Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FM und Politik
Hallo zusammen!
Soweit ich mich bisher eingelesen habe, sind politische (Streit)Gespräche in den Logen nicht erlaubt. Können gesellschaftlich - politisch interessierte Menschen (ich denke, dass FM das sind) einen solch wichtigen Bereich tatsächlich immer aus Ihren Diskussionen ausblenden (zumal ich weiß, dass viele FM auch parteipolitisch arbeiten) ?
Viele Grüße
Martin
Sehr geehrter Martin,
die Betonung liegt auf der ersten Silbe: STREITgespräche.
Einem Gedankenaustausch über gesellschaftspolitische Themen steht dem grundsätzlich nicht entgegen. Ob und wie solche Themen in den Logen behandelt werden; das hängt von den Neigungen und Auffassungen der jeweiligen Bruderschaften ab und variiert daher recht stark:
Es gibt Logen, in denen solche Themen auch im Mittelpunkt der Tempelarbeit stehen (können), was bei anderen wiederum ein Faux-Pas wäre und nicht goutiert werden würde.
Häufiger findet die Behandlung solcher Themen im Rahmen von Vortragsabenden oder brüderlichen Gesprächsrunden statt.
Auch dem politischen Gedankenaustausch im Gespräch mit Brüdern vis-a-vis steht nichts entgegen.
Parteipolitik im engeren Sinne hat allerdings in den Logen nichts zu suchen.
Grundlegend für all dies ist die Reife der Persönlichkeit der Beteiligten, sich der problematischen Thematik bewußt zu sein und sich auch dementpsrechend zu verhalten und zu äußern.
Mit freundlichen Grüßen
T.G.
Bernhard
27.03.2007, 10:03
Hallo zusammen!
Soweit ich mich bisher eingelesen habe, sind politische (Streit)Gespräche in den Logen nicht erlaubt. Können gesellschaftlich - politisch interessierte Menschen (ich denke, dass FM das sind) einen solch wichtigen Bereich tatsächlich immer aus Ihren Diskussionen ausblenden (zumal ich weiß, dass viele FM auch parteipolitisch arbeiten) ?
Viele Grüße
Martin
Lieber Martin,
ich kann T.G.
Häufiger findet die Behandlung solcher Themen im Rahmen von Vortragsabenden oder brüderlichen Gesprächsrunden statt.
Auch dem politischen Gedankenaustausch im Gespräch mit Brüdern vis-a-vis steht nichts entgegen.
Parteipolitik im engeren Sinne hat allerdings in den Logen nichts zu suchen. in Bezug auf unsere Loge nur bestätigen.
"Partei" kann man hierbei nicht dick genug schreiben.
Da die Politik ja auch Einfluss auf das gesellschaftliche Leben hat, wäre es unmöglich alles politische auszublenden.
Hier wird auch deutlich warum "die Freimaurerei" (in Deutschland) keine Stellungnahme zu gesellschaftspolitischen Themen geben kann.
Ich selbst hielt mal einen Vortrag "Gentechnik und Menschenwürde".
Ein also durch aus gesellschaftspolitisches Thema.
Natürlich gibt es hierzu in einer Loge Meinungen in allen Schattierungen.
Sich mit den Gedanken der andersdenkenden Brüder auseinanderzusetzen, ohne den "Druck" überzeugen zu müssen/Recht haben zu müssen, trägt durchaus dazu bei, dass solche Diskussionen nie Streitgespräche werden.
Nie habe ich erlebt, dass Brüder verschiedener Parteien in diesen Diskussionen Parteipolitik betrieben.
Ebenso gibt es durchaus Themen, die religiös im weitesten Sinne sind - nie aber Gespräche über Konfession. So z.B. Nächstenliebe, Menschenliebe, Todesstrafe.
Liebe Grüße,
Bernhard
Es gibt Logen, in denen solche Themen auch im Mittelpunkt der Tempelarbeit stehen (können), was bei anderen wiederum ein Faux-Pas wäre und nicht goutiert werden würde.
Lieber T.G.
Ich dachte bisher die Tempelarbeit sei rein rituell. Wird dort tatsächlich auch themenzentriert gearbeitet?
Wie kann der Interessierte (Ich) erkennen welche Logen sich auch solchen Themen nähern? Wäre es nicht unpassend (und nicht sehr höflich) mich über eine längere Zeit einladen zu lassen um dann festzustellen, dass ich dort etwas nicht finden kann was für mich wichtig ist?
Viele Grüße
Martin
Ich dachte bisher die Tempelarbeit sei rein rituell.
Ja, das ist richtig, aber
Wird dort tatsächlich auch themenzentriert gearbeitet?
in der Regel steht im Mittelpunkt dieser rituellen Arbeiten ein Vortrag, bei manchen Lehrarten auch "Zeichnung" genannt.
Wie kann der Interessierte (Ich) erkennen welche Logen sich auch solchen Themen nähern?
Indem Sie offen danach fragen.
Wäre es nicht unpassend (und nicht sehr höflich) mich über eine längere Zeit einladen zu lassen um dann festzustellen, dass ich dort etwas nicht finden kann was für mich wichtig ist?
Da stimme ich Ihnen grundsätzlich natürlich zu. Ich gebe aber nachdrücklich zu bedenken, daß die Freimaurerei keine politische Vereinigung noch ein Zirkel von Gesellschaftskritikern oder ein politischer Debatierclub ist. Wenn Sie sich solche Vorstellungen von der Freimaurerei machen, dann wird Sie deren Realität wohl enttäuschen.
