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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Freimaurerei und gesellschaftliche Vorteile


mark
28.04.2007, 00:51
Sehr geehrte Damen und Herren,

nicht nur hier im Forum, sondern auch in meinem Freundeskeis habe ich nun schon Sätze gehört wie:

"Ich trete den Freimauren bei um Geld zu verdienen/gesellschaftliche Anerkennung zu erhalten"

Viele Freimaurer hatten einen großen Einfluss auf das, was wir heute in Geschichtsbüchern finden. Auch Verschwörungstheoretiker verwechseln in diesem Zuge häufig die Realität mit Fiktion.

Ja, George Washington war Freimaurer. Und sicherlich hat er sich ( neben seinen weniger bekannten Brüdern ) gefreut gewisse Insignien in den offiziellen Amerikanischen Symobolen zu sehen. Bisher konnte man jedoch nur die Beteiligung von Freimaurern an großen Ereignissen nachweisen. Allen Anstrengungen zum Trotze jedoch nicht deren Einfluss der das Ereignis selbst aufgrund von "bösen Freimaurerischen Gedanken".

Ja, Goethe war Freimaurer. Und Goethe war auch illuminat. Im Übrigen ein Orden, dessen akute Existenz man in der heutigen Zeit aufgrund von Fakten nicht mehr nachweisen kann. Die Illuminaten waren ein Orden, deren Grundgedanke in der positiven Veräderung der Gesellschaft lag.

Was mich zurück auf das Ursprungsthema führt:
Die Freimaurer und der "gesellschaftliche Aufschwung für jeden selbst". Wenngleich ich hier niemanden mit fakten verwirren möchte, ist es in vielen Logen so, dass es zum Beispiel verboten ( oder zuminest ungern gesehen ) ist sich untereinander Geld zu leihen, oder allein aufgrund der Mitgliedschaft in der Bruder-/Schwesternschaft einen Auftrag zu vergeben.

Die Freimaurerei kann, meinem Verständis nach die gesellschaftlichen und/oder politischen Interessen einer Person nicht zwangsläufig fördern, da dies den Grundsätzen der Freimauerei zuwiederlaufen würde. Sicherlich ist man sich gegenüber immer wohlgesonnen, doch eher so wie auf einem Arbeitszeugnis. Auch in der Freimaurerei kann man nicht jeden mögen.

Ich persönlich denke eher, dass dies die dramatischen Auswirkungen einer Kultur sind die diesem ganzen "Medienwust" nicht mehr zu entrinnen weiß, und den Bezug zu qualitativ hochwertigen Quellen verloren hat.
Anders kann ich persönlich mir nicht erklären wie der Mainstream sich teilweise so zweifelhaften Quellen und anderen Verschwörungstheorien hingeben kann.
Dabei finde ich es jedoch beängstigender, dass diejenigen, deren Aufgabe es ist die kommenden Generationen diesbezüglich in die richtige Richtung zu lenken, den unterschied zwischen der BILD und dem ARD klar zu machen, sowie Medienerziehung zu leisten sich der gerade beschriebenen Umstände und Unterschiede selbst nicht bewußt sind.

Wer die freimaurerei als Werkzeug zum gesellschaftlichen Aufschwung sieht, hat die Freimaurerei nicht nur nicht verstanden, sondern ist sich auch des Umstandes nicht bewußt, dass die Freimaurerei aufgrund mangelnden Einflusses hierzu auch nicht in der Lage ist.*

Ich würde mich sehr über Ihrer Meinung zu diesem Thema freuen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Mark M.

* Dieser Satz ist nicht negativ gemeint. Er beschreibt nur den Umstand, dass die Freimaurerei andere Ziele verfolgt. Sicherlich haben einige Freimaurer viel Einfluss gehabt und/oder inne, doch ist dies nicht das primäre Ziel der Freimaurerei.
( Sollte ich hier falsch liegen, bitte ich um korrigierende Antworten )

oberon
28.04.2007, 02:35
Lieber Mark,

ich denke, Du beschreibst es schon ganz richtig, solange wir uns innerhalb der regulären Freimaurerei Deutschlands bewegen, und nur um die kann es hier gehen.

