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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kritische Frage


Mindchanger
11.12.2007, 13:05
Hallo Thomas und weitere Brüder,

wie sicherlich bekannt ist, beschäftige ich mich derzeit mit den Ansichten der Freimaurer aus Neugierde.

Hierbei viel mir auf, dass ein Eid geleistet wird, welcher allerings bei mir die Frage aufwirft, sofern ein Bruder in der Politik aktiv ist, wie sich dieser mit dem Amtseid eines Politikers vereinbaren lässt?

Nimmt einer der Beiden einen höheren Stellenwert ein, oder gibt es einen Kompromis zu diesem Thema?

mcblubb
11.12.2007, 13:43
Hallo Mindchanger,

Man leistet keinen Eid um Freimaurer zu werden.

Aber wo sollte der Widerspruch zwischen einem Amtseid (den auch nur Amtsinhaber, Regierungsmitglieder etc. leisten) in Widerspruch zu Freimaurerischen Grundsätzen sein?

Hier der Amtseid, den Bundesminister ablgegen:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

:hmmm:

Herzliche Grüße

MC

oberon
11.12.2007, 15:08
Es gibt in den verschiedenen freimaurerischen Lehrarten unterschiedliche Bezeichnungen, heutzutage hat sich meist "Gelöbnis" durchgesetzt, denn ein Eid ist es eigentlich auch nicht.
Daher ist die Aussage, Freimaurer schwören keinen Eid um Freimaurer zu werden schon ganz richtig.

Wie immer man es auch nennt, um einen Konflikt zu bedeuten müsste dieses Gelöbnis dem zum Beispiel oben genannten Amtseid in irgendeiner Weise entgegenstehen. Es müsste also Interessenkollisionen geben. Wenn also im o.g. Amtseid stehen würde "..... und alle Internas und Personalien von Gemeinschaften in denen ich Mitglied bin öffentlich zu machen ...." dann gäbe es einen Konflikt, den der Bruder mit seinem Gewissen ausmachen müsste.

Ein Konflikt eines Freimaurer-Gelöbnisses mit Amtseiden (ich bin selbst Beamter) könnte nur geschehen, wenn man der Freimaurerei unlauteres Handeln unterstellt. Dann wären die gelobten Verpflichtungen sicherlich genau so unlauter. Bei dem, wofür die Freimaurerei steht, ist durch das freimaurerische Gelöbis die Verpflichtung gegen das Gesetz und das Wohl der Menschen eher noch verstärkt.

Daher ja auch die Grundvoraussetzung ein freier Mann von gutem Ruf zu sein.

Viele Grüße,

Thomas

Mindchanger
11.12.2007, 15:08
Hallo Mindchanger,

Man leistet keinen Eid um Freimaurer zu werden.

Aber wo sollte der Widerspruch zwischen einem Amtseid (den auch nur Amtsinhaber, Regierungsmitglieder etc. leisten) in Widerspruch zu Freimaurerischen Grundsätzen sein?

Hier der Amtseid, den Bundesminister ablgegen:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

:hmmm:

Herzliche Grüße

MC

Nun nehmen wir doch einfach mal ein fiktives Beispiel und eine Richtlinie der Loge steht im Kontrast einer parteilichen Forderung oder einem Wunsch der Bevölkerung, welcher man angehört.

Die Frage, welche ich aus meinem Beispiel ansprechen möchte lautet, welche Vorgabe einen höheren Stellenwert, bei einer vorausgesetzten Neutralität zu diesem Thema seitens des Bruders, einnimmt?

Mindchanger
11.12.2007, 15:13
Es gibt in den verschiedenen freimaurerischen Lehrarten unterschiedliche Bezeichnungen, heutzutage hat sich meist "Gelöbnis" durchgesetzt, denn ein Eid ist es eigentlich auch nicht.
Daher ist die Aussage, Freimaurer schwören keinen Eid um Freimaurer zu werden schon ganz richtig.

Wie immer man es auch nennt, um einen Konflikt zu bedeuten müsste dieses Gelöbnis dem zum Beispiel oben genannten Amtseid in irgendeiner Weise entgegenstehen. Es müsste also Interessenkollisionen geben. Wenn also im o.g. Amtseid stehen würde "..... und alle Internas und Personalien von Gemeinschaften in denen ich Mitglied bin öffentlich zu machen ...." dann gäbe es einen Konflikt, den der Bruder mit seinem Gewissen ausmachen müsste.

