Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dringend gesucht: Geschichte, Geschichten, Gerüchte zum Thema Freimaurer für Kinder
Hallo Loge,
ich benötige zur Einführung in das Thema Kryptografie in einem 5. Schuljahr kindgerechte Geschichten und Hintergrundwissen für einen möglichst interessanten und handlungsorientierten Unterricht (Doppelstunde) in einer 5. Klasse zur Einführung in den Freimaurercode. Wikipedia und andere Links bringen mich da nicht wirklich weiter - das kenn' ich ales und bring mir nix für die Kids. Ich benötige etwas, was die Kinder so richtig fesselt und motiviert. Und das (leider) recht kurzfristig = gestern :D.
Für Ideen und Anregungen bedanke ich mich schon jetzt auf das allerherzlichste!
LG
D:
Schwarzbär
13.05.2007, 19:43
Was ist denn bitte der "Freimaurercode"?
http://krypt.mspengler.de/Seite06.html
bigbalou
13.05.2007, 20:09
http://krypt.mspengler.de/Seite06.html
Sorry, aber nicht überall ist Freimaurer drin, wo Freimaurer drauf steht.
Und ob es so gut ist, die Kinder mit Spuksagen zu locken?
Grüße
bigbalou
Es geht um eine Einführung in die Kryptografie. Der Freimaurercode ist da unabdingbar ein Meilenstein des gesamten pädagogischen Kanons.
Spukgeschichten: nein!
Aber etwas prickelndes, womit man eine multikulti Jugend noch aus den Sesseln bringt, um sich (vielleicht) wieder zielorientierter an ihr Leben zu begeben und dieses vielleicht auch einmal zu überdenken und zu planen. Es fehlen Zukunftsperspektiven, die ich durch konzenriertes pädagogisches Arbeiten eventuell beibringen könnte. Ich arbeite an einer Schwerpunktschule (Hauptschule) mit höchster Brisanz.
Vielleicht reicht das ja als Erklärung!?
LG
D.
bigbalou
13.05.2007, 21:12
Hallo,
nichts ist bewundernswerter als ein Lehrer, der in einem der schwierigsten Umfelder mit Engagement den Schülern humanitäre Perspektiven vermitteln will. Das verdient Respekt und Unterstützung.
Leider bin ich zwar Jahre vor meinen ersten Kontakten mit der FM schon einmal (ausserhalb der FM) dem "Freimaurercode" begegnet. Doch innerhalb der FM ist er mir nicht wieder begegnet. Er gehört wohl zum "Brimborium" der FM des 18. Jahrhunderts, wo ja auch andere Äußerlichkeiten zum "Ausstaffieren" eingesetzt wurden.
Die heutige Freimaurerei nutzt ihn nicht. Er begegnet keinem Freimaurer in seiner Ausbildung. Er ist nicht Teil der heutigen Freimaurerei.
Es wäre schade, wenn die Legenden über "Freimaurer" zum Zwecke der effektheischenden Motivation benutzt würden. Zwar können Freimaurer über Romane, Fernseh- und Kinofilme, die ein Zerr- oder Irrbild liefern, lächeln; aber im Unterricht dies einzusetzen fände ich sehr schade.
Statt dessen freuen sich viele Logen über eine Zusammenarbeit mit Schulen. Die Loge "Zu den Drey Balken" in Münster hat im letzten Jahr einen mit 5000 EUR dotierten Schulpreis ausgelobt, in dem es um interkulturelles Verständnis und Miteinander ging.
Freimaurer sind keine Wesen von einem anderen Stern :ohwell:. Sie sind Menschen, mit denen man sich ganz einfach unterhalten kann.
Grüße
bigbalou
So ganz stimmt es nicht, dass die sog. Winkelschrift kein Teil der heutigen Freimaurerei ist, aber praktisch wird sie in der Tat kaum mehr eingesetzt. Man findet sie eher noch in der freimaurerischen Kunst, auf Urkunden (auch heute noch), in Ritualtexten als Chiffre usw., aber wie man dazu eine spannende FM-Geschichte aufbauen soll wüsste ich auch nicht.