Es kommt immer wieder vor, dass sich dubiose Gemeinschaften den Nimbus und den Namen der Freimaurerloge geben, zum Beispiel um vermeintlich geschäftliche Vorteile zu verschaffen.

Zu den herausragenden Persönlichkeiten der Weltgeschichte möchte ich aber noch einen Gedanken ergänzen:

Niemand weiß, ob diese Personen nicht ohne Freimaurer zu sein einen ähnlichen Weg beschritten hätten. Ich persönlich bin davon überzeugt. Ein Mann, der sich einer FM Loge anzuschließen wünscht und das dann auch schafft, hat schon vorher eine entsprechende Lebenseinstellung, sonst würde er nicht den Wunsch versürt haben.

Er ist nicht erst Freimaurer geworden und plötzlich erwachte der Staatsmann in ihm, oder der Freiheitskämpfer, der Humanist oder was weiß ich. Das sind diese jungen, aber zu dieser Zeit schon gestandenen Männer, schon vorher gewesen.

In der Freimaurerei haben sie vielleicht festgestellt, dass sie mit ihren Gedanken nicht allein waren, haben tiefgründige Gespräche geführt, haben ihre Vorstellungen auch kritisch aber nicht "feindlich" reflektiert und wurden so in ihrem Weg bestärkt, aber sie sind sicher nicht diese herausragenden Menschen geworden WEIL sie Freimaurer sind.

Viele Grüße,

Thomas

mark
28.04.2007, 03:01
Sehr geehrter Thomas,

Ihrem Satz:

"solange wir uns innerhalb der regulären Freimaurerei Deutschlands bewegen, und nur um die kann es hier gehen."

möchte ich entgegnen, dass ich auch von irregulären Logen weiss, die dies so handhaben.
Sollten Sie darauf anspielen, dass es sich hierbei um das Forum der VGLvD handelt, und sich daraus ergibt, dass die Diskussion hier nur um reguläre Logen gernegesehen wird, muss ich Ihnen mit allem Respekt das sagen, was ich jedem der eine solche oder ähnliche Aussage macht:

Die Diskussion um die regularität finde persönlich ich im Hinblick auf die Hauptsächlichen Themen dieser Diskussion nicht besonders Zeitgemäß.

Mit freundlichen Grüßen
Mark M.

T.G.
28.04.2007, 06:52
Sehr geehrter Mark,

Die Diskussion um die regularität finde persönlich ich im Hinblick auf die Hauptsächlichen Themen dieser Diskussion nicht besonders Zeitgemäß.

Was macht sie eigentlich als Außenstehender so sicher, alle Inhalte, den Sinn und Zweck und damit auch die eigentliche Bedeutung der Regularität für die Freimaurerei abschließend beurteilen zu können?

Mit freundlichen Grüßen

T.G.

Lapislazuli
28.04.2007, 09:59
Die Diskussion um die regularität finde persönlich ich im Hinblick auf die Hauptsächlichen Themen dieser Diskussion nicht besonders Zeitgemäß.Lieber Mark,
die Diskussion um Regularität ist in der Tat nicht zeitgemäß.
Die Standpunkte sind bekannt und alle Argumente sind gewechselt, damit ist das Thema Regularität erledigt.

mark
28.04.2007, 12:01
Sehr geehrte Damen und Herren,

um auf das Ursprungsthema zurückzukommen und der Ursprungs-Diskussion einen neuen Anstoß zu geben, würde mich interessieren, was mit Freimaurern passiert, bei denen man nach der Aufnahme erkennt, dass diese hauptsächlich z.B. geschäftliche Interessen verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Mark M.

T.G.
28.04.2007, 12:26
Sie werden ausgeschlossen. (Jedenfalls in der regulären Freimaurerei).

kaos
28.04.2007, 12:51
Hallo,

ich wollte wissen, ob es sich bei der "Grossen Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLLFvD)", um eine offizielle Freimaurerloge handelt. Ich hoffe das die Frage in diesem Thread ok ist...

Vielen Dank

Gruß Jan

T.G.
28.04.2007, 12:55
Die GLL FvD ist (wie Sie der Hauptseite der VGLvD entnehmen können) eine der Mitgliedsgroßlogen der VGLvD und steht seit 1773 in einem Anerkennungsverhältnis zu der Vereinigten Großloge von England.

