Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum Freimaurer werden II
bigbalou
17.03.2007, 10:11
Wertes Forum,
angeregt durch die Korrespondenz in dem ersten gleichnamigen Gesprächsfaden (Warum Freimaurer werden?) möchte ich eine These formulieren:
Nicht der Profane soll fragen, warum er denn Freimaurer werden solle. Im Gegenteil: es ist an ihm, die Frage der Brüder einer Loge, warum ausgerechnet er denn Freimaurer werden wolle, zu beantworten. Dann werden die Brüder ein Gefühl dafür bekommen, ob er Suchender ist oder (noch) nicht.
Getreu dem Motto: "Ich kann Dir nicht sagen, was es ist, aber ich erkenne es, wenn ich es sehe (bzw. höre)."
Angeregt
Bernd
Ahura Mazda
17.03.2007, 13:04
Auf der einen Seite ein schöner Grundgedanke,
Aber ich glaube nicht daß eine ernsthafte Diskussion bezüglich der Suche unbedingt ein Thema für ein Forum ist, dieses gehört dann doch eher in ein privates Gespräch oder in eine Loge.
Der Vermeintlich Suchende soll sich gegenüber einer relativ breiten Öffentlichkeit (wenn auch unter der Anonymität eines Nick's im Net) Ihm fremden Leuten öffnen?
Mir persönlich wiederstreb so etwas!
Ich gehe gerne ein Gespräch mit anderen ein, dieses muss jedoch ein Geben und Nehmen sein!
Gruß Andreas
bigbalou
17.03.2007, 16:29
Die These soll allgemein gemeint sein, somit nicht als methodischer Vorschlag für dieses oder irgendein anderes öffentliches Medium gedacht.
Sofern die These Gültigkeit hat, so kann sie dann m.E. auch nur in einem persönlichen Dialog anlässlich mehrerer Logenbesuche umgesetzt werden.
Und genau das ist doch in der FM Praxis. Und genau deswegen ist vielleicht die Beantwortung des "Warum" eines Aussenstehenden für Brüder so ungewohnt, ungeübt und unsicher.
Liebe Grüße
Bernd
Aus anderen, teilweise recht schwierig verlaufenden Threads kann man ja gut ersehen, dass diese Frage wirklich nicht direkt, konkret und einfach zu beantworten ist.
Die Beantwortung der Warum-Frage, egal von wem, ob vom Suchenden oder vom Bruder, ist in meinen Augen kein Thema für ein Forum, so hatte ich Bernds Aufforderung auch gar nicht verstanden.
Aber diese Fragestellung bringt uns zu einem Gedankengang, der in unserer auf Gewinnoptimierung und Leistung ausgelegten Gesellschaft lieber vermieden wird.
Die Freimaurerei ist kein Service auf den jeder (Mann) Anspruch hat. Neben der Frage, ob die Freimaurerei etwas für einen Suchenden ist (gibt ja auch noch andere Wege), hat die Frage, ob der Suchende etwas für die Freimaurerei ist ganz konkrete Auswirkungen. Die Brüder stimmen nämlich darüber ab, ob dieser oder jener Suchende aufgenommen wird oder nicht.
Die Kriterien dazu sind höchst verschieden und nur im absoluten Grundsatz festgeschrieben: Das bereits erwähnte "freier Mann von gutem Ruf".
Aber als Kriterien gibt es noch mehr, und ein Suchender, der in einer Loge als "nicht in die Bruderschaft passend" empfunden wird, hätte an anderer Stelle gar kein Problem. Schon allein deswegen lässt sich das kaum allgemein diskutieren. Aber klärende Fragen sind natürlich erlaubt.:yes:
Viele Grüße,
Thomas
[quote=oberon;1191]
Aber als Kriterien gibt es noch mehr, und ein Suchender, der in einer Loge als "nicht in die Bruderschaft passend" empfunden wird, hätte an anderer Stelle gar kein Problem. Schon allein deswegen lässt sich das kaum allgemein diskutieren.
Hallo und einen schönen Tag
auch bei den "Zeugen Jehovas" wird nicht jeder aufgenommen, nur ist der Unterschied hier die "Zeugen Jehovas" ist eine - Körperschaft des öffentlichen Rechts - Der Vatikan Exkommuniziert die Freimaurer.
Gruss
Corinna
auch bei den "Zeugen Jehovas" wird nicht jeder aufgenommen, nur ist der Unterschied hier die "Zeugen Jehovas" ist eine - Körperschaft des öffentlichen Rechts - Der Vatikan Exkommuniziert die Freimaurer.
