Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Altersunterschied
marma ra
13.03.2007, 16:00
Hallo an alle
Es ist eines der wichtigsten Themen, und eines der am meist diskutierten.
Kann ein junger Beitrittskandidat (25-30 Jahre alt) sich in einer Loge wohlfühlen, wo doch fast alle Brüder recht viel älter sind?
Das Frage ich, weil ich mir kein konkretes Bild von den Zusammenkünften machen kann.Was denn so besprochen wird und wie so ein Ritualabend gemeinsam mit Brüdern aussieht.
Sind Ihnen Fälle bekannt, wo es Schwierigkeiten wegen Altersunterschiede gab?
Wie sind Ihre Erfahrungen als Bruder Freimaurer zu diesem Thema?
Danke im Voraus
Marma Ra
Als ich in eine Loge eintrat war ich 27. Der nächstältere Bruder war 35 und danach waren alle deutlich über 40, eher 50+. Ich dachte auch zuerst, dass es eventuell eine sehr einsame Zeit sein würde, wurde aber völlig überrascht.
Meine Großeltern waren früh gestorben, so dass ich den Umgang mit älteren Menschen gar nicht gewohnt war. Aber ich wurde von den Alten gesehen, wahrgenommen! Das war ein wunderbares Gefühl, und ich dachte, "so will ich im Alter auch mal sein".
Viele alte Freimaurer, die ich kenne sind unglaublich rege im Geist, offen für neue Gedanken und interessiert an einer alternativen Sichtweise anderer Generationen.
Inzwischen haben wir gut 15 aktive Brüder unter 40 in unserer Loge und ein sehr homogenes "Altersklima". Von Generationsproblemen weiß ich nichts.
Viele Grüße,
Thomas
Schwarzbär
13.03.2007, 16:58
Ich denke, dass das real existierende große Altersspektrum in der Regel als große Stärke der Freimaurerei wahrgenommen wird. Ich sage "in der Regel", weil es auch Ausnahmen geben mag. Ich jedenfalls (42 J) profitiere sehr von der Weltsicht und Erfahrung meiner älteren Brüder und hoffe sehr, dass sie umgekehrt auch von meinen (anderen) Erfahrungen profitieren.
Frank U.
13.03.2007, 17:40
Hallo Schwarzbär, schön Dich wiederzusehen.
Ich bin der jüngste Bruder meiner Loge, der nächste ist 10 Jahre älter.
Und ehrlich?
Es ist schön, die Erfahrungen zu nutzen. Dafür konnte ich einem Bruder (73) sein navi erklären:icon_smile_lachuh:
Schwarzbär
13.03.2007, 17:46
Moin Frank,
brüderliche Grüße in meine alte Heimat, freu mich auf den 24.!! Älteren Brr. eine Stütze in einer durchdigitalisierten Welt zu sein, die sie ggf. nicht mehr so ganz durchblicken, gehört einfach auch zu dem ungeschriebenen Generationenvertrag innerhalb der Logen. Beide saugen – wie gesagt – ihren Honig daraus.
Freespirit77
13.03.2007, 19:10
Hallo,
ich bin 30 und ein sehr lieber Bekannter (ehemaliger GF der Firma für die ich arbeite) ist 60+ ...
und ich treffe mich auch nach seinem Rücktritt wahnsinnig gerne regelmässig mit Ihm um über dies und das zu plaudern. Das ist etwas das ich nicht missen möchte ... es ist schön, von Menschen lernen zu dürfen, die "doppelt so viel" erlebt haben :yes:
Schönen Abend
Lieber Marma,
als Jurist würde ich auf die Frage, ob man sich als jüngerer Mensch in einer Loge, in der Brüder, die (zT deutlich) älter sind als man selbst, prägend sind, antworten: Das kommt drauf an. Nämlich auf einen selber und auf die Brüder der Loge.
In meinem Fall war es absolut kein Problem. Als ich meinen Aufnahmeantrag nach zwei Gästeabenden stellte, war ich 22. Der nächstältere Bruder war 10 Jahre älter, dann kam wieder ein paar Jahre nichts. Gestört hat mich das keine Sekunde, das Alter war in den allermeisten Fällen praktisch nie eine Frage. Ich habe mich im Kreise meiner Brüder von Anfang an pudelwohl gefühlt - und fühle mich noch so (leider beruflich bedingt viel zu selten... :( )
Grundsätzlich denke ich, daß das erste Gefühl, das man bei einem Gästeabend von einer Loge bekommt, ein recht guter Wegweiser dafür sein kann, ob man sich künftig in diesem Kreise wohlfühlen kann.
