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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die FM und der Glaube


<NL>
25.01.2008, 12:34
Hallo liebe Forengemeinde,


Ich möchte Euch gerne mal fragen, wie es
mit der Freimaurerei und dem Glauben ist.

Hat man eine Chance, Freimaurer zu werden,
wenn man keinem Glauben angehört?

Sagen wir mal, man hatte keine Kommunion etc.
und gehört keiner Kirche an. Macht das Probleme?
Soweit ich weiss, nicht - aber darüber möchte ich
mich hier doch mal genauer informieren, man
kommt doch leicht durcheinander wenn man sich
im Internet soviel durchliest.

Wobei ich sagen muss, "keinem Glauben angehören"
würde auf mich nicht direkt zutreffen, ich würde
eher sagen, ich bin "Suchende".
Was ich weiss, ein bisschen Glauben sollte man schon
haben, da es dadurch dann in einer Loge einfacher
ist.
Falls ich mich da nun auch irre, bitte ich
um Korrektur:angel: .


Das wäre dann mal meine Frage, die mich schon eine
Weile beschäftigt.

Liebe Grüße und ein großes Danke schonmal im Voraus,

<NL>

Skimble
25.01.2008, 12:49
Prinzipiel reicht es wenn man an "etwas" glaub. Ob dieses etwas nun Gott, Alah (sollte das falsch geschrieben sein bitte ich um berichtigung) oder Buda heist oder agr keinen namen hat ist eigentlich egal. In den Logen der FO ist es meines wissen´s nach von nöten christ zu sein (sollte ich mich hier irren bite ich um berichtigung)

Gruß Skimble

Sekretär
25.01.2008, 13:20
Prinzipiel reicht es wenn man an "etwas" glaub. Ob dieses etwas nun Gott, Alah (sollte das falsch geschrieben sein bitte ich um berichtigung) oder Buda heist oder agr keinen namen hat ist eigentlich egal. In den Logen der FO ist es meines wissen´s nach von nöten christ zu sein (sollte ich mich hier irren bite ich um berichtigung)

Gruß Skimble

Der Galube an eine höhere Instanz, die unser Leben beeinflusst, ist meines Wissens bei allen Lehrarten nötig.

Ob durch diese Instanz durch Beispiel (Buddah), Eingreifen (wie es manche dem Christlich/jüdischen/islamisch Gott zuschreiben) oder das Schaffen einer Grundordnung (Christlich/jüdisch/islamisch) wirkt, ist dabei egal. Auch die Vorstellungen Naturreligionen des Schamanismus und auch der Pantheismus (Das göttliche Prinzip manifestiert sich in allen Teile der Natur, den Lebendigen wie Pflanzen und Tieren und den unbelebten wie Landschaft, Steine etc.) sind möglich. Kurz: Jeder Glaube an "das Mehr" über uns ist akzeptiert.

Richtig ist, dass die FO-Logen bei der Aufnahme die Bedingung stellen, dass der Suchende sich zur christlichen Lehre bekennt, wie sie in der Bergpredigt niedergelegt ist. Ein konfessionelles Bekenntnis oder die Zugehörigkeit zu einer Kirche (also die dogmatische Festlegung auf Glaubensinhalte) wird ausdrücklich nicht verlangt.

Gruß
Stefan

<NL>
26.01.2008, 15:08
Hallo,

Ich danke Euch für die Antworten.

Nun, eine Frage zu den FO-Logen tut sich da bei mir auf.
Das sind ja nicht generell alle, oder wie kann man sich
das nun genauer vorstellen?
Sind das nur bestimmte?

Und es ist also auch nicht so wichtig, wie stark der Glaube
an "das Mehr" ist, hauptsache man glaubt überhaupt ?
Tut mir leid, falls meine Fragen etwas "dämlich" gestellt
sind .. :angel:


Liebe Grüße,


<NL>

christoph
26.01.2008, 16:49
Hallo,

Ich danke Euch für die Antworten.

Nun, eine Frage zu den FO-Logen tut sich da bei mir auf.
Das sind ja nicht generell alle, oder wie kann man sich
das nun genauer vorstellen?
Sind das nur bestimmte?

Und es ist also auch nicht so wichtig, wie stark der Glaube
an "das Mehr" ist, hauptsache man glaubt überhaupt ?
Tut mir leid, falls meine Fragen etwas "dämlich" gestellt
sind .. :angel:


Liebe Grüße,


<NL>

Lieber NL,

auch in der Freimaurerei wird gerne Fachjargon mit vielen Abkürzungen, die für "Laien" unverständlich sind, verwendet.