Mit freundlichen Grüßen

T.G.

kaos
28.04.2007, 13:03
Vielen Dank für die zügige Antwort...

Einer meiner Vorfahren ist Mitbegründer der Freimaurer bzw. besser gesagt, Mitbegründer des Ordens der Rosenkreuzer (Verfasser des Manifestes der Rosenkreuzer), die ja im direkten Bezug zu den Anfängen der Freimaurerlogen stehen, entstehen für mich als Mitglied einer solchen Loge (Freimaurerloge) dadurch irgendwelche Nachteile?

Gruß Jan

T.G.
28.04.2007, 13:12
Sehr geehrter Jan,

entschuldigen Sie bitte, wenn ich das so deutlich sage, aber um wenn ich Ihnen gegenüber ehrlich sein will, dann muß ich es: Was Sie da sagen ist Quatsch.

Die "Rosenkreuzer" hat es - als äußere Organisation - niemals gegeben. Alle Gründungen der "Neuzeit" (Gold- und Rosenkreuzer im 18. Jh., die Vielzahl von sich als "Rosenkreuzer" bezeichnenden Vereinigungen, inbesondere aus den U.S.A. im 19. und 20. Jh.) haben sich der Manifeste (deren historische Urheberschaft nie eindeutig geklärt werden konnten), auf die sie anspielen, bedient um sich (alle) als historische Nachfahren bzw. direkte Ableger der "echten, alten" Rosenkreuzer zu legitimieren, die es, jedenfalls nachweislich, niemals gegeben hat.

Informativ hierzu unter vielen, vielen Titeln für den historischen Blickwinkel:

Frances A. Yates: Aufklärung im Zeichen des Rosenkreuzes, Stuttgart, 1972.

Ihre Vorfahren oder vermeintlichen Vorfahren wird man Ihnen i.d.R. nicht negativ anrechen. Für die können Sie nichts. Wenn Sie aber versuchen sich interessant zu machen, dann wird man sich und wohl auch Sie fragen, warum Sie das tun.

Gruß

T.G.

kaos
28.04.2007, 13:28
Vielen Dank erneut,...

Also zunächst einmal ist mir Bewusst, dass es sich bei der Figur Christianus Rosenkreuz um eine fiktive Romanfigur handelt...Desweiteren spreche ich hier nicht von den Rosenkreuzern des 19 und 20 Jhd., entschuldigen Sie bitte, dass ich es so Formulieren muss, aber bei diesen Welchen handelt es sich meiner Meinung nach eher um Leute, die den Sinn des Rosenkreuzertums Missverstanden haben und daraus Profit erzielen wollen. Ich spreche hier vom 16. und 17. Jhd. Um jetzt einen Bezug herzustellen, erwähne ich (nicht um mich interessant zu machen, dass würde mir auch insofern nichts bringen, als dass ich hier meinen Namen nicht preisgebe), dass dieser Vorfahre ein Freimaurer aus dem 17 Jhd. mit dem höchsten Grade war, selstsam das sich das so überkreuzt, wenn diese Institutionen doch nichts miteinander zu tun hatten?! Aber ich bin immer bereit mich eines besseren belehren zu lassen, also nur zu! (Der eine Welche von dem die Rede ist, wurde am 17 August 1586 in Herrenberg geboren und verstarb am 27 Juni 1654 in Stuttgart). Desweiteren distanziere ich mich eindeutig von den in den USA und heute "tätigen" Rosenkreuzern, die Gründe hierfür, habe ich oben bereits genannt.

Gruß Jan

oberon
28.04.2007, 13:33
Lieber Jan,

existierende Rosenkreuzer-Organisationen haben mit der Freimaurerei nichts zu tun. Teilweise bestehen aber Zweifel, ob eine Mitgliedschaft in beiden Organisationen möglich ist. Es gibt Rosenkreuzer-Organisationen, die es mit der Freiheit des Einzelnen nicht so genau nehmen.

Das "Manifest" der Gold- und Rosenkreuzer ist, wie schon erwähnt, nicht von A. geschrieben, auf den Du Dich hier sicherlich beziehst.

Für die Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge ist aber nicht relevant, was Deine Vorfahren gewesen sind oder gemacht haben. Es ist aber auch nicht förderlich.

