Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lehren Freimaurer?
Ahura Mazda
14.09.2007, 05:52
Das finde ich jetzt interessant!
Zum Thema "Sekten" und "Gurus" möchte ich noch kurz erwähnen, dass man auch hier differenzieren sollte.
Es wird zuviel in einen Pott geworfen.
Es gibt z.b. in Indien "Gurus", die die Aufgabe eines Lehrers haben und wahrnehmen und auch dort ist das Ziel der perönlichen Vervollkommnung und nicht der was viele meinen: "einem blind hinterher laufen und dessen Tasche bereichern..o.ä."
Gruss
Annemarie
Hier wäre wie ich meine von Seiten der Freimaurer ein paar Antworten angebracht.
Hat der Meister nicht ebenfalls die Aufgabe als Lehrer zu wirken wie auch der Guru?
Wenn nicht der Meister so die Loge als erziehendes Organ gegenüber seinen Brüdern?
Vorbild zu sein ist bereits Lehren!
Ich hoffe dass hier noch einige interessante Aspekte zum Thema FM und Lehren eingehen könnten!
Bis wohin ist zu Lehren im manipulativen Sinne ab wo beginnt die Selbstbestimmung?
Gruß Andreas
annnemarie
14.09.2007, 07:45
nun, was wird ein Freimaurer darauf antworten?
Ich vergleiche gerne das was ich bisher von der Freimaurerei gelesen habe mit anderen Disziplinen, z.b. dem Yoga oder der Kunst des Kampfsportes.
Es geht in erster Linie um das Arbeiten an sich selbst. Um Selbsterkenntnis und im den eigenen Willen zu lernen und weiterzulernen um sich selbst zu vervollkommnen in - ich nenne es mal - einer Kunst.
Insofern ist die Aufgabe einer Gruppe und die eines Meisters oder "Gurus" anders gelagert als was man im weitläufigen Sinne unter Lehrer oder Meister versteht.
Ein Meister oder Guru ist keiner, der sich vorne hinstellt und sagt "Du machst jetzt dies und jenes und wenn du es richtig machst dann bist du gut." Und nimmt so die Selbstbestimmung des Lernenden.
Das Ziel ist ja ein anderes. Es geht um Erkenntnis und die erlangt man z.b. durch "Übungen" oder stetes üben mit denen die schon mehr Erfahrung haben und mehr "geübt" haben.
Insofern ist die Aufgabe einer Gruppe oder eines Meisters eher die einer Hilfestellung für den Lernenden, der an sich selbst arbeiten möchte um Erkenntnis zu erlangen.
Es gibt aus der Kampfsportkunst einen Spruch, den ich in ähnlichr Weise auch hier im Forum fand.
Der Spruch der aus dem Kampfsport kommt lautet:
Ein guter Meister ist nur der, der auch ein guter Schüler ist und ein guter Schüler ist nur der, der auch ein guter Meister ist.
Auch Yogies oder die die die alte Kunst des kämpfens lernen nutzen für ihre Technik Rituale. Es gibt Gesetze an die sich alle halten, Formen der Ehrdarbietung untereinander, etc. ähnlich wie bei der Freimaurerei auch.
Insofern gibt es auch keine wirklichen Geheimnisse. Es ist nur so, dass die Tiefe der Thematik nur denen zugänglich ist, die von sich aus bereit sind einer Gruppe beizutreten.
Selbst wenn die Freimaurer nun der Öffentlichkeit alle ihre "Techniken", Rituale und "Geheimnisse" verraten würden, dann würden die Meisten das gar nicht verstehen, weil ihnen der Zugang fehlt - der eigene Weg zur eigenen Erkenntis bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, etc...
Die meisten Leute meinen sie würden bei den Freimaurern vor verschlossenen Türen stehen hinter denen sich "tiefe Geheimnisse" abspielen.
In Wahrheit aber stehen die meisten Leute vor ihrer eigenen Unzulänglichkeit bzw vor ihrer eigenen verschlossenen Tür.
Es wird geurteilt und verurteilt bevor man sich mit einer Thematik eingehend beschäftigt. Das was ich versuchte Anfangs zu beschreiben.
Diese eigene verschlossene Tür zu öffnen, seine eigene Unzulänglichkeit zu erkennen und diese zu überwinden, ist z.B. schon ein Schritt in Richtung Erkenntnis.