Bester Gruß, Lars
Hallo Schwarzbaer,
schoen Dich hier zu sehen.
Also ich bin der zweitjuengste (39) und ich profetiere von den Erfahrungen der "Alten". Bei mir kommt zusaetzlich die sprachlichen Hindernisse dazu und da kann ich nur sagen, haben die alten wesentlich mehr die Ruhe weg mir was zu erklaeren (Dazu kommt das die alten meistens mehr als die Landessprache sprechen)
Unser Alter beginnt bei 36 und endet bei 82! Die "Aktivisten" wuerde ich so bei 45 bis 65 einschaetzen.
F. Schmidt
14.03.2007, 10:15
Hallo,
eigentlich kann ich den letzten Beiträgen nur zustimmen.
Ich bin in meiner Loge auch der jüngste und halte den Erfahrungsaustausch zwischen jung und ,,alt'' auch für sehr wichtig.:yes:
Auch ich wurde sofort, trotz großen Altersunterschied zu manchen Brüdern sofort akzeptiert.
Und irgendwann sind wir auch die Alten.
Bis dann,
Frank
Protheus
24.03.2007, 21:01
Die Frage stellt sich für mich besonders interessant dar.Ich bin warscheinlich ( selbst für einen Suchenden) vergleichsweise jung.Persönlich denke ich (so schätze ich die Freimaurer ein), dass ich als junger Mensch z.B. auf einem Gästeabend eher auf Interesse als auf ein "Naserümpfen" der älteren Brüder stoßen werde.Ich denke es ist für Alt und Jung interessant das andere zu erforschen,Meinungen auszutauschen und seine Sicht zu erweitern.Ich mach mir daher weniger sorgen des Alters wegen und hoffe auf positive Resonanz.
Herzliche Grüße
Protheus
Ich denke es ist egal wie alt Mann ist .Ich kenne leute die mit 20 sehr reif sind und anders die die mit 40-50 noch sehr unreif sind .
Und besonderes in Freimaurer kreisen , meine meinung nach , ist wichtig geistige reife und nicht wie alt jemand ist , und nicht vergessen , "freien Manns von gutem Rufe " .
Herzliche Grüße
Abis
Liebe Forumsmitglieder,
im Zusammenhang mit dem Thema Altersunterschied interessiert mich folgender nicht immer altersabhängiger Aspekt.
In den FAQ’s ist zu der Frage
Kann jeder Mitglied der Freimaurer werden?
Werden Behinderte aufgenommen?
oder suchen sich die Freimaurer ihre neuen Mitglieder selbst aus?
folgendes zu lesen:
Für Menschen, die eine eigenständige geistige Welt besitzen (i.A. als geistig behinderte Menschen, psychisch Kranke u.ä. bezeichnet), ist deshalb die Loge sicher keine echte Alternative (auch weil frm. Arbeit keine Therapie ersetzt), selbstverständlich aber für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.
Wie gehen Freimaurer innerhalb der Loge mit Brüdern um die dauerhaft erkranken (z.B. Demenz)?
Freimaurerei ist ein Bund fürs Leben, wird man bei Erkrankungen wie oben genannt ausgeschlossen? Bricht der Kontakt ab? Wird der Kontakt aktiv gehalten?
Über eine Beleuchtung dieses „Altersproblems“ würde ich mich freuen.
Herzlichst Ihr
shadow
Dies ist oftmals abhängig von vielen Faktoren. Es gibt alte Brüder, die sich tatsächlich am Ende ihrer Tage von der Loge abwenden, viele sind auch leider von ihren angehörigen abhängig, die dann "aus Kostengründen den Opa von der Loge abmelden."
Als Vereine haben wir diese Abmeldung, wenn sie rechtskräftig sind zu akzeptieren. Wenn man dann von den Angehörigen den Aufenthaltsort (Altenheim) des Bruders nicht erfährt, bricht der Kontakt ab. Glücklicherweise ist das aber nicht der Normalfall.
