Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage nach dem Lebenspartner
gutenberg
24.07.2007, 23:14
hallo forum...
der beitrag von christoph beinhaltet für mich viel wahres.
besonders der letzte absatz.
christoph: "....Im Übrigen gilt das hier gesagte prinzipiell gleich für die Frage, was der Lebenspartner von einer Logenmitgliedschaft hält!! Das ist ebenfalls erschöpfend zu klären..."
gutenberg: ich glaube schon zu meinen, dass der lebenspartner vermutlich nicht unbedingt jubelnd an die decke springt, wenn er von der interesse
an der fm des mannes hört.:hmmm:
wie verhält es sich hier beim wichtigen thema "verschwiegenheit", mit dem erlebten in der loge gegenüber dem lebenspartner. bzw. wie und in welchem ausmass kann, soll und muss man auch den lebenspartner einbinden.
es ist wirklich ein sehr wichtiges thema, wenn nicht sogar eines der wichtigsten.
die erfahrungen des forums wären für mich sehr hilfreich.
gruss
gutenberg
Ich hatte meinen Aufnahmeantrag so lange nicht unterschrieben, bis meine Frau meiner Mitgliedschaft zustimmte.
Dazu habe ich sie mit einschlägiger Literatur versorgt, sie hat sich einige Webseiten angesehen und natürlich hat sie bei einem persönlichen Gespräch auch (zumindest) einen Logenbruder kennengelernt. Nachdem sie ihr OK gegeben hat, habe ich meinen Antrag abgegeben.
Ein Bruder, dessen Frau in diesem Punkt nicht hinter ihm steht wird auf Dauer nicht glücklich, da die Partnerin die Loge als Zeit- und Aufmerksamkeitskonkurrenz sehen wird.
Es gibt Brüder, bei denen die Frauen weniger direktes Interesse an der FM haben als bei mir, aber zumindest sind auch sie damit einverstanden und haben das grobe Gefühl, dass der Besuch der Loge gut für ihren Partner ist.
Dann, als Logenmitglied, lernt auch die Partnerin normalerweise pö a pö die Brüder und deren Frauen kennen. Letzte Woche hatte ich z.B. 5 Brüder z.T. mit Frauen und Kindern bei mir im Garten zu Besuch zum Grillen.
In meiner Loge gibt es regelmäßig 3 Veranstaltungen, die mit den Partnerinnen/Familie begangen werden: Ein Neujahrsempfang, eine Weihnachtsfeier und das sogenannte "Schwesternfest", dass wir speziell für unsere Partnerinnen ausrichten. Dazu kommen dann unregelmäßig noch eher private Treffen.
Meiner Überzeugung nach ist diese gesellschaftliche Komponente ein wichtiger Aspekt für den dauerhaften Erfolg der FM, denn so erwachsen aus dem Bruderbund auch "private", familiäre Freundschaften, die sehr haltbar sind.
Zum Punkt, was man der Partnerin mitteilen darf gibt es verschiedene Ansichten. Wir geloben, die "Inhalte" eines Grades nur mit Inhabern dieses Grades zu teilen. Aber in der Regel wollen die Partnerinnen aus dem Logenleben etwas anderes wissen als das Passwort für den Gesellentempel.
Meiner Auffassung nach kann es nicht sein, dass ich meiner Frau die Namen der Brüder verheimlichen muss, so wie ich es bei anderen Nicht-Freimaurern tun würde. Spätestens nach der ersten Logenfeier würde das absurd werden. Auch spreche ich mit meiner Frau über das, was mich beschäftigt, so zum Beispiel über einen in der Loge gehörten Vortrag.
Vielleicht nennen die Freimaurer ihre Partnerinnen deswegen "Schwestern", weil sie zwar keine Freimaurer sind, aber eben auch keine Profanen. Meine Frau lehnt diese Bezeichnung allerdings ab, viele der jüngeren Partnerinnen ebenso.
Viele Grüße,
Thomas
Schwarzbär
25.07.2007, 07:28
gutenberg: ich glaube schon zu meinen, dass der lebenspartner vermutlich nicht unbedingt jubelnd an die decke springt, wenn er von der interesse
an der fm des mannes hört.:hmmm:
Das muß nicht unbedingt sein, schließlich sollte sich ein potenzielles Mitglied unseres Bundes aus innerer Überzeugung beitreten und gegen die innere Überzeugung eines Mannes sollte sich die Partnerin nicht stellen (genauso wie umgekehrt).
Thomas (Oberon) hat das richtig ausgedrückt: Ohne das Einverständnis des Lebenspartners läuft nichts. Sie muß i.d.R. einmal in der Woche auf ihren Mann verzichten, ab und an an Wochenende, bei Logenfahrten (seltener) auch zusätzlich in der Woche. Falls der Bruder ein Amt übernimmt, kommen weitere zeitliche Belastungen auf die Beteiligten zu. All das muss sie vorher wissen und vor allem sollte sie wissen warum und wofür er das macht.
Die Eingebundenheit der Schwester (meine Lebenspartnerin würde einen Monat nicht mehr mit mir reden, wenn ich sie so nennen würde) ist der andere Aspekt. Je nach Angebot der Loge, je nach Gusto kann sie sich mehr oder weniger integrieren. Unsere Loge veranstaltet einmal im Jahr das Schwesternfest (ein fm ähnliches Zeremonial mit anschl. weißer Tafel), das Rosenfest, in der der Stuhlmeister (in diesem Fall ich) die Schwestern vor dem Johannisfest bespaßt, ein feierliches Essen mit der gesamten Loge, große Gästeabende mit Schwestern zu besonderen Vorträgen und anderes mehr. Die Schwestern treffen sich regelmäßig im Schwesternkreis zu Kaffee und Kuchen und dann organisieren alle Schw. gemeinsam den großen Adventsbasar der Logen in Hannover.
christoph
25.07.2007, 10:16
Dem was meine lieben Brüder geschrieben haben ist aus meiner Sicht nur eines hinzu zu fügen:
Nach meiner konservativen Schätzung sind es deutlich mehr als 50 % der Brüder, wo die Frau dem zögernden Mann gesagt hat: Geh hin, dass ist gut für dich (und damit auch für mich:yes: [Anmerkung des Schreibers dieser Zeilen]):yes:
Im Ernst, ich habe in meiner doch nun recht langen Erfahrung schon leider häufig erfahren müssen, dass Brüder wegen des Widerstandes des Partners ihre Logenzugehörigkeit beenden mussten. Ich kenne nur einen Fall, wo ein Mann gegen den Willen seiner Frau Freimaurer geworden ist und es dennoch gut gegangen ist! M. E. eine absolute Ausnahme.
Übrigens ein weiterer Knackpunkt, der zu beachten ist, liegt bei der Berücksichtigung der zeitlichen und finanziellen Verpflichtung, die sich aus einer Mitgliedschaft ergibt. Doch das ist wieder ein neuer Thread.:yes:
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