als sie sagte sie wäre gottseidank noch auf keiner freimaurerischen Beerdigung gewesen, ist, dass es schöneres gibt als Menschen zu Grabe zu tragen.

Und ja, die Zeremonie ist beeindruckend. Und neben meiner Mutter standen auch mein Bruder und ich in der Kette um den Sarg. Und der Freundeskreis meiner Mutter setzt sich auch heute noch (19 Jahre später!)zu einem gewissen Teil aus Brüdern und Schwestern zusammen. Und auch ich habe noch Kontakt zu dem einen oder anderen Bruder.

Ich hatte nicht den Eindruck nicht zu verstehen, was da passiert ist. (Gleichwohl bin ich auch kein Maßstab, da ich ein Leben ohne Freimaurerei nicht kenne, mir also einiges an Symbolik bekannt war.) Aber auch die wenigen Nichtbrüder oder -schwestern auf der Trauerfeier haben gemerkt, dass hier auf eine besondere Art und Weise Abschied genommen wurde.

Nicola
23.05.2008, 17:28
@Nicola: Du sagst, Du warst "gottseidank" noch nie auf einer frm. Trauerfeier gewesen. Aber glaube mir: Es ist ein einfacher und sehr schöner Akt, der mehr als pompösere Trauerfeiern der Hinterbleibenen hilft, mit dem Verlust umzugehen. Sie wissen, dass wir unsere i.d.e.O. gegangenen Brüder nicht vergessen.

Schwarzbär, ich meinte, dass ich froh bin, dass ich noch nie den Tod eines Freimaurers miterleben musste...Ich habe schon öfters nur lobende Worte zu der Trauerloge gehört und glaube dir deshalb gerne.

Thread: verzeihung, dass ich Beerdigung und Trauerfeier durcheinander brachte. Ich dachte immer, daß wäre quasi das gleiche.

Chatzimichailidis
13.08.2008, 12:40
Meine Offene Frage lautet;
Warum wird man Freimaurer,wenn man nicht sicher ist ob man es auch bleibt.

Klar,man kann heiraten,und es stellt sich heraus das die Materie nicht stimmt,und dann scheidet man.
Aber man kann nicht mit der FM einfach scheiden,denn es ist kein materieller Bund,oder die bildung einer gemeinschaft.
Man geht in Der Fm einen Bund mit sich selbst ein,denn oberstes ziel der Fm ist eigentlich die Arbeit an sich selbst.
Und wer trotzdem gehen moechte,dann darf er es ja auch,bloss er muss sich im klaren sein,das er sich letztendlich selber aufgibt.
Folglich ist es sinnloss FM zu werden,wenn man sich nicht im klaren ist,und entschlossen ist,zukuenftig der koeniglichen Kunst nachzugehen,und an sich zu arbeiten.
Es ist wie eine schule,wo man ja auch hingeht um zu lernen,und da geht man ja auch nicht einfach.
FM ist was fuer entschlosse meiner meinung nach.Fuer wagemutige,die unendecktes terrain endecken wollen.Und das letzte Grosse Geheimniss auf dieser Welt,ist der Mensch selbst.

Sekretär
13.08.2008, 17:55
Meine Offene Frage lautet;
Warum wird man Freimaurer,wenn man nicht sicher ist ob man es auch bleibt.

Menschen verändern sich und es kann sich dabei auch die Einstellung zur FM ändern. Wir leisten zwar ein Versprechen, doch sind wir nicht brutal und verweigern einem Bruder in solchen Fällen den Austritt. Wir wollen ihn ja nicht brechen.

Es gibt noch andere Gründe für einen Austritt:
So kenne ich einen Bruder, der nach der Trennung von seiner Frau gedeckt hat. Er konnte sein durchaus gut begründetes und für alle nachvollziehbares Verhalten (Scheidung) nicht mit seinen Vorstellungen von FM vereinbaren. Die Brüder haben versucht, ihn zu halten und ihm bedeutet, dass die Scheidung nichts mit der FM zu tun habe. Er sah das anders und ist gegangen. Andere Brüder wiederum verlassen die Loge, um sich einer anderen Lehrart anzuschließen.