Also: in diesem Zusammenhang ist FO die Abkürzung für Freimaurerorden, was wiederum im Jargon die "Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland - Freimaurerorden" bezeichnet.

Wenn Sie sich die Homepage der VGLvD anschauen, werden Sie sehen, dass der FO :yes::angel: eine der 5 Großlogen in Deutschland ist. Sie gehört zum sogenannten Schwedischen System und fordert von ihren Mitgliedern das Bekenntnis zu Christentum (aber nicht die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche !!).

Für weitere Fragen zu den verschiedenen Lehrarten empfehle ich, sich direkt mit den entsprechenden Logen vor Ort in Verbindung zu setzen.

Adressen z. B. hier in diesem Forum erhältlich über PN an die Moderatoren. Ich empfehle dabei meinen lieben Ordensbruder Thomas (oberon). Der kann das viel besser als ich:yes:.

Viel Erfolg!

Hammurapi
28.01.2008, 21:07
Hallo Christoph,

ich würde den Ausdruck Glaube vielleicht gegen die Vermutung, dass es ein höheres Wesen gibt ersetzen wollen.

Wer Teil einer Religionsgemeinschaft ist verlässt sich mehr oder weniger darauf, dass die Lehre dieser Religion im vollen Umfang zutreffend ist. Bildlich gesprochen nimmt mann eine Schablone an, die von Außen, oft in der Kindheit, an einen herangetragen wird.

Egal ob und welcher Religion man angehört, und so meine ich sehen es die FM auch, gilt: "Die Mauern zwischen den Konfessionen reichen nicht in den Himmel"

Grüße,
Hammurapi

christoph
28.01.2008, 21:29
Hallo Christoph,

ich würde den Ausdruck Glaube vielleicht gegen die Vermutung, dass es ein höheres Wesen gibt ersetzen wollen.

Wer Teil einer Religionsgemeinschaft ist verlässt sich mehr oder weniger darauf, dass die Lehre dieser Religion im vollen Umfang zutreffend ist. Bildlich gesprochen nimmt mann eine Schablone an, die von Außen, oft in der Kindheit, an einen herangetragen wird.

Egal ob und welcher Religion man angehört, und so meine ich sehen es die FM auch, gilt: "Die Mauern zwischen den Konfessionen reichen nicht in den Himmel"

Grüße,
Hammurapi

Völlig dàccor!!:yes:

oberon
20.04.2008, 13:44
Und es ist also auch nicht so wichtig, wie stark der Glaube
an "das Mehr" ist, hauptsache man glaubt überhaupt ?
Tut mir leid, falls meine Fragen etwas "dämlich" gestellt
sind .. :angel:


Wer könnte ermessen, wie stark ein Glaube ist? Selbst bei Jesus Christus gab es Phasen in denen er zweifelte oder mit seinem Glauben haderte.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die ihren Glauben als besonders stark bezeichnen meist am wenigsten verstanden haben.

Auch wenn der persönliche Glaube in den verschiedenen Großlogen unterschiedlich behandelt wird, ist eines bei allen Großlogen gleich. Niemand versucht Einfluss auf den persönlichen Glauben zu nehmen und versucht ihn zu verändern. Dies ist alles Privatsache des Bruders, nur dass ein Glaube da ist, wird von den Logen vorausgesetzt; bei der GLL mit der Einschränkung, dass auch ein christliches Bekenntnis vorhanden sein muss.

Viele Grüße,

Thomas

Ismael
30.04.2008, 16:31
Wer könnte ermessen, wie stark ein Glaube ist? Selbst bei Jesus Christus gab es Phasen in denen er zweifelte oder mit seinem Glauben haderte.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die ihren Glauben als besonders stark bezeichnen meist am wenigsten verstanden haben.

Auch wenn der persönliche Glaube in den verschiedenen Großlogen unterschiedlich behandelt wird, ist eines bei allen Großlogen gleich. Niemand versucht Einfluss auf den persönlichen Glauben zu nehmen und versucht ihn zu verändern. Dies ist alles Privatsache des Bruders, nur dass ein Glaube da ist, wird von den Logen vorausgesetzt; bei der GLL mit der Einschränkung, dass auch ein christliches Bekenntnis vorhanden sein muss.