Gruss
Annnemarie
Vielen Dank euch beiden, für diese interessante Diskussion.
Deinen Beitrag, Annemarie, fand ich sehr schön und sehr verständnisreich. Ich finde den Ausdruck "freimaurerische Lehrart", wie wir ihn für die verschiedenen Ritualsysteme benutzen nicht sonderlich glücklich.
Die Rituale der verschiedenen Grade sind zwar in den verschiedenen Lehrarten schlüssig zueinander aufgebaut, aber ich persönlich würde lieber "Übungsweise" dazu sagen.
Die Lehrarten stellen keine festen Wissensgebäude dar, so wie ein Lehrplan, der festlegt, was wann vermittelt wird, das wie aber dem Lehrer überlassen wird.
Es ist eher umgekehrt, denn die Rituale geben Hinweise auf das wie und nur ganz wenig auf das was. Denn was man letztendlich tief in sich finden wird, und wo sich für einen persönlich Schwerpunkte herauskristallisieren, das ist äußerst individuell.
In diesem Sinne kann man den Logenmeister weniger mit einem Lehrer als vielmehr mit einem Animateur im Club Mediterrane vergleichen.
Dieser Vergleich mag zum Schmunzeln anregen, ist aber in meinen Augen gar nicht so falsch. Der Logenmeister ist nicht dazu da, z.B. einzelne Brüder anzusprechen, ob sie diese Woche schon ihre Tugend XY bearbeitet haben.
Er ist vielmehr dafür da, das "Programm" zu präsentieren und zu moderieren und in den Brüdern die Begeisterung zur Eigenarbeit zu stärken.
Die "Lehre" der Freimaurerei dreht sich also nicht um das Ergebnis, sondern um den Weg dorthin. Da liegt in meinen Augen der Unterschied zu 1. der Lehre von z.B. Sekten und 2. zur Tätigkeit von Lehrern oder Gurus.
Viele Grüße,
Thomas
annnemarie
14.09.2007, 12:13
Lieber Thomas,
vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Worte.
Ich nutzte die Vergleiche zu Yoga und Kampfsport, weil ich mich einige Jahre mit diesen Künsten beschäftigt habe und Paralellen entdeckte als ich mich durch die unzähligen Webseiten über die Freimaurerei las.
Den Ausdruck "üben" finde ich persönlich auch sehr schön. Wir nutzen ihn beim Aikido. Aikido ist eine japanische Form der Selbstverteidigung und ist auch "die Kunst das Schwert zu führen." Wobei dies auch symbolisch betrachtet werden kann und darf.
Das Wort Aikido setzt sich aus 3 Silben zusammen und bedeutet (frei und individuell) übersetzt: Den Weg, den du in Liebe zu dir selbst gehst.
Auch Yogies und Kampfsportler haben Rituale nur nennen sie diese nicht so. Auch arbeiten sie mit Symbolik.
Es entstehen durch Wortgebungen oftmals Mißverständnisse, da der Mensch assoziiert um zu verstehen.
Den Verstand, den wir zum Überleben benötigen kann aber leider manchmal auch etwas hinderlich sein auf unserem eigenen (Lern-)Weg, wenn z.B. zu schnell assoziiert wird.
Auch wenn vielleicht "üben" eher passen würde als "lehren", so denke ich, dass es auch wichtig ist alte Traditionen und Wortgebungen beizubehalten und sie nicht zu ändern. Man läuft dadurch Gefahr den Ursprung oder Kern zu verändern.
Ein Freund sagte einmal zu mir einen Satz, den ich persönlich sehr liebe. "Wir lehren einander". Insofern hat in diesem Zusammenhang das Wort "lehren" wieder eine andere Bedeutung und ich persönlich finde, dass dieser Satz viel Wahres in sich birgt.
Lieben Gruß
Annemarie
P.S. in der Sprache der Aikidokas "Ich danke dir für deine Geduld meine Zeilen zu lesen".
Das Wissen, das in der Freimaurerei vermittelt wird, über Geschichte, Ritualistik, Geistesgeschichte der Symbolik, Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Rituale, usw. ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt der Freimaurerei. Das Wissen trägt eindeutig dazu bei, das intuitive Begreifen der Rituale zu unterstützen und ihm eine Struktur zu geben.
Es ist aber schwierig, Profanen gegenüber den Stellenwert dieses Aspektes deutlich zu machen, da es auch unter den Brüdern sehr verschiedene Ausprägungen gibt, wie intensiv dieser Wissens-Teil betrieben wird.