Klar,man kann heiraten,und es stellt sich heraus das die Materie nicht stimmt,und dann scheidet man.Ehem, ist die Ehe nicht auch ein Lebensbund? :hmmm:


Aber man kann nicht mit der FM einfach scheiden,denn es ist kein materieller Bund,oder die bildung einer gemeinschaft.
Ist die Ehe auch nicht. Im Idealfall ist sie mehr als ein Steuersparmodell.


Man geht in Der Fm einen Bund mit sich selbst ein,denn oberstes ziel der Fm ist eigentlich die Arbeit an sich selbst.
Hehre Worte in Zeiten des Glücks gesprochen, können in Zeit der Not zum Kreuz werden. Not heißt hier nicht Verfolgung, sondern eher Probleme wie die fehlende Akzeptanz der FM durch den Lebenspartner oder wenn der Bruder wie im oben geschilderten Fall sein öffentliches Leben nicht mehr mit der FM vereinbaren kann, mit dieser Spaltung innerlich nicht klarkommt und an der Spannung zu zerbrechen droht.


Und wer trotzdem gehen moechte,dann darf er es ja auch,bloss er muss sich im klaren sein,das er sich letztendlich selber aufgibt.
Tut er das? Vielleicht hat er sich auch gefunden und erkannt: "FM war ein Traum, aber nicht für mich." Dann hat er sich mit der Deckung nicht aufgegeben, sondern ist sich aus meiner Sicht näher gekommen. Außerdem ist so eine Entscheidung allein Sache des Bruders.

Folglich ist es sinnloss FM zu werden,wenn man sich nicht im klaren ist, und entschlossen ist,zukuenftig der koeniglichen Kunst nachzugehen,und an sich zu arbeiten.
Lass doch bitte diese absoluten Statements. Es gibt im Leben kein Schwarz-weiss, kein für immer und ewig, Es gibt das Versprechen, es zu versuchen. Aber niemand kann heute sagen, wie er in zehn Jahren denken und handeln wird. Ein Suchender weiss bei der Aufnahm in keinem Fall, ob er ein Leben lang dabeibleibt. Der Vorsatz ist da, sicher, aber wer weiss schon, was kommt...


Es ist wie eine schule,wo man ja auch hingeht um zu lernen,und da geht man ja auch nicht einfach.
Der Vergleich hinkt. Schule ist nicht freiwillig. Es gibt die Schulpflicht - ich bin mir sicher auch in Griechenland und da kann man nicht sagen "Ich gehe nicht mehr hin".


FM ist was fuer entschlosse meiner meinung nach.Fuer wagemutige,die unendecktes terrain endecken wollen.Und das letzte Grosse Geheimniss auf dieser Welt,ist der Mensch selbst.Ja, aber es gibt Brüder, die sind eine Zeit lang dabei und sehen dann: Das ist nichts für mich, das war ein Fehler. Manchmal ist wagemutiger einen Fehler einzugestehen und nach dieser Erkenntnis zu handeln, als den Fehler aus Bequemlichkeit immer weiter zu vollziehen. In solchen Fällen denke ich immer an den Spruch: Nur Dummköpfe ändern ihre Meinung niemals.

Grundsätzlich meine ich: Reisende soll man nicht aufhalten. Die Entscheidung, ob und wie jemand an sich arbeitet, trifft jeder für sich und nicht die Brüder. Ich bin schon froh, wenn ich meine Entscheidungen intensiv und verantwortungsvoll für mich vorbereite und treffe. Und ich maße mir nicht an, an den Gründen für eine ehrenvolle Deckung eines Bruder zu zweifeln oder es besser zu wissen als er. Wenn der Bruder decken will, kann ich mit ihm darüber sprechen und ihn nach den Gründen fragen. Wenn er sie mir nennen mag - schön. Wenn nicht - auch gut. Am Ende habe ich diese Entscheidung zu akzeptieren. Punkt, Ende der Veranstaltung.