Viele Grüße,

Thomas

Die Gretchenfrage

GRETCHEN: ... Glaubst du an Gott?
FAUST: Mein Liebchen, wer darf sagen:
Ich glaub an Gott!
Magst Priester oder Weise fragen,
Und ihre Antwort scheint nur Spott
Über den Frager zu sein.
GRETCHEN: So glaubst du nicht?
FAUST: Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!
Wer darf ihn nennen
Und wer bekennen:
Ich glaub' ihn.
Wer empfinden
Und sich überwinden
Zu sagen: ich glaub ihn nicht!
Der Allumfasser,
Der Allerhalter,
Faßt und erhält er nicht
Dich, mich, sich selbst?
Wölbt sich der Himmel nicht dadroben?
Liegt die Erde nicht hierunten fest?
Und steigen freundlich blickend
Ewige Sterne nicht herauf?
Schau ich nicht Aug in Auge dir,
Und drängt nicht alles
Nach Haupt und Herzen dir
Und webt in ewigem Geheimnis
Unsichtbar-sichtbar neben dir?
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
Nenn es dann, wie du willst:
Nenns Glück! Herz! Liebe! Gott!
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles;
Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsglut.
GRETCHEN: Das ist alles recht schön und gut;
Ungefähr sagt das der Pfarrer auch,
Nur mit ein bißchen andern Worten.
FAUST: Es sagens allerorten
Alle Herzen unter dem himmlischen Tage,
Jedes in seiner Sprache:
Warum nicht ich in der meinen?
- aus Faust I, Zeilen 3426-3465


Viel mir sofort beim lesen dieses Threats ein. Und ich persönlich finde, ähnlich Oberon, das man Glauben bzw Nichtglaube nicht bemessen kann, aufgrund der Tatsache meine ich, wenn ein Glauben vorhanden ist oder bzw nicht ist, so sollte dieses die Grundlage dafür sein, einer Loge beizutretten oder auch nicht, nicht eine nicht quantitativ festlegbare Menge an Glauben, da wären wohl die Unterschiede des Bemessens zu gross.Denn was wäre dann genug und was nicht.

Viele Grüße und Spaß beim lesen

wünscht Jan

annnemarie
30.04.2008, 19:29
Liebe Brüder,
ich hätte da eine kurze Frage zur Bergpredigt, muss aber auch im Vorfeld sagen, dass ich was die Religionswissenschaften betrifft, nicht sehr bewandert bin.

Tatsache ist ja nun einmal, dass niemand damals direkt und Wort für Wort aufschrieb was Jesus sprach. Es wurde erst Jahre später verfasst und so gibt es unterschiedliche Ausführungen der Bergpredigt.

Geht es somit bei dem FO um die Bergpredigt im Allgemeinen? Oder wird Wert auf einer der, ich nenne es einmal, Interpretationen gelegt?
Soweit ich weiß (sicher bin ich mir aber im Moment nicht), unterscheiden sich nicht nur die Worte, sondern auch die Inhalte bei den Evangelien.

Grüsse
Annnemarie

oberon
30.04.2008, 19:53
Die Ansicht über den Glauben beim FO sollte man nicht auf die Bergpredigt reduzieren. Diese Aussage ist eher so etwas wie ein "schneller Leitfaden zum Verständnis". Gemäß der Ordensregel der GLLFvD heißt es genauer:

Die Lehrart der Großen Landesloge ist auf das Christentum gegründet. Unter Christentum ist aber nicht die Zusammenfassung bestimmter Glaubensartikel zu verstehen, sondern die alleinige Lehre Jesu Christi, wie sie in der Heiligen Schrift enthalten ist.

So das Zitat aus der Ordensregel.

Thomas

annnemarie
30.04.2008, 21:21
Danke, lieber Thomas für die Antwort. Jetzt ist es mir klarer und trifft auch die Erkenntnis, die ich hatte als ich anfing mich mit der Freimaurerei zu beschäftigen.

Wie unschwerlich meinen Worten zu entnehmen ist, bin ich eine "Suchende".
Und an dieser Stelle möchte ich mich natürlich recht herzlich nochmals für dieses nette Forum und den Brüdern bedanken. Ganz voran natürlich auch für den netten Umgangston, der hier herrscht. Das hat Seltenheitswert und zeichnet meines Erachtens aber genau die Geisteshaltung der Brüder aus.

Was mich persönlich außerdem sehr freut ist, dass ich als Frau in einem Männerbund als Aussehenstehende akzeptiert werde. Mit einer der Feststellungen die ich immer wieder machte, lernte ich einen Freimaurer kennen. Ob in diesem Forum oder auf privater Ebene. Der Gedankenaustausch, die damit verbundene Höflichkeit, Achtung und Offenheit hat von Anbegin mein Herz berührt. :)

Was ich noch feststellte ist, dass wenn man beginnt sich als Aussenstehender mit der Freimaurerei zu beschäftigen zuerst einmal vor einer Art Wand mit den tausend Fragezeichen befindet. Es bedarf manchmal nur einer Frage und einer Antwort und man läuft durch diese Wand als wäre sie "Butter". Bis zur Nächsten und man stellt fest, dass die "Wand mit den Fragezeichen" oftmals diejenige ist, die man sich im Geiste selbst erschaffen hat.