Sehr leicht entsteht der Eindruck, Freimaurerei sei eine Art Institut für Erwachsenenbildung mit starker Betonung der Gemeinschaft. Das ist so natürlich nicht richtig und würde nur einen Teil der äußersten Schale des Gesamtkomplexes Freimaurerei ankratzen.
Wie bei allen komplexen Dingen kann man nicht einfach einen Teil weg lassen und trotzdem noch vom ganzen Ding sprechen. Das ist mit der Freimaurerei ebenso.
Viele Grüße,
Thomas
annnemarie
14.09.2007, 15:01
An dieser Stelle nochmals vielen Dank für Ihre aufschlußreichen Worte.
Für diejenigen, die hier mitlesen und über den Begriff "Profane" stolpern, nicht sofort erschrecken und komisch Zeuchs denken, sondern vielleicht mal bei Wikipedia nachlesen. :rolleyes2:
Grüsse Annemarie
Schwarzbär
14.09.2007, 17:05
Das ist nicht nötig. Das Wort profan kommt von Pro Fanum, vor dem Heiligtum. Es wird zwar leicht negativ konnotiert, jedoch nicht im fm. Sinn. Bei uns steht das nur als Synonym für Nicht-Freimaurer, vollkommen wertfrei
annnemarie
14.09.2007, 18:18
Ich weiß. Ich weiß aber auch, dass einige Nichtfreimaurer über diesen Begriff oftmals "stolpern" und erst einmal "irritiert" sind.
Annemarie
Schwarzbär
14.09.2007, 18:34
In diesem Sinne kann man den Logenmeister weniger mit einem Lehrer als vielmehr mit einem Animateur im Club Mediterrane vergleichen.
Dieser Vergleich mag zum Schmunzeln anregen, ist aber in meinen Augen gar nicht so falsch. Der Logenmeister ist nicht dazu da, z.B. einzelne Brüder anzusprechen, ob sie diese Woche schon ihre Tugend XY bearbeitet haben.
Er ist vielmehr dafür da, das "Programm" zu präsentieren und zu moderieren und in den Brüdern die Begeisterung zur Eigenarbeit zu stärken.
Thomas
Diesen Kommentar habe ich jetzt erst gesehen. Lieber Thomas, wenn es sich so verhalten würde, wie Du das sagst, hätte ich das Amt nie übernommen und mit mir wahrscheinlich die Mehrheit meiner Amtsbrüder.
Schwarzbär
14.09.2007, 19:21
Das Stuhlmeisteramt ist das mit Abstand schwierigste, meiner Erfahrung nach aber auch lohnendste Amt der Loge. Ich könnte jetzt die Aufgabe des MvSt herbeten, aber das ist müßig. Wichtig ist, vor allem in Anbetracht Deines Kommentars, lieber Br. Thomas, zu definieren, was dem Wesen des Amtes entspricht. Ein Stuhlmeister sollte
1. ein Konzept für die Zukunft seiner Loge entwickeln (manche sagen Vision, Altbundeskanzler Helmut Schmidt empfahl allen mit Visionen, zum Arzt zu gehen). Nur wer das Ziel kennt, kann die Richtung bestimmen. Aber er präsentiert kein Programm.
Ein Stuhlmeister muß
2. einen sauberen administrativen Rahmen pflegen, in dem die Logengeschäfte passieren. Das ist zwar Handwerk, nimmt aber die meiste Zeit in Anspruch. Moderieren muss er nur in Konfliktfällen.
Ein Stuhlmeister bestimmt mit dem Redner gemeinsam die geistige Ausrichtung der Loge und damit näheren wir uns dem hier angesprochenen Problem. Er kann noch so souverän die TAs leiten, noch so sehr als Redner, Charismatiker und Vorbild glänzen, er wird niemals auch nur einen Bruder(!) zu irgendwas animieren können, wenn der Bruder nicht verstanden hat, was die Freimaurerei ihm geben und kann und das nur aktive Arbeit ihm diesen Schatz erschließt. Es handelt sich um erwachsene Männer, Br. Meister mithin, die selbstständig die Werkzeuge gebrauchen können. Lehrlinge und Gesellen bedürfen des Unterrichts und insofern haben die Aufseher (der Meister vom Stuhl weniger) auch eine Lehrerfunktion. Die jungen Brr. lernen dazu noch durch brüderliche Gespräche, Instruktionslogen, Eigenstudium etc. Br. Meister müssen selber wissen, wieviel sie lernen sollen oder können. Das Prinzip der Freimaurerei baut auf absoluter Freiwilligkeit auf (Abgesehen mal von den Regeln, deren Einhaltung wir alle bei unserer Aufnahme geloben)
Da alles hat nichts mit Animation zu tun: Ein Meister, der seine Kunst versteht, zieht seine Motivation aus der Freimaurerei, nicht aus Aufforderungen des MvSt.