Unabhängig davon, daß die Römische-Katholische Kirche Freimaurer seit gut 40 Jahren, nach der Refom des CIC infolge des II. Vatikanums, nicht mehr im kirchenrechtlichen Sinne "exkommuniziert"; ich verstehe nicht so recht, was Sie mit dem obigen Vergleich "Freimaurer - Zeugen Jehovas - Römisch-Katholische Kirche" zum Ausdruck bringen wollen.
Vielleicht könnten Sie das einmal näher erläutern?
Mit freundlichen Grüßen
T.G.
Ahura Mazda
18.03.2007, 14:26
Ich verstehe leider auch nicht ganz, was das Thema mit dem Vatikan und den Zeugen Jehovas zu tun hat.
Das würde mich ebenfalls sehr interessieren.
Gruß Andreas
bigbalou
18.03.2007, 14:49
... die "Zeugen Jehovas" ist eine - Körperschaft des öffentlichen Rechts ...
Die Zeugen Jehovas sind in Deutschland als eingetragener Verein organisiert, wie die Logen der Freimaurer auch. Sie sind jedoch eine anerkannte Religionsgemeinschaft, die Freimaurer nicht. Sie sind keine Körperschaft des öffentlichen Rechts, wie etwa eine Fernsehanstalt.
Über diese Feststellung hinausgehende Beiträge sollten, bei Bedarf, in einem neuen Gesprächsfaden erörtert werden.
Weltliche Grüße
Bernd
Nicht der Profane soll fragen, warum er denn Freimaurer werden solle. Im Gegenteil: es ist an ihm, die Frage der Brüder einer Loge, warum ausgerechnet er denn Freimaurer werden wolle, zu beantworten. Dann werden die Brüder ein Gefühl dafür bekommen, ob er Suchender ist oder (noch) nicht.
Getreu dem Motto: "Ich kann Dir nicht sagen, was es ist, aber ich erkenne es, wenn ich es sehe (bzw. höre)."
Hallo Bernd,
in letzter Konsequenz hast du sicher recht. Die Frage ist zu stellen und sollte auch ansatzweise vernünftig beantwortet werden (können). Aber ich denke, dies ist erst der zweite Schritt.
Anders als jeder andere x-beliebige Verein ist der Nutzen für den einzelnen in der FM nicht definierbar. (Letztlich, weil ihn jeder für sich selbst definiert. So habe ich das jedenfalls verstanden.) Aber die Frage nach dem warum und wozu ist doch legitim. Will ich Kaninchen züchten gehe ich in einen Kaninchenzüchterverein, weil ich mich dort mit Gleichgesinnten treffen und austauschen kann und viel Interessantes eher erfahre als im Alleingang.
Wenn ich in den Himmel kommen will bemühe ich mich um ein gottgefälliges Leben :angel:(oder das, was man mir als solches erklärt hat).
Ich habe ganz bewusst zwei "Vereine" genommen, wie sie gegensätzlicher kaum sein können und sicher beide die Ränder in die eine oder andere Richtung definieren. Was ich damit sagen will ist folgendes: der Mensch ist es einfach gewohnt, dass man ihm erklärt welche Vorteile sein tun für ihn hat. Sei es eben der Chef, der mit Gehaltserhöhung winkt, der Verkäufer der sein Ware anpreist oder eben oben genannte "Vereine".
In sofern ist die Frage: Warum (soll ich) Freimaurer werden? nachvollziehbar und verständlich. Und ich halte sie auch für legitim.
Ich habe die Frage vor vielen Jahren meinem Vater gestellt: Warum sollte ich Freimaurer werden? Seine Antwort? Sollst du gar nicht. Ich habe damals gedacht, er bezog sich nur auf das sollen. Also habe ich die Frage anders formuliert: Was habe ich davon wenn ich Freimaurer werde? Er antwortete mir damals mit Goethe: Wenn du es nicht fühlst, du wirst es nicht ergründen. Na super, was macht man als Teenager (der ich damals war) mit so einer Antwort? Ich fand sie damals einfach nur doof. Heute (ungefähr 26 Jahre später) denke ich, dass in ihr sehr viel Wahrheit gesteckt hat. Nun mag ich nicht repräsentativ sein, aber wenn ich überlege, wie lange ich gebraucht habe um zu dem Ergebnis zu kommen, da war doch noch was, was "erwarte" ich dann von Leuten, die nicht mit der FM aufgewachsen sind, deren elterlicher Freundeskreis sich nicht fast ausschließlich aus Brüdern und Schwestern zusammengesetzt hat, der nicht gelernt hat, dass alle FM letztlich auch "nur" Menschen sind. Nur halt eben welche mit manchmal etwas verschroben anmutenden Idealen, Ritualen und Gebräuchen. (Die Brüder mögen mir verzeihen, aber für einen Profanen stellt es sich auf den ersten Blick doch manches Mal so dar.) Da braucht es dann schon eines gerüttelt Maß an Neugierde. Aber vielleicht ist es genau das, was den Suchenden vom Neugierigen unterscheidet? Der Wille eben nicht nur die gehörten Vorurteile/Gerüchte bestätigt oder vielleicht auch widerlegt zu bekommen (schwierig!!! Alle sagen, es gibt da ein Geheimnis. Und die sagen, nein, gibt es nicht. Klar, was sollen sie auch sagen... klassische sich selbst erfüllende Prophezeiung.) sondern sich wirklich darauf einzulassen und mal über den Tellerrand zu sehen? Aber bin ich dann schon Suchender? Oder einfach nur Kosmopolit der sich für alles interessiert ohne vorschnell zu urteilen?