Vielen Dank an dieser Stelle.

Annemarie

P.S. ich würde gerne in diesem Zusammenhang, die Schleife zurück finden zu Jesus Christus. Bin mir aber nicht sicher, ob dies angebracht ist. Es gibt viel Unsicherheit von Seiten der Profanen zur Freimaurerei. Eines kann ich an dieser Stelle aber öffentlich sagen. Meines Erachtens ist die Freimaurerei eines der wichtigsten und bereichernsten Stömungen in unserem geselschaftlich sozialem Gefüge und das seit Jahrhunderten.

Sternenhimmel
01.05.2008, 11:29
Liebe Annemarie,

ich denke, dass die Mehrzahl der Menschen einen Glauben hat. Dieser muss sich nicht unbedingt in einer bestimmten Religion zeigen. Der Glaube an einem Wesen, Instanz ect. setzt voraus, dass man nicht alles rational erklären kann, manche Dinge aber doch akzeptiert. Ich zähle dazu z.B. Liebe. Diese ist nicht rational erklärbar. Wer also ehrlich liebt, sei es Freunde, Familie, Brüder ect., ohne zielgerichteten Grund, hat einen Glauben. Jemand der keinen Glauben hat, wird meiner Meinung nach auch nie richtig Liebe empfinden. Aus diesem Grund spielt für mich die Konfession keine so wichtige Rolle. Denn die Zugehörigkeit einer Religion allein kann nicht die Stärke des Glaubens messen. Sollte dies der Fall sein, so müssten Fundamentalisten die besseren Freimaurer sein, was ich nicht so sehe.



Liebe Grüße

annnemarie
01.05.2008, 13:53
Lieber Sternenhimmel,
da gebe ich dir Recht. Beschäftigt man sich mal mit Geschichte, sieht man ja auch, dass der Mensch immer an etwas glaubte und meist an das was über ihm liegt. An etwas Höheres. Leider führte es auch immer dazu, dass die Menschen anfingen sich darüber zu streiten, wer nun an wen glaubt und was das richtige ist. Es scheint doch auch, dass der Mensch seinen Glauben "einpacken" muss in etwas greifbares, bildliches, symbolisches. Egal wo man hinsieht auf diesem Planeten. Es ist überall so.
Bemerkenswert ist auch, dass die die glauben, sich grundsätzlich deswegen andauernd die Köppe einschlugen und sich fürchterlich intollerant verhielten. Drückt man es mal ganz banal aus. Es kommt einer an und verkündet eine Art Regeln. Man soll sich lieben, sich nicht töten, einander ehren, miteinander teilen, etc.. Und was passiert im Laufe der Geschichte? Die Menscheit tut genau das Gegenteil.

Lieben Gruss
Annemarie

Loewenstein
03.05.2008, 23:48
Was ich noch feststellte ist, dass wenn man beginnt sich als Aussenstehender mit der Freimaurerei zu beschäftigen zuerst einmal vor einer Art Wand mit den tausend Fragezeichen befindet. Es bedarf manchmal nur einer Frage und einer Antwort und man läuft durch diese Wand als wäre sie "Butter". Bis zur Nächsten und man stellt fest, dass die "Wand mit den Fragezeichen" oftmals diejenige ist, die man sich im Geiste selbst erschaffen hat.
Das finde ich sehr schön gesagt!
.L.

annnemarie
04.05.2008, 01:34
Oh danke :))

Es ist aber tatsächlich so, dass man vielen Dingen im Leben mehr Bedeutung gibt als sie wirklich haben. Schnell wird interpretiert anstatt mal richtig hingesehen oder zugehört.
Das ganze lässt sich sogar psychologisch erklären. C.G. Jung war glaube ich diesbezüglich recht gut. Bin mir aber nicht ganz sicher. Er war aber zumindest der Vorreiter weiterer Erkenntnisse, die es heute gibt.