Außerdem braucht man für die FM eine Art Begabung. Die Begabung fürs Rituelle, Sakrale und die Bereitschaft, die sogenannte Emergenz wirken zu lassen (Bitte bei wikipedia nachschauen). Diese Begabung ist nicht allen Menschen gegeben. Wenn die Suchenden das nicht wissen und es in den Vorgesprächen nicht erkannt wird, wird auch schon mal der falsche Mann aufgenommen. Sollte nicht sein, passiert aber immer mal wieder und ist sehr lehrreich für alle Beteiligten.

Stefan (der sich für die Länge ausdrücklich entschuldigt)

sucher
13.08.2008, 18:09
Stefan (der sich für die Länge ausdrücklich entschuldigt)

Hallo Stefan,

dafür musst du dich wirklich nicht entschuldigen!
Ich danke dir ehrlich für diese Worte.
Hat mir sehr viel gegeben.

liebe Grüsse, Tobi

Chatzimichailidis
23.08.2008, 14:47
Außerdem braucht man für die FM eine Art Begabung. Die Begabung fürs Rituelle, Sakrale und die Bereitschaft, die sogenannte Emergenz wirken zu lassen

Da muss ich wiedersprechen.
Man muss keine Besondere begabung haben.
Jeder kann FM werden.
Ok, wenn ein Mensch Geistig krank (Physisch) ist,so wird er aus verstaendlichen Gruenden kein Fm werden koennen,
aber das ist ein extrembeisbiel.

oberon
23.08.2008, 15:32
Begabung ist sicherlich ein unglücklicher Ausdruck, aber ich denke schon, dass ein Mensch, der mit Symbolen einfach gar nichts anfangen kann und Allegorien als Kommunikationsmittel albern findet, mit der Freimaurerei nichts anfangen kann. Für denjenigen kann die Loge nur ein gesellschaftlicher Verein sein, bei dem man Freunde trifft.

In der in einem anderen Thema genannten Dokumentation des MDR sagte ein Geschichtsprofessor dazu:
"Die Freimaurer sollten endlich ihre Logen öffnen und allen zeigen, dass sie ein ganz normaler Verein sind, bei dem man sich etwas verkleidet, weil Männer das gern machen."

Für so einen Menschen halte ich die Freimaurerei für ungeeignet. Aber ich empfinde es auch nicht als weiter schlimm. Da die FM nicht der einzige Weg zur geistigen Arbeit ist, müssen ihn auch nicht alle gehen (können).

Thomas

christoph
24.08.2008, 17:52
Lieber Thomas,

Deine Aussagen kann ich nur ganz dick unterstreichen!

Jumalia
24.08.2008, 22:11
Begabung ist sicherlich ein unglücklicher Ausdruck, aber ich denke schon, dass ein Mensch, der mit Symbolen einfach gar nichts anfangen kann und Allegorien als Kommunikationsmittel albern findet, mit der Freimaurerei nichts anfangen kann. Für denjenigen kann die Loge nur ein gesellschaftlicher Verein sein, bei dem man Freunde trifft.

In der in einem anderen Thema genannten Dokumentation des MDR sagte ein Geschichtsprofessor dazu:
"Die Freimaurer sollten endlich ihre Logen öffnen und allen zeigen, dass sie ein ganz normaler Verein sind, bei dem man sich etwas verkleidet, weil Männer das gern machen."

Für so einen Menschen halte ich die Freimaurerei für ungeeignet. Aber ich empfinde es auch nicht als weiter schlimm. Da die FM nicht der einzige Weg zur geistigen Arbeit ist, müssen ihn auch nicht alle gehen (können).