Ein Konflikt eines Freimaurer-Gelöbnisses mit Amtseiden (ich bin selbst Beamter) könnte nur geschehen, wenn man der Freimaurerei unlauteres Handeln unterstellt. Dann wären die gelobten Verpflichtungen sicherlich genau so unlauter. Bei dem, wofür die Freimaurerei steht, ist durch das freimaurerische Gelöbis die Verpflichtung gegen das Gesetz und das Wohl der Menschen eher noch verstärkt.

Daher ja auch die Grundvoraussetzung ein freier Mann von gutem Ruf zu sein.

Viele Grüße,

Thomas

Hallo Thomas,

vielen Dank für die Antwort, welche mich zufrieden Stellte, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Nun konstelliert sich hieraus eigentlich nur noch eine Frage, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege und zwar meine ich gelesen zu haben das die katholische Kirche nicht besonders gut auf die Freimaurer zu sprechen ist.

Sollte diese Aussage wahrhaftig sein, kann man doch eine Mitgliedschaft in der CDU und insbesondere der CSU schon kategorisch ausschließen, oder???

Loewenstein
11.12.2007, 15:36
Nun nehmen wir doch einfach mal ein fiktives Beispiel und eine Richtlinie der Loge steht im Kontrast einer parteilichen Forderung oder einem Wunsch der Bevölkerung, welcher man angehört.

Die Frage, welche ich aus meinem Beispiel ansprechen möchte lautet, welche Vorgabe einen höheren Stellenwert, bei einer vorausgesetzten Neutralität zu diesem Thema seitens des Bruders, einnimmt?

Auf das fiktive Beispiel zu antworten ist deshalb schwer, weil schon die Voraussetzungen nicht nur fiktiv, sondern schlicht falsch sind. Ich will es dennoch versuchen:
Es gibt nicht "eine Richtlinie einer Loge", die irgendwie beeidet oder Gegenstand einer Loge wäre. Es gibt nur eine meist 'Hausgesetz' genannte Satzung einer Loge, die praktisch einer Vereinssatzung entspricht und auch nichts anderes enthält. Dies ist aber nicht Gegenstand des Gelöbnisses.

Gegenstand des Gelöbnisses sind a. gewisse Verhaltensweisen 'nach innen', d.h. gegenüber den Brüdern, ohne daß damit Verpflichtungen oder Pflichten außerhalb der Freimaurerei überhaupt berührt werden könnten, und b. sogar teilweise die Forderung, bei der Freimaurerei seine Verpflichtungen und Pflichten im 'profanen', d.h. außerhalb der Loge / Freimaurerei, nicht zu vernachlässigen. Insofern spricht das Gelöbnis in Teilen sogar eine Höherrangigekeit von Verpflichtungen 'außerhalb' aus.

Fazit: Wer in eine Loge aufgenommen wird, dürfte sich in der Regel eher darüber wundern, wie 'harmlos' das Gelöbnis ist.

L.

mcblubb
11.12.2007, 16:18
Nun nehmen wir doch einfach mal ein fiktives Beispiel und eine Richtlinie der Loge steht im Kontrast einer parteilichen Forderung oder einem Wunsch der Bevölkerung, welcher man angehört.

Die Frage, welche ich aus meinem Beispiel ansprechen möchte lautet, welche Vorgabe einen höheren Stellenwert, bei einer vorausgesetzten Neutralität zu diesem Thema seitens des Bruders, einnimmt?

Lieber Mindchanger,

Ich sehe das Beispiel leider nicht.

Welche parteiliche Forderung sollte das denn sein? Der Fraktionszwang für oder gegen das Elterngeld zu stimmen; oder die Kernkraft oder....

Das enscheidet der Freimaurer als das was er ist: als Mensch.

Oder was stellst Du Dir da vor?

Herzlichen Gruß

MC

aspera
11.12.2007, 16:19
Hallo Thomas,

vielen Dank für die Antwort, welche mich zufrieden Stellte, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Nun konstelliert sich hieraus eigentlich nur noch eine Frage, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege und zwar meine ich gelesen zu haben das die katholische Kirche nicht besonders gut auf die Freimaurer zu sprechen ist.

Sollte diese Aussage wahrhaftig sein, kann man doch eine Mitgliedschaft in der CDU und insbesondere der CSU schon kategorisch ausschließen, oder???

Ist die Mitgliedschaft in der CDU/CSU etwa an die Mitgliedschaft in der kath. Kirche gebunden?? das wäre mir neu
Es gibt Freimaurer die sind katholisch, es gibt warscheinlich auch Freimaurer die sind in der CDU oder CSU oder in anderen Parteien.Man wird nicht nach der Konfession bzw. politischen Ansicht gefragt, dieses gehört zu den privten Ansichten eines Bruders und hat mit der Frmrei nichts zu tun.