Unser Alltags- oder Wachbewusstsein auch analytischer Verstand genannt ist sehr interpretierfreudig. Alles was wir wahrnehmen wird gedanklich analysiert und passend in Schubladen gesteckt.
Unser Unterbewusstsein hingegen ist diesbezüglicher einfacher "gestrickt". Es nimmt auf, kann aber nicht analysieren. Daher werden manche Dinge einfach nur beschrieben mit, "vom Gefühl her" oder "ich habe das Gefühl das". Beschreibe mal einer z.B. Liebe oder noch schwieriger "was ist Seele?"

Das eigendlich geniale ist, ist dass unser Unterbewusstsein mit dem korrespondiert was C.G. Jung damals mit der Weltseele definierte. Diesbezüglich gibt es recht viel interessante Studien.
Die Princeton University z.B. erforscht seit Jahren das menschliche Bewusstsein und entdeckte durch Zufall und den sogenannten "black boxes", dass sie ein allgemeines Bewusstsein vieler sogar messen kann.

Ähnliche Studien machte auch Rupert Sheldrake und definierte die Bezeichnung "morphogenetisches Feld" und "Morphogenetik".

So scheint es, dass es eine Seite in uns gibt, die sich mit allem verbindet bzw. über das Unterbewusstsein sich mit einem Gesamtbewusstsein verbindet, während die andere Seite immer fleissig analysiert und einordnet und diese Tatsache wohl nicht so richtig wahrhaben will.

Ich lernte bisher einige Leute kennen, die damals alle zur gleichen Zeit in Thailand waren. Sie hatten auch alle zur gleichen Zeit "das Gefühl", nach Hause zu wollen oder woanders hin. Einige wollten einfach nur weg und hatten keine Lust mehr da zu sein wo sie waren. Sie taten es auch und gehören heute so nicht zu den Opfern des Tsumamies in Asien an Weihnachten, vor wenigen Jahren.
Übrigens gehörte nicht ein eniziges Tier zu den Opfern. Sie sind alle Tage zuvor ins Landesinnere gewandert. Gemeinsam und intuitiv.

Annemarie

Ahura Mazda
04.05.2008, 08:54
...

So scheint es, dass es eine Seite in uns gibt, die sich mit allem verbindet bzw. über das Unterbewusstsein sich mit einem Gesamtbewusstsein verbindet, während die andere Seite immer fleissig analysiert und einordnet und diese Tatsache wohl nicht so richtig wahrhaben will.


Es gibt auch Menschen welche diese unterbewussten Vorgänge sehr wohl auch auf analytischem Wege wahrhaben wollen.
Einer davon war der von Ihnen benannte C.G. Jung.
Ich persönlich z.B. versuche analytisch an diese unterbewussten Vorgänge heranzugehen.
Ich möchte bewusst erkennen welchen Schematischen Vorgänge es sind die da ablaufen, das Muster erkennen, das Ding an sich werden wir nicht erfassen, aber ein Abbild des Musters schaffen.
C.G. Jungs Abbild ist wohl eines der erschöpflichsten.
Es ist schwierig analytisch an einer solchen Sache dranzubleiben da es in den Berreich übersinnlich abdriftet, also sinnlich (mit unseren Sinnen) nicht erfassbar.
Der Analytische Denker sagt nun dies fällt in den Bereich Fiktion da keine Beweise vorhanden.
Doch wie genau sieht ein wissenschaftlicher Beweis aus, es wird eine Theorie zu einem Naturphänomen gebildet, verschieden Versuchsreihen welche auf Basis dieser Theorie arbeiten, sollten nun alle Versuchsreihen eine Bestätigung der Theorie darstellen kommt es zur Anerkennung der Theorie in der Fachwelt.
Was haben wir dann ein Dogma, es wird uns von der Fachwelt erklärt wie die Welt funktioniert und wir haben dieses zu übernehmen.
Früher war es Gott welcher die Gestirne leitete und heute?
Es ist eigentlich noch nicht einmal möglich einen echten Beweis für etwas real existierenden zu erbringen.
Ich finde es traurig wie weit sich unsere Gesellschaft aufgespaltet hat in gläubige Religionsmenschen und so genannten Atheisten, welche letzendlich der Religion Analytik anhängen (seltsam erscheint mir hier, weshalb sich die Analytik so selten mit dem eigenen Analysemechanismus beschäftigen möchte*).
Man möchte immer mehr das Spirituelle und das Verstandesmäßige zu trennen versuchen anstatt das eine mit dem anderen zu verbinden.
Was beide verbindet ist das noch bestehende Unvermögen die Realität darzustellen, so sollte man sich doch möglichst seine eigene Scheinwelt aus sämtliche Aspekten des uns gegebenen erbauen und sich nicht durch eine Dogma begrenzen lassen.