Ich fürchte, mein nicht ernst gemeinter Vergleich hat sein Ziel verfehlt. Mir ging es darum, die Abgrenzung zum Lehrer, oder gar zum "Lehramt" zu pointieren, nicht darum, das Logenmeisteramt als Freizeitjob oder Vortänzer darzustellen.
Aber das gibt uns die Gelegenheit, die Tätigkeiten eines Logenmeisters etwas Näher in Augenschein zu nehmen.
In mehreren Beiträgen wurde ja schon erwähnt, dass eine Loge auch ein Verein ist. Was das für den Vorsitzenden, und dabei handelt es sich beim Meister vom Stuhl oder Logenmeister, bedeutet, hat Br. Schwarzbär schön herausgestellt.
Viele Grüße,
Thomas
Ahura Mazda
14.09.2007, 20:21
Lehrlinge und Gesellen bedürfen des Unterrichts und insofern haben die Aufseher (der Meister vom Stuhl weniger) auch eine Lehrerfunktion. Die jungen Brr. lernen dazu noch durch brüderliche Gespräche, Instruktionslogen, Eigenstudium etc.
Ein Meister, der seine Kunst versteht, zieht seine Motivation aus der Freimaurerei, nicht aus Aufforderungen des MvSt.
Da die Freimaurer doch ein Bund von verschieden Gesinnten sind, wohin tendiert das Lehren?
Gibt es womöglich Gruppierungen in der Loge welche sich des Lehrlings entsprechend seiner Gesinnung Mentalität annehmen?
Es wird ja oftmals von der passenden Chemie gesprochen,
Lehre "a" ist gut für Lehrling "A" welcher zu Ziel AA auf den Weg zu bringen ist.
So kann Lehre "a" nicht gut sein für Lehrling "B" mit entsprechendem Ziel "BB".
Wie entscheidet man welchem Typ von Lehre ein Mensch entspricht?
Ab wann kann einem Gesellen die Eigenverantwortung über seine Enwicklung übertragen werden (Meistertitel), wer entscheidet dieses?
Gruß Andreas
annnemarie
14.09.2007, 20:22
Lieber Thomas, lieber Schwarzbär,
um mich mal kurz einklinken zu dürfen:
ich verfolge euren Worten und finde diese Diskussion richtig toll.
Danke Euch dafür.
Annemarie
Wie entscheidet man welchem Typ von Lehre ein Mensch entspricht?
Hallo Andreas,
wenn ich Oberon hier richtig verstanden habe, dann ist genau das der Unterschied zum Lehrer. Der Lehrer entscheidet welchen Weg der Schüler geht. Das ist aber in der FM nicht der Fall.
Deshalb sein (vielleicht nicht ganz geglückter) Vergleich mit den Animateuren: sie machen ein Angebot, dass jeder annehmen kann, es aber auch lassen kann.
D.h. die Entscheidung welchen Weg ich gehe trifft niemand außer mir! Ich muss mir Gedanken machen wo ich stehe, wo ich hin will und wie ich da hinkomme. Das was ich gelehrt bekomme ist nicht der Weg und nicht das Ziel sondern der Umgang mit Karte und Kompass.
Wie heißt es doch so schön: Der Weg ist das Ziel!
Gruß
Markus
Ahura Mazda
15.09.2007, 10:33
Hallo Andreas,
wenn ich Oberon hier richtig verstanden habe, dann ist genau das der Unterschied zum Lehrer. Der Lehrer entscheidet welchen Weg der Schüler geht. Das ist aber in der FM nicht der Fall.
Deshalb sein (vielleicht nicht ganz geglückter) Vergleich mit den Animateuren: sie machen ein Angebot, dass jeder annehmen kann, es aber auch lassen kann.