Thomas

Ich denke man könnte schon zufrieden sein, wenn die Vorurteile gegen die Freimaurerei bereinigt werden könnten.

Gerade heute hörte, ich wieder die wildesten Geschichten, von wegen "Sekte". Als ich die Sache hinterfragte stellte sich heraus, daß die Leute eigentlich gar nichts über die Freimaurer wissen.

Sie konnten kein einziges vernümpftiges Argument bringen, hatten nie ein Buch darüber gelesen, kannten keinen FM, aber laberten von Sekte.:bruce:

Äh da gehen sogar mir die Nackenhaare hoch!

LG.Jumalia

sucher
25.08.2008, 08:13
Äh da gehen sogar mir die Nackenhaare hoch!

LG.Jumalia

Ich sehe das etwas differenzierter und harmloser. Einfach weil auch ich vor gut 2 Jahren noch absolut nichts von den wahren Inhalten der FM ahnte. Sicher hielt ich sie nicht für eine Sekte, aber außer dem was in einigen schlecht gemachten Dokus zu sehen war und in einigen, nach meinem heutigen Wissen, absolut nichts mit der Wahrheit zu tun habenden Spielfilmen, wußte ich nichts wirklich richtiges.

Deshalb bringe ich da schon etwas Verständis auf wenn ich auf Unwissenheit stoße. Eben weil ich da noch immer mich selbst sehe.

Schwierig wird es dann in der Tat, und das nicht nur bei "Geschichten" um die FM, wenn MItmenschen dann so absolut in ihren Diskussionen auf ihrem falschen Wissen beharren.

liebe Grüße, Tobi

steinmetz
25.08.2008, 10:16
Jeder kann FM werden.

Ganz bestimmt nicht!
Fanatische, fundamentalistische und rassistische Menschen haben keinen Zutritt zur FM.
Auch Menschen die mit Symbolen, Traditionen nichts anfangen können und die nicht verschwiegen sein können und die die in der FM nur ein netten Herrenverein sehen, oder einfach nur ein Hobby, oder solche die FM werden wollen in der Erwartung beruflich einen Vorteil zu ergattern, haben in der FM auch nichts zu suchen.
FM ist nicht für jeden gedacht und dies ist auch gut so.
Man muss sich schon gut überlegen ob man FM sein möchte und die Brüder sollten dies auch ganz genau prüfen.

Sternenhimmel
25.08.2008, 11:30
Hallo Steinmetz,

deine Grundaussage ist schon richtig, trotzdem ist der Kern, "Jeder kann FM werden" richtig. Denn die von dir genannten Argumente schließen sich meistens selbst aus in der FM. Wenn also jemand einen inneren Zugang zu FM hat, kann dieser in der Regel auch FM werden. Selbst solche, die sich einen beruflichen Vorteil erhoffen. Doch werden diese bald eines besseren belehrt, entweder sie decken oder sie bekommen eine andere Sichtweise.

Sekretär
25.08.2008, 12:10
Hallo Steinmetz,

deine Grundaussage ist schon richtig, trotzdem ist der Kern, "Jeder kann FM werden" richtig.

Vielleicht: Jeder kann der FM beitreten, ob er am Ende ein FM sein wird, liegt an ihm und (provokativ!) seinen wie auch immer gearteten Begabungen dazu.

Stefan

Sternenhimmel
25.08.2008, 20:15
Hallo Stefan,

ich habe hier ein Zitat aus den Seiten der Großloge der 3wk.

Bei einem öffentlichen Abend in Luckau sagte ein Versicherungsvertreter: Wenn ich von Ihren hehren Zielen höre, die ich befolgen soll, muss ich meinen Beruf wechseln. Es wurde ihm folgende Antwort gegeben: Wenn Sie bisher jeden Ihrer Kunden beschissen haben und es in Zukunft nur bei jedem zweiten tun, hat die Freimaurerei bereits erste Wirkung gezeigt.