*würde sich das Analytische Denken mehr mit sich selber beschäftigen, würde hierbei auch die eigene Begrenztheit zum Vorschein kommen.
Wie nennen wir dann diesen Bereich Übersinnlich?

Eine Vorstellung vom nicht FM

Gruß Andreas

annnemarie
04.05.2008, 11:08
Ich persönlich z.B. versuche analytisch an diese unterbewussten Vorgänge heranzugehen.
Ich möchte bewusst erkennen welchen Schematischen Vorgänge es sind die da ablaufen, das Muster erkennen, das Ding an sich werden wir nicht erfassen, aber ein Abbild des Musters schaffen.

Ich denke wir beide beschäftigen uns mit der gleichen Thematik.


*würde sich das Analytische Denken mehr mit sich selber beschäftigen, würde hierbei auch die eigene Begrenztheit zum Vorschein kommen.
Wie nennen wir dann diesen Bereich Übersinnlich?

Ja! Übersinnlich ist eine ältere Wortschöpfung, die noch vielmals verwendet wird. Im modernen Sprachgebrauch spricht man von paranormal. Und denken wir weiter erkennen wir auch, dass wir in diesem Bereich Promleme mit der passenden Wortschöpfung haben.

Wie Sie schrieben, werden vieles was wissenschaftlich erklärt wird mit einem Dogma belegt. Nach dem Motto, so ist es und nicht anders.
In den Bereichen des Paranormalen ist es nicht ganz so, da einiges zwar belegt ist, dass es funktioniert aber nicht erklärt werden kann wie es funktioniert.

Würden wir es wissen und könnten es sehen, was hätten wir dann entdeckt? Wahrscheinlich eine Realität die sämtliche Glaubensmuster, Weltbilder, Dogmen, etc. zum Einsturz bringt. Vielleicht auch etwas was dann keinen Grund mehr bietet um Macht damit auszuüben. Weil es vielleicht gigantischer ist als wir?
Das was wir aller Wahrscheinlichkeit nach finden würden wäre die absolute Wahrheit.

Lieben Gruß

Annemarie

oberon
04.05.2008, 12:00
Man möchte immer mehr das Spirituelle und das Verstandesmäßige zu trennen versuchen anstatt das eine mit dem anderen zu verbinden.

Ich finde diesen Prozess eigentlich gar nicht verwunderlich. Die Religion hat der Seelenanalyse ein paar Tausend Jahre voraus. Das verstandesmäßige Erfassen und Zerteilen der Geisteswelt steckt also gerade mitten in seiner Pubertät. Und da sucht man normalerweise das Trennende, nicht das Verbindende zu den Eltern. Man probiert aus, man lotet Grenzen aus, man trotzt, man protestiert, man setzt Zeichen.

Letztendlich nähert man sich aber doch wieder dem an, aus dem man hervorgekommen ist. Glaube und Vernunft schließen sich ja nicht aus. Im Gegenteil, nur mit Vernunft kann Glaube zum Segen werden. Glaube ohne Vernunft führt zu Fanatismus. Vernunft ohne Glaube führt zu einer erbarmungslosen Leistungsgesellschaft, in der der Mensch entmenschlicht wird.

Passend finde ich dazu einen Passus aus der alten Version der Ordensregel der GLLFvD, die von 1914 bis 1973 gültig war:

Der Orden betrachtet den Glauben an Gott, den er unter dem Bilde des Großen Baumeisters der ganzen Welt verehrt, an die Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen und an die Unsterblichkeit der Seele als Forderung der Vernunft, ohne welche seine Lehr- und Übungsweise nicht wirksam werden kann.

Thomas

annnemarie
04.05.2008, 12:37
Ich finde diesen Prozess eigentlich gar nicht verwunderlich. Die Religion hat der Seelenanalyse ein paar Tausend Jahre voraus. Das verstandesmäßige Erfassen und Zerteilen der Geisteswelt steckt also gerade mitten in seiner Pubertät. Und da sucht man normalerweise das Trennende, nicht das Verbindende zu den Eltern. Man probiert aus, man lotet Grenzen aus, man trotzt, man protestiert, man setzt Zeichen.

Letztendlich nähert man sich aber doch wieder dem an, aus dem man hervorgekommen ist. Glaube und Vernunft schließen sich ja nicht aus. Im Gegenteil, nur mit Vernunft kann Glaube zum Segen werden. Glaube ohne Vernunft führt zu Fanatismus. Vernunft ohne Glaube führt zu einer erbarmungslosen Leistungsgesellschaft, in der der Mensch entmenschlicht wird.