D.h. die Entscheidung welchen Weg ich gehe trifft niemand außer mir! Ich muss mir Gedanken machen wo ich stehe, wo ich hin will und wie ich da hinkomme. Das was ich gelehrt bekomme ist nicht der Weg und nicht das Ziel sondern der Umgang mit Karte und Kompass.
Wie heißt es doch so schön: Der Weg ist das Ziel!
Gruß
Markus
Ich denke schon dass ich auf der richtigen Spur bin,
Man darf das Lehren nicht als einpauken sehen!
Aber der Meister oder auch Lehrer sollte doch dem Lehrling wenn dieser sich in eine Richtung verrennt auch andere Wege aufzeigen und entsprechend gegenwirken. Ein rein selbstbestimmter Mensch wird ohne jegliche kollektive Regeln zum (Ich nenne es mal so) "Realitätsfremden Menschen".
Hier meine ich hat doch die Loge mit ihren Meistern sicher eine regulierende (lehrende) Aufgabe.
Daher bezog ich mich auf Schwarzbärs Meinung.
Für mich ist jeder Lehrer, der vermeintlich etwas besser kann als es mir möglich ist!
Wenn mir die Art der Lehre jedoch nicht zusagt, werde ich sie nicht annehmen!
Wenn sich der Lehrer als Lehrer berufen sieht, wird er es erkennen und dem Lehrling einen anderen weg aufzeigen müssen!
Eine nicht leicht zu bewältigende Aufgabe.
Ich hoffe hiermit einen Teil des Kern getroffen zu haben.
Gruß Andreas
Liebe Interessierte und Brüder,
als ich Kind war, war ich mit Begeisterung Pfadfinder.
Für eine Nachtwanderung bekamen wir dort eine Karte mit eingezeichnetem Ziel, einen Kompass. Eine Lampe war verpönt und wurde nur für den Notfall mitgenommen.
In der FM ist es anders. Deine Karte und deinen Kompass bringst du schon mit, nur du kannst noch nicht perfekt damit umgehen. Um das zu Lernen erhälst du eine Lampe. Nun erscheint dir alls in neuem Licht. Der Weg wird sich ergeben. Du wirst vielen Brüdern begegnen die für dich Meilensteine werden, deren Lampen dir vielleicht auch eine Richtung zeigen. Deinen Weg kannst du jedoch selbst entscheiden.
Deine Karten, die du mitbringst, ist dein Wissen und deine Urteilskraft; dein Kompass ist dein ethisches Rüstzeug, den gilt es immer wieder zu justieren.
Im Sinne dieser Nachtwanderung wünsche ich allen stets einen vollen Akku, gute Karten und einen Kompass, der sich nicht von anderen Dingen in seiner Richtung beeinflussen läßt.
Ich habe die Pfadfinderwanderung gewählt um die Arkandisziplin zu wahren.
Es grüßt Euch
Euer
Ludwig
PS: Grüße an meinen Freund, Bruder und neuen abg. LM, sowie an den MvSt in H. :yes:
christoph
16.09.2007, 23:21
Das Stuhlmeisteramt ist das mit Abstand schwierigste, meiner Erfahrung nach aber auch lohnendste Amt der Loge. Ich könnte jetzt die Aufgabe des MvSt herbeten, aber das ist müßig. Wichtig ist, vor allem in Anbetracht Deines Kommentars, lieber Br. Thomas, zu definieren, was dem Wesen des Amtes entspricht. Ein Stuhlmeister sollte
1. ein Konzept für die Zukunft seiner Loge entwickeln (manche sagen Vision, Altbundeskanzler Helmut Schmidt empfahl allen mit Visionen, zum Arzt zu gehen). Nur wer das Ziel kennt, kann die Richtung bestimmen. Aber er präsentiert kein Programm.
Ein Stuhlmeister muß
2. einen sauberen administrativen Rahmen pflegen, in dem die Logengeschäfte passieren. Das ist zwar Handwerk, nimmt aber die meiste Zeit in Anspruch. Moderieren muss er nur in Konfliktfällen.