Es gibt die Winkelschrift auch als True Type Font für den PC.
Viele Grüße,
Thomas
Schwarzbär
14.05.2007, 07:25
Ach, um die Winkelschrift geht es. Die benutzt doch niemand mehr, jedenfalls niemand, den ich kenne. Ein Grund mag darin liegen, dass die Winkelschrift von einem dressierten Affen decodiert werden könnte, ein anderer, dass wir uns heute nur noch selten Geheimbotschaften schreiben.
Es geht um eine Einführung in die Kryptografie. Der Freimaurercode ist da unabdingbar ein Meilenstein des gesamten pädagogischen Kanons.
Hallo Dietmar,
wenn deine Stoßrichtung doch die Kryprographie ist, wieso wird dann die Winkelschrift zum unabdingbarem Meilenstein des gesamten pädagogischen Kanons? Das will sich mir nicht wirklich erschließen.
Sie ist auf der einen Seite sicher ein relativ leicht zu lernender "Code", da systematisch. (Nebenbei bemerkt, existieren davon auch noch andere Varianten, die nicht mit dem A oben links anfangen.)
Letztlich verbirgt sich doch hinter der ganzen Kryptographie ein klassisches Sender-Empfänger-Problem. Sprich eine Nachricht kann nur dann von beiden Seiten verstanden werden, wenn beide den gleichen Zeichenvorrat haben. Dafür findest Du in einem multikulturellem Umfeld doch ganz schnell viele Beipiele: Lateinische Buchstaben, griechische, arabische, russische, hebräische, deutsche (Sütterlin), das Morsealphabet, Braille-Schrift etc.pp
Und wenn es die gleiche Schrift ist, ist es noch lange nicht die gleiche Sprache. Will sagen, eine in lateinischer Schrift, aber in finnischer Sprache abgefasst Nachricht kann genauso unverständlich sein, wie eine in deutscher Sprache die in kyrillisch geschrieben wurde. (Super übrigens auch die Hieroglyphen!)
Lass deine Kids eine eigene "Schrift" entwickeln und sich Botschaften schicken. (Vorschlag: lass sie das in Teams machen. Ein Teil des Team bekommt dann eine kurze Nachricht die er kodieren und die der andere Teil dekodieren muss.)
Will sagen: um das Thema interessant zu gestalten braucht es nicht wirklich noch "Schauermärchen" über einen Bund der ohnehin schon schwer an seiner eigenen Verschwiegenheit knabbert.
Du hast recht, die Winkelschrift gab es und sie wurde auch eine zeitlang relativ rege genutzt. (Das Archiv der Großen Nationalmutterloge Zu den drei Weltkugeln in Berlin hat da einige Urkunden im Keller.) Aber meinst du du schaffst es den Kids dann auch die politischen Umstände klarzumachen, warum sie diese Schrift verwendet haben? Da gibt es bessere und ältere Beispiele. (z.b. das Geheimzeichen Fisch, das man auch heute noch auf vielen Autos sieht, von dem aber nur die wenigsten die Bedeutung und noch weniger den Ursprung kennen.)
Und der Klassiker und der Hauptanwender der ganzen Kryptographie war und ist das Militär.
Gruß
Markus
Evtl. lässt sich etwas spannendes und Kindgerechtes aus dem Buch:
Kim von Rudyard Kipling zu diesem Thema gewinnen. Das Buch handelt von Spionage und zu einem nicht geringen Teil auch von Freimaurerei. :hmmm:
Freespirit77
14.05.2007, 18:23
Hallo,
Also mir gefällt der Vorschlag, den ich hier bereits gelesen habe, das man sie einfach mal selbst einen Algorithmus entwickeln lassen soll. Ich denke gerade Kinder sind total dafür zu begeistern, auch ohne großartigen Historischen Hintergrund. Denn ich glaube in diesem Alter ist es für die Kids primär wohl am interessantesten Ihre eigene abgeschlossene Info-Welt erschaffen zu können, ohne das die "Erwachsenen" wissen was da steht :rolleyes2:
Aber sollte der Algorithmus auch seine "Da-Seins-Berechtigung" (ich hasse dieses Wort, aber hier scheint es passend) brauchen, dann würde ich folgendes Vorschlagen ...