Die Logen, die "(gesellschafts)politische Vorträge" schätzen sind meiner Wahrnehmung nach recht dünn gesät, da es bei der Freimaurerei primär um etwas anderes geht als um die Erörterung gesellschaftlicher Probleme.
Gruß
T.G.
Ich gebe aber nachdrücklich zu bedenken, daß die Freimaurerei keine politische Vereinigung noch ein Zirkel von Gesellschaftskritikern oder ein politischer Debatierclub ist.
Lieber T.G.
Das ist auch gut so. Diese Erwartung habe ich nicht. Auf den Seiten der Internetloge habe ich gerade eine Formulierung gefunden die sehr gut zum Ausdruck bringt worauf ich hinaus wollte.
Zitat:
"Durch regelmäßig stattfindende rituelle Zusammenkünfte arbeiten wir an unserer geistigen Vertiefung und sittlichen Entwicklung. Um dabei nicht in einen "Elfenbeinturm" zu geraten, haben wir es uns zur Tradition werden lassen, auch die wichtigsten Ereignisse in Kultur und Wissenschaft sowie in Wirtschaft und Politik ständig aufmerksam zu beobachten."
Wenn ich jetzt noch unterstellen darf, dass einem Beobachten auch ein Verarbeiten (im Gespräch) folgen kann bin ich zufrieden.
Viele Grüße
Martin
Lieber Martin,
ich könnte diesen von Ihnen zitierten Satz, bzw. seinen Inhalt, so nicht "unterschreiben". Weder für mich persönlich, noch für das, was z.B. in unserer Loge üblich ist.
Bedenken Sie bitte, daß die sog. "Internetloge" die private Unternehmung eines Bruders ist und insoweit (auch) nur die subjektiven Ansichten dieses Bruders und der auf dieser Homepage publizierenden anderen Autoren sind.
Mit freundlichen Grüßen
T.G.
Bernhard
27.03.2007, 15:43
Lieber Martin,
ich könnte diesen von Ihnen zitierten Satz, bzw. seinen Inhalt, so nicht "unterschreiben". Weder für mich persönlich, noch für das, was z.B. in unserer Loge üblich ist.
Lieber Martin,
und genau hier siehst du wie vielfältig FM, trotz aller Gemeinmsamkeiten, sein kann. In unserer Loge (A.F.A.M.) sind ca. 30% der Themen an den Freitagen "weltlicher" Art (z.B. naturwissenschaftlich-gesellschaftlich, Kunst, Psychologie), ca. 30-40% sozialethische und ethische Vorträge und ca. 30-40% FM-Themen, wie Symbolik u.ä.
Wobei sich die Grenzen nicht klar ziehen lassen.
Für uns ist es wichtig, dass wir auch erkennen in welcher Welt wir leben.
Allerdings nicht im Sinne einer Volkshochschule oder gar eines Weiterbildungszentrum.
Während der Tempelarbeiten (bei uns Samstags) sind Vorträge eher die Ausnahme, und wenn dann nur zu FM-Themen. Hintergrund ist der; im Tempel wird keine Diskussion geführt. Es wird im Monolog vorgetragen. Die Brüder können sich also zu einem Vortrag nicht äußern.
Ich könnte also den Absatz des Bruders der Seite "Internetloge" unterschreiben. T.G. schreibt aber richtig, dass diese von einem Bruder privat betrieben wird. Ich finde sie persönlich sehr gelungen - doch verwechsel sie bitte nicht mit einer allgemeinengültigen Aussage DER Freimaurerei.
Bedenke auch, dass es hier kein Richtig und kein Falsch gibt. Wichtig ist vor allem, dass du in mehreren Logen Gästeabende besuchst, und dann - solltest du dich für die FM entscheiden - diejenige aussuchst die am ehesten zu dir passt.
Liebe Grüße,
Bernhard
Lapislazuli
27.03.2007, 15:53
Lieber T.G.
Das ist auch gut so. Diese Erwartung habe ich nicht. Auf den Seiten der Internetloge habe ich gerade eine Formulierung gefunden die sehr gut zum Ausdruck bringt worauf ich hinaus wollte.
Zitat:
"Durch regelmäßig stattfindende rituelle Zusammenkünfte arbeiten wir an unserer geistigen Vertiefung und sittlichen Entwicklung. Um dabei nicht in einen "Elfenbeinturm" zu geraten, haben wir es uns zur Tradition werden lassen, auch die wichtigsten Ereignisse in Kultur und Wissenschaft sowie in Wirtschaft und Politik ständig aufmerksam zu beobachten."
Wenn ich jetzt noch unterstellen darf, dass einem Beobachten auch ein Verarbeiten (im Gespräch) folgen kann bin ich zufrieden.
Viele Grüße
Martin
Lieber Martin,
wir treffen uns nicht nur zu rituellen Arbeiten, es gibt (neben Mitgliederversammlungen und Gästeabenden) auch noch "Clubabende" oder wie immer man diese Zusammenkünfte bezeichnen will. Dort gibt es meist einen kurzen Vortrag und eine Diskussion.
Die Logen sind in der Gestaltung ihres Arbeitskalenders recht frei und die Themen werden so behandelt, wie es sich so ergibt. Zuletzt hatten wir auf einem Gästeabend das Thema Gentechnologie und demnächst werden wir über die Spätfolgen von Tschernobyl sprechen.
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