Also warum Freimaurer werden? Vielleicht ja auch nur um zu lernen, dass ich zwar gerne wildfremden Leuten zum Geburtstag gratulieren darf, es aber auch völlig in Ordnung ist, wenn es andere nicht tun.:yes:
Nachdenkliche Grüße
Markus
Hallo Freunde Hallo moritz,
Ich bin neu hier und ob wohl euer tread schon was älter is habe ich mich sofort in den letzten sätzen von moritz wieder gefunden da es bei mir nicht so war meine eltern sind keine freimaure und trotz alle dem fühle ich mich enorm zu dieser denkens form hingezogen . Ich finde den grundgedanken das jeder mensch an sich arbeiten soll und ein guter mensch sein soll oder es zumindest anstrebt toll. (ganz gleich welchem glauben er angehört) wird jeder unter den den brüdern gleicher maßen aktzeptiert und geschätzt. Mir ist ein Satz gans besonders in erinnerung geblieben
"Was ist Freimaurerei?
und Beantworte sie spontan mit folgenden kurzen Sätzen:
Daheim ist sie Güte.
Im Geschäft ist sie Ehrenhaftigkeit.
In Gesellschaft ist sie Höflichkeit.
In der Arbeit ist sie Anständigkeit.
Für die Unglücklichen ist sie Mitleid.
Gegen das Unrecht ist sie Widerstand.
Für das Schwache ist sie Hilfe.
Dem Gesetz gegenüber ist sie Treue.
Gegen den Unrechtmenschen ist sie Vergessen.
Für den Glücklichen ist sie Mitfreude.
Vor dem Allmächtigen, gleich wie er genannt wird, ist es Ehrfurcht."
Und für mich hat sich die frage nach dem warum erledigt da aus diesen zeilen und aus dem gedanken jeder suchende seine vorm des suchens also seine art vonn vollkommenheit entdecken kann und sich eine art ziel stecken kann das ist meine ganz persönliche art der freimaurerei.
Ps. nicht um sonst waren einige der größten köpfe der welt dieser art von denken zugetahen.
ich hoffe ihr könnt mich verstehen ,
alles gute:rolleyes2:
Hammurapi
26.03.2008, 22:10
Und für mich hat sich die frage nach dem warum erledigt da aus diesen Zeilen und aus dem Gedanken jeder suchende seine vorm des Suchens also seine art von Vollkommenheit entdecken kann und sich eine art ziel stecken kann das ist meine ganz persönliche art der Freimaurerei.
Im Sinne der Erkenntnisfähigkeit des Menschen kann es ja auch nur eine ganz persönliche Freimaurerei geben. Jeder erkennt und bewertet seine umgebende Welt anders, kommt zu ganz anderen Schlüssen und reagiert letztlich auch anders auf sie. Gleiches lässt sich ebenso auf den Suchenden anwenden: Jeder Sucht etwas anderes.
Oder suchen die wirklich Suchenden am Ende doch dasselbe?:hmmm:
Wenn wir die Physik der umgebenden Welt betrachten, dann ist sie für uns absolut schlüssig. Es gibt keine Wunder an die man sich erinnern könnte selbst mit eigenen Augen gesehen zu haben. Ich kenne zumindest keinen der dies behauptet. Die mechanische Welt scheint also nach völlig logischen und schlüssigen Regeln zu funktionieren. Dann gibt es aber den Menschen der die Welt, bzw. das, was er von ihr erkennt, interpretiert und manchmal zu völlig irrationalen Ergebnissen kommt. Daraus entsteht oft Schlechtes aber auch oft Gutes. Eventuell suchen mache Menschen nach der Logik menschlichem Handelns. Eine schwierige wenn nicht endlose Suche.