Mein erster Zugang zur Cryptographie war der Cäsar-Code den wir in der HTL programmtechnisch umsetzen mußten, und von dem ich denke, das man hier mehr Erfolg bei den Kids hat, und vor allem würde sich damit auch eine relativ spannende und packende Geschichte rüber bringen lassen.
Der Code wurde im Römischen Reich tatsächlich verwendet, um brisante Nachrichten (hauptsächlich (meistens halt) bezüglich dem Krieg) relativ sicher von Punkt A nach Punkt B zu bringen. (Cäser war sogar davon überzeugt, das dieser Code extrem sicher war ... hmmm ... :rolleyes2:)
Tja, die Anwendung war/ist ziemlich simpel ... einfach mal danach Googeln.
splil nyalzzl
("Liebe Gruesse" bei einem k=7, wenn ich mich nicht total verrechnet habe :angel:)
ich benötige zur Einführung in das Thema Kryptografie in einem 5. Schuljahr kindgerechte Geschichten und Hintergrundwissen für einen möglichst interessanten und handlungsorientierten Unterricht (Doppelstunde) in einer 5. Klasse zur Einführung in den Freimaurercode. Zur tatsächlichen Bedeutung des Freimaurercode (Winkelschrift) haben meine Vorredner bereits das Nötige gesagt.
Allerdings bin ich anderer Ansicht, was die Motivation hinter der Wissensvermittlung angeht. Ich halte Ihre Idee für gut! Der Freimaurercode gehört ganz einfach zur Geschichte der Kryptographie und wird von fast allen Standardwerken beschrieben, auch wenn er innerhalb der FM eher symbolische bzw. schmückende Bedeutung hatte (z. B. für Inschriften auf Grabsteinen (http://forum.freimaurer.org/redirector.php?url=http%3A%2F%2Fwww.simonsingh.net%2FThe_Black_Chamber%2Fgravestone.html), wie von Singh beschrieben) - und auch diese Verwendung gehört eher ins 18. Jhd.
Ich selbst trage auch gelegentlich über die Geschichte der Kryptographie vor und nenne dann selbstverständlich auch den Freimaurercode, allerdings verbunden mit Hinweisen, dass die praktische Bedeutung gering war (und ist) und dass es im 18. Jhd. eine "Mode" war (innerhalb von Clubs / Vereinen) Geheimnistuerei mit Geheimschriften zu betreiben. Die Freimaurerei sticht da NICHT heraus.
Man könnte allerdings die Gelegenheit nutzen, kindgerecht ganz ohne Schauergeschichten etwas über Freimaurerei zu erzählen, wenn der Code angesprochen wird, und dabei Vorurteilen entgegenwirken. Beispielsweise, dass die Loge ein Ort war und ist, in dem der freie Gedankenaustausch gepflegt wird und z. B. seinerzeit die Aufklärung vorangetrieben wurde, was je nach politischem Umfeld sehr gefährlich sein konnte. Nicht zuletzt aus diesem Grund verpflichten sich die Freimaurer zur Verschwiegenheit über das im brüderlichen Rahmen gesprochene Wort. Die Winkelschrift kann daran in symbolischer Weise erinnern, auch wenn sie tatsächlich aufgrund ihrer Schwäche (einfache Substitution) keine Vertraulichkeit ermöglicht.
