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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : berufsbedingte/bildungbedingte, längere Aufenthalte im Ausland


Stambolov
06.05.2007, 15:42
Wenn man beabsichtigt ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten, zu studieren etc...(in meinem Fall USA, UK), kann man wieder in 'seine alte' Loge zurückkehren, bzw. wie wird es gehandhabt, wenn ein ''Suchender'' von vorn herein weiss u. plant nach ein paar Jahren für ein paar Jahre ins Ausland zu gehen, um Erfahrung zu sammeln/ sich zu bilden? Wird es als Hindernis bzw. Nachteil für eine Aufnahme gesehen?

Ist es üblich auch im Ausland, wenn die Gegebenheiten es ermöglichen, einer Loge beizutreten? Wenn man keine Loge findet, die einem so gut gefällt (die ''alte Chemie'' vermisst), wie die in Deutschland, oder die Art und Weise der Freimaurerei in den entsprechenden Ländern nicht zusagt (mal angenommen), darf man nach einer ''Pause'' in seine alte Loge zurückkehren?

Ich danke im Voraus für aufklärende Infos!


LG,
Dimitar

P.S.: Was für Schwierigkeiten könnten bezüglich der Grosslogen/Lehrarten entstehen, wenn man einer Loge im Ausland beitritt, jetzt mal abgesehen von Hochgraden, ich meine lediglich die ''blaue Maurerei''...:hmmm:

oberon
06.05.2007, 16:00
Schwierigkeiten gibt es eigentlich keine. Man muss auch nicht unbedingt einer anderen Loge beitreten. Jeder Bruder einer regulären Loge in Deutschland hat das Recht, überall auf der Welt andere reguläre Logen zu besuchen.

Das ist eigentlich Kern und Nutzen dieser Regularitätsfrage. Welche Logen regulär, also auf jeden Fall freimaurerisch arbeiten, kann er bei seiner Großloge erfragen.

Du würdest also in Deiner Loge Mitglied bleiben und z.B. in den USA regelmäßig an Logenarbeiten teilnehmen. Du würdest feststellen, dass Du sehr schnell so behandelt wirst als wärst Du Mitglied dort. Der einzige Unterschied ist, dass Du bei Wahlen des Logenmeisters, Kugelungen über neue Mitglieder usw. nicht beteiligt wirst.

Die Loge im Ausland wird sich in Deutschland darüber informieren, ob Du "in good standing" bist, also ob Du noch Mitglied bist, Deine Beiträge bezahlt hast usw.

Wenn Du keine Loge nach Deinem Geschmack findest wäre das schade, hat freimaurerisch aber keine Auswirkungen. Außer dass Du "ritualtechnisch" etwas einrostest und Dich vielleicht nach einiger Zeit erst wieder in den Ritualablauf einfinden musst.

In den USA könnte es lediglich Schwierigkeiten geben, wenn Du noch kein Meister bist, da man in den USA als Lehrling und Geselle noch kein Logenmitglied ist.

Es wäre auch möglich, sich im Ausland in den nächsten Grad befördern zu lassen, aber solche Details sind für das Forum hier vielleicht zu weit gehend und müssten ohnehin über die beteiligten Großlogen abgeklärt werden.

Viele Grüße,

Thomas

Schwarzbär
06.05.2007, 17:34
Zumindest für die kontinentaleuropäische Maurerei gilt dieses Beispiel: Unsere Loge besucht seit einiger Zeit einiger Zeit ein Bruder aus Rumänien, der sich studienhalber in Hannover aufhält. Er ist Lehrling und ein gerne gesehener Gast. Nach einiger Zeit steht für ihn die Beförderung in den Gesellengrad an und wir haben in seiner Loge angefragt, ob sie etwas dagegen hätten, die Initiation in den zweiten Grad bei uns, nach unserem Ritual durchzuführen. Nach der positiven Antwort haben wir nun die bürokratischen Mühlen zwischen den Großlogen in Gang gesetzt. Wenn alles glatt geht, werden wir ihn im Januar befördern.

Nun mal abgesehen von dem konkreten Fall: Wir verstehen uns als grenzenüberwindend und Verständigung zwischen den Völkern stiftend, da sollten solche Vorgänge normal sein.

Stambolov
06.05.2007, 18:27
Ich danke für die aufschlussreichen Antworten.

D.h. überall auf der Welt, wo es Logen gibt, ist man willkommen? ...das ist beeindruckend,...

Ich habe schon ein Land ''gewechselt'', wenn man soetwas hinter sich hat, weiss man was ''derartige Gastfreundschaft'' wert ist...über das ''Verlorensein'' und das fehlende ''Zugehörigkeitsgefühl'' kommt man nur schwer hinweg, es prägt einen für immer!

LG,
nachdenklicher Dimitar

oberon
06.05.2007, 18:48
Ich selbst kenne ausländische Logen (USA und Dänemark) nur aus dem Urlaub. Aber jedesmal haben wildfremde Menschen alle Hebel in Bewegung gesetzt um es mir angenehm zu machen, mir eine Freude zu machen und mir ein Gefühl der Geborgenheit zu geben.

So konnte ich mich in den USA bei einer Art Freimaurer-Kirmes (sowas gibt's da) zu ein paar alten Amerikanern an den Tisch setzen, ohne Einladung, einfach so, hab gesagt dass ich Bruder aus Deutschland bin und wir waren über Stunden im Gespräch als würden wir uns schon ewig kennen.

Viele Grüße,

Thomas

Robert
06.05.2007, 19:19
So konnte ich mich in den USA bei einer Art Freimaurer-Kirmes (sowas gibt's da) zu ein paar alten Amerikanern an den Tisch setzen, ohne Einladung, einfach so, hab gesagt dass ich Bruder aus Deutschland bin und wir waren über Stunden im Gespräch als würden wir uns schon ewig kennen.

Das bemerkt man auch bereits innerhalb von Deutschland.
Egal wo man hinkommt, wird man gewisserorts als Bruder empfangen
und kommt gleich ungehemmt ins Gespräch.

irishmason
29.05.2007, 13:00
Kann ich nur bestaetigen.

ich war 30 Jahre Exportleiter und habe, aus zeitlichen Gruenden, mehr Gelegenheit gehabt Logen in anderen Laendern, von Skandinavien bis Italien, von Israel bis Suedafrika und USA bis Hongkong zu besuchen, als meine Mutterloge.
Es war immer ein bruederliches Willkommen und ein freimaurerisches Erlebnis, eine echte internationale Bruederlichkeit.

ED