Viele Grüße,

Thomas

T.G.
28.04.2007, 13:35
Ich sprach exakt von diesem Johann Valentin Andreae, der lediglich als Urheber besagter Manifeste im Verdacht steht. Nachgewiesen werden konnte dies nie. Und dieser Andreae (als der von Ihnen ausgegebener Vorfahre) war niemals ein "Freimaurer" und hat auch keinen Rosenkreuzerorden gegründet.

Gruß

T.G.

kaos
28.04.2007, 13:42
Vor jeder Gründung einer Gemeinschaft, müssen Regeln manifestiert werden, also ein Rahmen geschaffen, in dem sich jedes Individuum bewegt, um das Wohlergehen jedes Einzlenen zu schützen, also ist Ihre Aussage abhängig von der von Ihnen eingenommenen Perspektive. Sicherlich gilt das selbige für mich.
Das dieser Mensch Freimaurer war, ist jedoch geschichtlich belegt, ob die Gründung des Ordens (Rosenkreuzer) jetzt ausschließlich auf A. zurückzuführen ist, ist fraglich und strittig, aber nicht ausgeschlossen. Ich bedanke mich jedenfalls für das rege Interesse und bin für weitere Dialoge gerne offen!!!

Gruß Jan

T.G.
28.04.2007, 13:47
Das dieser Mensch Freimaurer war, ist jedoch geschichtlich belegt, (...)

Dann seien Sie doch so nett und bennen die dementsprechenden nachprüfbaren und belastbaren Quellen.

Von wem, wann und wo wurde Johann Valentin Andreae in unseren Bund aufgenommen?

oberon
28.04.2007, 15:16
Aber ich bin immer bereit mich eines besseren belehren zu lassen, also nur zu!

Zur Belehrung sind diese Seiten nicht gedacht, wohl aber zur Information. Zur Information gehört aber auch, dass man Themen sauber trennt und nicht ein Apfel-Birnen-Kompott daraus macht.


(Der eine Welche von dem die Rede ist, wurde am 17 August 1586 in Herrenberg geboren und verstarb am 27 Juni 1654 in Stuttgart).

Aus dieser Zeit gibt es so gut wie keine Quellen, die belegen, dass es so etwas wie eine organisierte Freimaurerei in Abtrennung zur Werkmaurerei gab.

Es gibt ein paar dünne Quellen, die eine Entwicklung hin zur Aufnahme von Nicht-Handwerkern in die Bauhütten gab, mehr nicht.

Vor allem gab es in dieser Zeit keinerlei einheitliches Gradsystem. Dieses wurde erst 1717 in London eingeführt und selbst da wurde es später noch einmal zu dem 3-Grad-System umgestaltet, das wir heute kennen. Es gab Logen, die nur einen Grad kannten, welche die zwei Grade kannten oder lediglich zwischen Mitglied und Vorsitzenden.

Wo Dein Vorfahre also "Freimaurer im höchsten Grad" gewesen sein soll ist mir rätselhaft und solche Aussagen erscheinen irgendwie geschönt.

Viele Grüße,

Thomas

Aphorismus
04.05.2007, 10:43
Auch wenn sich die Diskussion immer mehr vom Thread-Titel entfernt:

Ich empfehle als Literatur den Band

"Rosenkreuz als europäisches Phänomen im 17. Jahrhundert", der von der Bibliotheca Philosophica Hermetica in Amsterdam herausgegeben worden ist und in der Anschaffung neu etwa 32,-- Euro kostet.

oberon
04.05.2007, 12:27
Wie bereits geschrieben wurde, hat sich der Thread sehr weit vom ursprünglichen Thema entfernt.

Es ist sinnvoll, dass die Beteiligten für ihre jeweiligen Kerninteressen, bzw. Diskussionsstränge ein eigenes Thema öffnen.

Ich werde jetzt dieses Thema schließen, dass sicherlich interessant, für eine strukturierte Suche im Forum aber sicherlich falsch platziert ist.

Ich möchte alle Beteiligten bitten, bei Bedarf ein neues Thema mit aussagekräftigen Titel zu öffnen und gegebenenfalls auf diesen Thread zu verweisen.

Viele Grüße,

Thomas