Übrigens widerspreche ich der hier geäußerten Behauptung, moderne Kryptographie gehöre vornehmlich in den militärischen Bereich. Jeder, der eine EC-Karte besitzt oder Online-Banking betreibt oder sich via VPN von zuhause ans Firmennetz koppelt, nutzt (hoffentlich) Kryptographie. E-Mails sollte auch jeder verschlüsseln, tut aber leider fast keiner. Kryptographie ist eine Alltagswissenschaft, keine militärische Wissenschaft.
Sachlicher Hinweis: Ein Beispiel für kindgerechte Kryptographie ist insbesondere die visuelle Kryptographie. Aber vermutlich haben Sie das bereits als Höhepunkt eingeplant. Schön finde ich dabei die kinderleichte Entschlüsselung bei einem gleichzeitig uneingeschränkt sicheren Verfahren. Berichten Sie doch bitte hier, wie ihre Veranstaltung (mit oder ohne FM-Bezug) bei den Kindern ankam.
Uli
Man könnte allerdings die Gelegenheit nutzen, kindgerecht ganz ohne Schauergeschichten etwas über Freimaurerei zu erzählen, wenn der Code angesprochen wird, und dabei Vorurteilen entgegenwirken. Beispielsweise, dass die Loge ein Ort war und ist, in dem der freie Gedankenaustausch gepflegt wird und z. B. seinerzeit die Aufklärung vorangetrieben wurde, was je nach politischem Umfeld sehr gefährlich sein konnte. Nicht zuletzt aus diesem Grund verpflichten sich die Freimaurer zur Verschwiegenheit über das im brüderlichen Rahmen gesprochene Wort. Die Winkelschrift kann daran in symbolischer Weise erinnern, auch wenn sie tatsächlich aufgrund ihrer Schwäche (einfache Substitution) keine Vertraulichkeit ermöglicht.
Hallo Uli,
die Idee gefällt mir, aber nachdem ich nach einem Vortrag über die Freimaurerei (im Rahmen von Erwachsenenbildung!!!) erlebt habe, dass Vorurteile allen sachlichen Argumenten überlegen sind, wage ich mir nicht vorzustellen, was mit einem Lehrer passiert, der es wagt sich darüber zu äußern...
Übrigens widerspreche ich der hier geäußerten Behauptung, moderne Kryptographie gehöre vornehmlich in den militärischen Bereich. Jeder, der eine EC-Karte besitzt oder Online-Banking betreibt oder sich via VPN von zuhause ans Firmennetz koppelt, nutzt (hoffentlich) Kryptographie. E-Mails sollte auch jeder verschlüsseln, tut aber leider fast keiner. Kryptographie ist eine Alltagswissenschaft, keine militärische Wissenschaft.
:blush: Ja, ja, ja... Da habe ich nicht zu Ende gedacht. Danke für den Hinweis.
Gruß
Moritz
Hallo Markus und die anderen,
sorry, wenn ich erst eine Diskussion lostrete und dann nicht sofort antworte.
Zu den einzelnen Positionen:
1. Mittlerweile ist ja klar geworden, dass es diese Art der Verschlüsselung, wie immer man sie jetzt nennen mag, gegeben hat, und auch ganze Bücher damit geschrieben wurden. Klar, 18. Jahrhuindert, lang, lang ists her.
2. Der didaktische Nutzen, der ja auch angezweifelt wird/wurde, ist aber alleine durch den klassischen Aufbau zur Einführung der Kryptografie (und vorsorglich: NICHT der Kryptoanalyse) gegeben.
Ich habe mit den Kids im 5. Schuljahr mit eigenen Kreationen (durch die Schüler selbsterdachten Symbolen) UNSERE Geheimsprache entwickelt. Das war natürlich prickelnd und interessant. Danach kam die I-Sprache und die ROR Sprache als Fantasiegeschöpfe aus Kalle Blomquist. Auch kein Problemhier Motivationshintergründe aufzutun.