Grüße,
Hammurapi
Ave,
Wenn es nach der kabbalistischen Tradition geht, so verneigt sich die Logik vor dem Gefühl.
Ave,
Wenn es nach der kabbalistischen Tradition geht, so verneigt sich die Logik vor dem Gefühl.
Können Sie das etwas weiter ausführen?
So ist es zumindest für mich eine unverständliche Aussage.:hmmm:
Können Sie das etwas weiter ausführen?
So ist es zumindest für mich eine unverständliche Aussage.:hmmm:
Am Baum des Lebens befindet sich die Sphäre der Gefühle (Netzach) vor der Sphäre der Gedanken (Hod).
Die Impulse des Göttlichen (bzw. der Individualität, die am Tipheret ist) werden wie Samen in Form von Gefühlen bzw. Wünschen, eventuell einem Sehnen nach Spiritualität in Netzach gesät.
Ich habe mir lange gedacht wozu Kabbalah, aber mittlerweile bin ich drauf gekommen, dass es ein funktionierendes Modell der Wirklichkeit ist, das in Mysterienschulen überliefert wurde.
So war ja auch Jesus Christus ein Eingeweihter in der kabbalistischen Tradition, der den Zustand der Erleuchtung manifestieren und halten konnte und nicht nur einen kurzen Blick in der Meditation drauf werfen konnten.
PS: das sind Inhalte der Vorträge des Großmeisters des Alten Ordens der Rosenkreuzer
Mercenary
01.04.2008, 20:51
Am Baum des Lebens befindet sich die Sphäre der Gefühle (Netzach) vor der Sphäre der Gedanken (Hod). Die Impulse des Göttlichen (bzw. der Individualität, die am Tipheret ist) werden wie Samen in Form von Gefühlen bzw. Wünschen, eventuell einem Sehnen nach Spiritualität in Netzach gesät.
Die Grundlagenwerke resp. heiligen Texte welche das Fundament der Kabbala bilden sind ganz grob gesagt:
DIE BIBEL, und zwar ausschliesslich das AT (sprich Tanach = Thora, Newiim und Ketuvim). Daraus im Speziellen:
DIE THORA, sprich der Pentateuch (griech.) = das Fünfbuch, resp. die 5 Bücher Moses, die da sind: Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium.
Weiter gehören zum Fundament aller kabbalistischen Spekulationen jene Bücher, welche die heiligen Texte erklären. Das sind:
MISHNA, d.i Kommentare zum Inhalt der Thora.
TALMUD, bestehende aus Mashora, d.i. Regeln für das Lesen der Thora, und Gemara, d.i. Erklärungen der Kommentare zur Mishna.
In neuere Zeit (etwa 13 Jahrhundert) gehören der SEPHER JEZIRAH. Er beinhaltet die mystische Darstellung der göttlichen Welt und ihre Beziehungen, und im weiteren der SOHAR resp. BAHIR: Sie haben religiöse, philosophisch-esoterischer Inhalte und werden als die Metaphysik der Kabbala bezeichnet.
Allerdings existieren heute in der Kabbala im wesentlichen zweierlei Kulturen resp. Traditionen, nämlich die originäre chaldäisch-jüdische, und ein von diesem Stamm abgehender Zweig, nämlich die an ihre eigene Bedürfnisse und Vorstellungen angepasste, neue kabbalistische Kultur der Christen. Dabei erscheint es mir einmal mehr, als hätten sich Letztere, nebst der Bibel (wobei Christ von einer bestimmten Gereiztheit darunter nur das Neue Testament versteht), mit kulturfremdem Geistesgut beladen, das sie der Natur der Sache nach niemals in seiner Reinheit und Tiefe erfassen können.
Das Spiel mit dem kabbalistischen Baum indes mag ganz allgemein eine gute Symbolschule sein, wie auch der Tarot eine solche ist, - nur mit Kabbala als die jüdische Theosophie schlechthin hat dies wenig zu tun. Und persönlich würde ich C.G. Jung und Freud aus dem Spiel lassen, wiewohl auch Jesus, zumal er kein Christ, sondern Jude war, und wenn in die Kabbala eingeweiht, dann innerhalb der Tradition der jüdischen Religion.
Rolf
Ich denke es hängt viel davon ab in welcher kabb. Tradition gearbeitet wird, da Kabbalah ja im eigentlichen Sinn 'Empfangen' bedeutet.
Sei es von Mund zu Ohr oder in der nächsten Stufe ein direktes inneres Empfangen.
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