Aus einem anderen Betrachtungswinkel heraus könnte man sagen, dass aus einem Ursprung heraus sich die Dinge erst einmal teilen um sich dann später wieder zu verbinden. Jedoch in einer anderen Form. Betrachtet man die ganze Bandbreite erkennt man Entwicklung.

Passend finde ich dazu einen Passus aus der alten Version der Ordensregel der GLLFvD, die von 1914 bis 1973 gültig war:


Hat dieser Passus seine Gültigkeit verloren oder wurde er durch eine bessere Definition ersetzt?

Annemarie

oberon
04.05.2008, 13:12
Hat dieser Passus seine Gültigkeit verloren oder wurde er durch eine bessere Definition ersetzt?


Nein, sie hat ihre Gültigkeit nicht verloren. Sie ist durch eine neuere Version ersetzt worden. Ob diese besser ist, ist Geschmacksache. Ich bevorzuge die ältere Version, da sie in vielen Punkten klarer und eindeutiger ist. Aber das ist meine persönliche Meinung.

Thomas

annnemarie
04.05.2008, 13:25
Gerne würde ich ja jetzt wissen wie diese Regel denn heute lautet. Da es sich aber um eine Ordensregel handelt und ich kein Ordensmitgleid bin, gehe ich mal davon aus, das Du mir das in einem öffentlichen Forum nicht sagen kannst. Oder?

Annemarie

oberon
04.05.2008, 13:35
Generell kann ich das schon. Die Ordensregel steht auf dem Mitgliedsantrag und wird somit regelmäßig Nicht-Mitgliedern zugänglich gemacht.

Aber ich halte das für zu speziell für dieses Forum. Ich schreibe Dir eine PN.

Viele Grüße,

Thomas

Ahura Mazda
04.05.2008, 14:54
Aus einem anderen Betrachtungswinkel heraus könnte man sagen, dass aus einem Ursprung heraus sich die Dinge erst einmal teilen um sich dann später wieder zu verbinden. Jedoch in einer anderen Form. Betrachtet man die ganze Bandbreite erkennt man Entwicklung.
...

Annemarie


Jetzt wirds vielleicht wieder unverständlich.

Wir können nichts hinzufügen wir können nichts wegnehmen, wir können nur formen.
Nur die Entwicklung des Tonklumpen zum Kunstwerk obliegt uns.
Es bleibt Ton.

Gruß Andreas

annnemarie
05.05.2008, 20:07
Lieber Andreas,
nein unverständlich finde ich es nicht.
Ich gehe gerne noch einen Schritt weiter und denke, dass es im ganzen Entwicklungsprozess auf die Zeit bezogen, zwei Dine gibt.
Die einen sind die Konstanten, die unweigerlich gegeben und unveränderbar sind. Das andere sind die Variablen. Sie sind veränderbar oder zeigen die Möglichkeit des Veränderns, des freien Willens, der eigenen Entscheidung.

Gruss

Annemarie

Ahura Mazda
05.05.2008, 20:21
Lieber Andreas,
nein unverständlich finde ich es nicht.
Ich gehe gerne noch einen Schritt weiter und denke, dass es im ganzen Entwicklungsprozess auf die Zeit bezogen, zwei Dine gibt.
Die einen sind die Konstanten, die unweigerlich gegeben und unveränderbar sind. Das andere sind die Variablen. Sie sind veränderbar oder zeigen die Möglichkeit des Veränderns, des freien Willens, der eigenen Entscheidung.

Gruss

Annemarie

Welches wären die Konstanten?

Gruß Andreas

annnemarie
10.05.2008, 12:11
Lieber Andreas,
bitte entschuldigen Sie, dass ich mich erst jetzt melde. Ich war die ganze Woche beruflich unterwegs.
Ihre Frage finde ich persönlich sehr gut, zumal sie mich zum Weiterdenken brachte. Ich befürchte nur, dass wenn wir diese Thematik hier in diesem Forum weiterführen am eigendlichen Thema der Freimauerei vorbeireden.

Doch kurz zu den Kontanten auf der Zeitlinie und um nicht am Thema dieses Threads vorbei zu diskutieren:
Jesus Christus und sein Erscheinen wäre Beispielsweise eine unveränderbare Konstante im Zeitablauf. Oder auch die Liebe als i-tüpfelchen oben drauf. Zu Jesus können wir auch andere Persönlichkeiten zählen, die einst existierten und die Menscheit prägten. War das Erscheinen dieser Menschen Zufall? Oder eine gegebene Kontante auf einer Zeitlinie der Entwicklung der Menschheit? Oder doch eine Entwicklung ansich, die zu einer Konstante wurde?
Wenn wir gedanklich Jesus aus dem Zeitgeschehen entfernen wäre die Menschheit heute wahrscheinlich ganz woanders.