Als erste wirklich auch benutzte Geheimschrift (ich habe einmal neutralisiert) ist für mich nun der Freimaurercode/Winkelalphabet oder wie auch immer Thema als Einstieg in die monoalphabetische Substitution. Darum geht es. Irgendwelche anderen Schriftzeichen bringen da nicht die Sensibilität und machen unglaubwürdig, da es sich ja nicht um eine Geheimschrift handelt, die einen ganz besonderen Zweck erfüllen sollte oder soll.
Dem FM Code wird die Caesar Chiffre folgen - als wahrscheinlich erste bekannte monoaöphabetische Verschlüsselung. Auch hier habe ich keine Probleme, einen interessanten Einstieg in das Thema zu finden. Den erhalte ich sehr leicht über Asterix und Obelix und ihren Kampf gegen die Römer. Danach werden die Lieben ihre Caesarscheibe selber basteln und bisschen Nachrichten schicken.
Also, noch einmal, es geht hier um Kinder im 5. Schuljahr einer Hauptschule mit relativ hohem Migrantenanteil. Der dreh- und Angelpunkt ist die richtige Motivation. Die Kids haben wie ganz sicherlich auch ihre Eltern absolut keine Kenntnisse über die FM überhaupt.
Ich will auch keine Spukgeschichten. Nein, einfach irgendetwas, woran man das Ganze kindgerecht aufhängen kann.
Und: ich bin auch kein Verschwörungstheoretiker. Ich befürworte die FM, auch wenn ich nicht in den Genuss eines Kontaktes gekommen bin.
Zum Thema Kryptografie/Kryptoanalyse (Kryptologie):
Ich habe in meinem Berufsleben soviel damit zu tun gehabt, dass ich hier Einzelheiten nicht nennen mag (und darf). Als Dipl.-Inform. war das eines meiner wesentlichsten Betätigungsfelder.
Mit Militär hat das wirklich nichts zu tun, wenngleich natürlich der Grundstock dort gelegt wurde (siehe Caesar). Heutzutage, wie ja bereits geschrieben wurde, gehört das einfach zum Alltagsgeschäft eines jeden Bürgers, natürlich meistens unbewusst. Und eben gerade deswegen halte ich es für wichtig, die Schüler bereits recht früh für dieses Thema zu sensibilisieren und die ersten Grundlagen bereits zu Beginn der Sekundarstufe zu legen. Es ist schwierig genug, überhaupt Stunden für einen Informatikunterricht zu bekommen, da es dieses Fach als FACH in NRW an Hauptschulen gar nicht gibt, geschweige denn Lehrer mit entsprechender Fakultas für die SEK I. Da gehöre ich zu wenigen ersten meines "Stammes".
Vielleicht gibt es ja doch noch eine Geschichte in den umfangreichen Chroniken, die hier einen gedanklichen Anschluss von 5-klässlern ermöglichen. Nur nichts Politisches, vielleicht etwas Lustiges vielleicht?
visuelle Kryptographie:
Das wird ganz sicherlich Thema werden, aber dafür ist es jetzt noch zu früh. Das muss dann in den Folgejahrgängen passieren. Davor muss dann auch noch ergiebig das Binarsystem erkundet werden. Die Anfänge habe ich auch bereits gemacht. Ebenso wie Bereiche der Informationstheorie. Solche Sachen können nur sehr reduziert an die Schüler (in diesem Alter!) herangetragen werden.
Die Loge "Zu den Drey Balken" in Münster hat im letzten Jahr einen mit 5000 EUR dotierten Schulpreis ausgelobt, in dem es um interkulturelles Verständnis und Miteinander ging.
Und genau DAS wäre ein Aufhänger gewesen! Gibt es einen Link dazu!!
Wir arbeiten sehr stark in diesem Bereich und hätten dadurch enorme Möglichkeiten, aktiv zu werden.
Für eure Geduld meinen herzlichsten Dank!
LG
Dietmar.
**ich hab noch Zeit bis Mittwoch morgen :angel:
Kann man die Freimaurerei als Nachfolger der Tempelritter bezeichnen? Ist das legitim?