Ein Stuhlmeister bestimmt mit dem Redner gemeinsam die geistige Ausrichtung der Loge und damit näheren wir uns dem hier angesprochenen Problem. Er kann noch so souverän die TAs leiten, noch so sehr als Redner, Charismatiker und Vorbild glänzen, er wird niemals auch nur einen Bruder(!) zu irgendwas animieren können, wenn der Bruder nicht verstanden hat, was die Freimaurerei ihm geben und kann und das nur aktive Arbeit ihm diesen Schatz erschließt. Es handelt sich um erwachsene Männer, Br. Meister mithin, die selbstständig die Werkzeuge gebrauchen können. Lehrlinge und Gesellen bedürfen des Unterrichts und insofern haben die Aufseher (der Meister vom Stuhl weniger) auch eine Lehrerfunktion. Die jungen Brr. lernen dazu noch durch brüderliche Gespräche, Instruktionslogen, Eigenstudium etc. Br. Meister müssen selber wissen, wieviel sie lernen sollen oder können. Das Prinzip der Freimaurerei baut auf absoluter Freiwilligkeit auf (Abgesehen mal von den Regeln, deren Einhaltung wir alle bei unserer Aufnahme geloben)
Da alles hat nichts mit Animation zu tun: Ein Meister, der seine Kunst versteht, zieht seine Motivation aus der Freimaurerei, nicht aus Aufforderungen des MvSt.
Vollständig einverstanden mit dem Statement von Schwarzbär.
Die treffendste Beschreibung des Anforderungsprofils eines Logenmeisters ist m. E.:
Der Meister soll seiner Loge voranleuchten.
Damit ist alles gesagt.
captainslater
16.09.2007, 23:28
Liebe Interessierte und Brüder,
als ich Kind war, war ich mit Begeisterung Pfadfinder.
Für eine Nachtwanderung bekamen wir dort eine Karte mit eingezeichnetem Ziel, einen Kompass. Eine Lampe war verpönt und wurde nur für den Notfall mitgenommen.
In der FM ist es anders. Deine Karte und deinen Kompass bringst du schon mit, nur du kannst noch nicht perfekt damit umgehen. Um das zu Lernen erhälst du eine Lampe. Nun erscheint dir alls in neuem Licht. Der Weg wird sich ergeben. Du wirst vielen Brüdern begegnen die für dich Meilensteine werden, deren Lampen dir vielleicht auch eine Richtung zeigen. Deinen Weg kannst du jedoch selbst entscheiden.
Deine Karten, die du mitbringst, ist dein Wissen und deine Urteilskraft; dein Kompass ist dein ethisches Rüstzeug, den gilt es immer wieder zu justieren.
Im Sinne dieser Nachtwanderung wünsche ich allen stets einen vollen Akku, gute Karten und einen Kompass, der sich nicht von anderen Dingen in seiner Richtung beeinflussen läßt.
Ich habe die Pfadfinderwanderung gewählt um die Arkandisziplin zu wahren.
Es grüßt Euch
Euer
Ludwig
PS: Grüße an meinen Freund, Bruder und neuen abg. LM, sowie an den MvSt in H. :yes:
Eine wirklich schöne Um- bzw. Beschreibung.
Im Sinne dieser Nachtwanderung wünsche ich allen stets einen vollen Akku, gute Karten und einen Kompass, der sich nicht von anderen Dingen in seiner Richtung beeinflussen läßt.
Hallo Luidor,
ok, auch mit der Beschreibung kann ich etwas anfangen. Mich irritiert nur der Akku. Als traditionsbewusster Bund hatte ich jetzt eher eine solche Lampe 66erwartet.
Aber die Art, wie Du es geschafft hast, das Licht hier rein zubringen - die hat schon was! :yes:
Herzlichen Gruß
Markus
Schwarzbär
17.09.2007, 06:36
Hallo Luidor,
ok, auch mit der Beschreibung kann ich etwas anfangen. Mich irritiert nur der Akku. Als traditionsbewusster Bund hatte ich jetzt eher eine solche Lampe 66erwartet.
Aber die Art, wie Du es geschafft hast, das Licht hier rein zubringen - die hat schon was! :yes:
Herzlichen Gruß
Markus
Einige Brr. sind eben Wundertüten, allerdings ohne Wunderlampen. :angel:
Gruß zurück an den vielseitigen Bruder L. aus W.!
Schwarzbär
17.09.2007, 06:43
Der Meister soll seiner Loge voranleuchten.
... bzw. dem ein oder anderen Brr. heimleuchten, manchmal. Aber das ist ein anderes Thema :ohwell:
christoph
17.09.2007, 10:08
... bzw. dem ein oder anderen Brr. heimleuchten, manchmal. Aber das ist ein anderes Thema :ohwell:
:yes::yes::yes:
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