Wir können die Frage nach den Konstanten und Variablen auf der Zeitlinie auch von einer anderen Seite beleuchten. Kennen Sie das Buch von Bärbel Mohr, "der kosmische Bestellservice"? Falls nicht, kaufen Sie es sich doch einmal, lesen es und probieren es aus, was diese Dame dort beschreibt. Einfach mal so. Falls es funktionieren sollte, wovon ich ausgehe, werden Sie u.U. neugierig und sich Gedanken machen, warum dies und jenes so funktioniert. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und sie "stolpern plötzlich" über den guten alten Goethe, der damals schon zu seiner Zeit sagte "Drum prüfet was Ihr euch wünschet, es könnte in Erfüllung gehen."
hmm...
Also ist es doch eine logische Schlußfolgerung, dass Bärbel Mohr gar nicht die Entdeckerin eines "Myteriums" ist, sondern jemand, der etwas entdeckte, was vor ihr schon andere entdeckten?
Wenn man sich mit dieser Materie etwas weiter beschäftigt, entdeckt man sogar noch weitere Menschen, die zu der gleichen Schlufolgerung kamen. Zwar meist ein wenig anders benannt, aber es geht in den Grundsätzen um das Gleiche.
Folglich sind wir Menschen dazu fähig, Kraft unseres Geistes unsere Realität selbst zu schaffen. WOW! Vielleicht ist dann doch nicht alles vorbestimmt, sondern unterliegt der freien Entfaltungsmöglichkeit. Ich wünsche heute und morgen erhalte ich das Gewünschte. "Super Nummer", die dieses Universum hier zu bieten hat.

Vielleicht passiert Ihnen ja das gleiche wie mir und Sie entdecken plötzlich eine weitere Variante des Daseins auf diesem Planeten oder Universums. Eine Technik des Hellsehens, die vor über 20 Jahren entwickelt wurde, jahrelang der Geheimhaltung unterlag und Mitte der 90er an die Öffentlichkeit kam. Zwar ist diese Technik nicht ganz neu und hat ihre Haken und Ösen, aber Sie werden feststellen, dass Sie heute mittels dieser Technik ein Ereignis beobachten können, dass in der Zukunft stattfindet. Und wenn die Zukunft dann Gegenwart ist und Sie feststellen, dass Ihre Beobachtung richtig war, werden Sie sich fragen: Zufall? Konstante? Entwicklung oder Variable? Ein vorgegebener Weg?

Physisch scheinen wir an die Zeit gebunden zu sein, doch psychisch nicht. Cool gell? Und wo ist hier die Konstante? Unsere physische Gebundenheit an der Zeit? Oder sogar unsere physische Gebundenheit in dieser Dimension? hmm....

Und wenn Sie ganz mutig sind und die Fakel, das Licht oder wie sie es nennen möchten, ihre eigene Erkenntnis, auf die Bruderschaft, den Bruderbund oder Freimaurer werfen, entdecken sie dort ähnliches. Es ist nur symbolisch in einer anderen Sprache ausgedrückt.

Wenn Sie dann noch weiterdenken und einiges für sich beleuchtet haben und sie vielleicht feststellen, dass es immer um das Gleiche geht, werden sich selbst die große Frage stellen, was das denn soll? Und vielleicht sogar das Licht auf sich selbst richten. Ihr eigenes Leben und seinen Werdegang. Vielleicht stellen Sie sogar fest, dass sie intuitiv einen Weg gehen, einer der vorgegeben scheint. Je länger man ihn geht, desto mehr Erkenntnisse gewinnt man, die diesen Weg auf seltsame Art und Weise immer wieder bestätigen.
Ist dieser Weg eine Konstante? Ich denke ja.

Lieber Andreas, ich hoffe ich konnte Ihnen meine Sicht der Dinge, die recht komplex auf Ihre einfach Frage erscheint, etwas näher bringen in Bezug auf Konstanten und Variablen im Gefüge der Zeit(en).

Herzliche Grüße

Annemarie

Amadeus
08.07.2008, 05:40
Ob Christ, Moslem, Jude etc.: "Höchster Baumeister der Welt" - In der Loge hat er nur einen Namen und jeder weiß wer gemeint ist: Das ist eines der wundervollsten Dinge der Freimaurer!