LG
D.
Nein, so in aller Kürze ist das sicherlich nicht legitim. Für einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren sind die Quellen mehr als dürftig. Dazu kommt, dass die Freimaurerei in einer Zeit entstanden ist, in der die Romantik viele alte Rittersagen, antike Helden und auch die alten Ägypter zu einer Modebewegung gemacht hat.
Es gibt im Ritual und dem Aufbau der FM einige Spuren, die Verbindungen zu den Templern möglich sein lassen.
Was man sagen kann ist, dass einige Formen der Freimaurerei, insbesondere der Hochgrade sich dem "Ideal der Templer" verbunden fühlen. Denn die Zielsetzung und auch die Methodik der Templer haben mit der Freimaurerei nichts zu tun. Das Ideal eines (edlen) Ritters und Mönchs ist durchaus erstrebenswert, die Realität des Templerordens als Eroberer im Namen der Kirche und (zu späterer Zeit) als Geschäftsleute und Bankiers, steht dem in einem gewissen Widerspruch gegenüber.
Viele Grüße,
Thomas
OK, das kann ich auch als JEIN akzeptieren ;-).
Es liegen einige Jahrhunderte zwischen den beiden "Richtungen", die nicht klar klassifiziert werden können, das ist mir klar.
Auch ich kann die Entwcklung des damaligen Templerordens im Rahmen der Kreuzzüge und darüber hinaus nicht gut heißen.
Aber war nicht der Grundgedanke bei der Gründung der Templer ähnlich/genau SO?
Mein Gedanke war die Herleitung über die Arthur Sage, wobei ich da sehr vorsichtig sein muss, diese nicht zwingend mit der Geschichte der Kreuzüge in Verbindung zu bringen. Ich muss das einmal mit meinem muslimischen Kollegen durchsprechen, in wie weit die muslimischen Kinder da geschichtlich besser "informiert" sind.
Aber der grundsätzliche Ansatz, die Templer als "Vorläufer" der FM zu bezeichnen mit dem Hintergund des "edlen Ritters" als Lebenswerk und -einstellung?
Wobei ich mir natürlich noch gar nicht darüber im klaren bin, was und in wie weit die Kids überhaupt etwas über den Templerorden wissen, bzw. über Arthur, Richard Löwenherz oder wer weiß was.
Denkbar?
LG
D.
Ich persönlich würde es sehr begrüßen, wenn Kinder mehr von unseren europäischen Sagen erfahren würden, ganz egal ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht.
Ich kenne mich mit dem Schulsystem nicht so aus, aber das wäre eine sehr umfangreiche und fächerübergreifende Queste, bei der man sich sicherlich leicht verzetteln kann.
Zu dem Themenkomplex zwischen Artus und Templer gibt es eine ungeheure Bandbreite an Informationen, die von wissenschaftlich-trockenen Werken wie Demurger "Die Templer" über mittelalterliche Dichtung a la Parcival bis hin zu Atlantis und Reichsflugscheiben der Nazis reichen.
Die Kinder da ohne Begleitung reinstolpern zu lassen ist schwierig. Und zuhause am PC ist wahrscheinlich keine Begleitung möglich.
Sehr schnell kommst Du dahin, die verdrehte, sich immer wieder selbst erklärende Logik von Verschwörungstheorien erklären zu müssen, und dann bist Du wahrscheinlich von Deinem Lernziel weg.
Das Thema wäre für mich ein Aufhänger zur Erläuterung von Wertewandel. Aus mittelalterlicher Sichtweise war das Gründungsziel der Templer sicherlich humanitär - der Schutz der christlichen Pilger vor den bösen Moslems.
Aus heutiger Sicht kann man die Templer sicherlich nicht als humanitären Orden bezeichnen, sondern eher als religiös-fundamentalistisch. Jeder ist eben ein Kind seiner Zeit.
Viele Grüße,
Thomas
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