Brüder haben viele Freunde in der Loge, und wer zu krank ist um zur Arbeit zu kommen, den besuchen immer wieder Brüder.
In meiner Loge gibt es darüber hinaus nach jeder Logenarbeit einen "Logenmeisterbrief", in dem die Arbeit und das was in der letzten Zeit so passiert ist kurz resümiert wird. Dies ist für Brüder auf Reisen, aber auch für Kranke, beruflich Verhinderte, usw. eine gute Möglichkeit, mit dem Logenalltag verbunden zu bleiben.
Es ist bei uns ebenso üblich, die Gräber der Brüder, die in der Nähe beerdigt sind, zu besuchen und die Freimaurerrosen auf ihr Grab zu legen. So bleibt die Verbindung in Form der Erinnerung auch noch über den Tod hinaus bestehen.
Viele Grüße,
Thomas
Kann ein junger Beitrittskandidat (25-30 Jahre alt) sich in einer Loge wohlfühlen, wo doch fast alle Brüder recht viel älter sind?
Mit meinen 21 Jahren habe ich mich in den Logen bislang immer sehr wohl gefühlt. :yes:
Protheus
25.03.2007, 20:26
Das bestätigt meine Vermutungen.:ohwell: Danke!
Herzliche Grüße
Protheus
Wie gehen Freimaurer innerhalb der Loge mit Brüdern um die dauerhaft erkranken (z.B. Demenz)?
Freimaurerei ist ein Bund fürs Leben, wird man bei Erkrankungen wie oben genannt ausgeschlossen? Bricht der Kontakt ab? Wird der Kontakt aktiv gehalten?
Hallo schadow,
mein Vater war über 80 als er nach langer, schwerer Krankheit starb. Und er bekam fast täglich noch Anrufe oder persönlichen Besuch von Brüdern.
Letzte Woche habe ich einen seiner alten Brüder angeschrieben, weil ich seinen Namen in einem Beitrag im Web gelesen hatte. Dort tauchte auch der Name seines Sohnes auf, der offensichtlich mittlerweile auch Freimaurer geworden ist. Ihn kannte ich auch noch aus Kindertagen (gegenseitige Besuche unserer Eltern und die Kinderweihnachtsfeiern im Logenhaus). Ich bat sie beide, alle Brüder die mich noch kennen zu grüßen, einen bestimmten Bruder ganz besonders, weil ich mit ihm auch noch losen Kontakt weit über den Tod meines Vaters hinaus hatte. Gestern bekam ich eine Antwort. Der Sohn berichtete mir, dass sein Vater mittlerweile auch 81 Jahre alt ist, es ihm derzeit gesundheitlich nicht so wahnsinnig gut ginge, aber die Brüder sich rührend um ihn kümmern würden. Und von dem Bruder, an den ich bat meinen besonderen Gruß auszurichten, berichtete er mir, dass er leider an Alzheimer in fortgeschrittenem Stadium leide, die Brüder aber regelmäßig bei ihm nachfragen und ihn, wann immer sein Gesundheitszustand es zulässt, ins Logenhaus mitnehmen.
Du siehst, das mit dem Lebensbund wird so lange wie möglich aufrecht erhalten. Und wenn es nur ist, dass er die letzen drei Rosen auf den Sarg gelegt bekommt. So er das denn will! (Es hat auch schon Brüder gegeben, die sich selbst dann nicht "outen" wollten.)
Herzliche Grüße
Markus
hallo oberon,
....... viele sind auch leider von ihren angehörigen abhängig, die dann "aus Kostengründen den Opa von der Loge abmelden."
Als Vereine haben wir diese Abmeldung, wenn sie rechtskräftig sind zu akzeptieren.
rechtlich denke ich mal i.o., aber moralisch? kann, wenn wirklich Kostengründe im Vordergrund stehen, dies wirklich ein Grund sein eine Kündigung anzunehmen? Ich denke wenn man die FAQ's liest sollte es andere Möglichkeiten geben. Da du diesen Passus jedoch in Anführungszeichen gesetzt hast, vermute ich einmal, dass du evtl. damit einen vorgeschobenen Grund der Angehörigen meinst.
....... Brüder haben viele Freunde in der Loge, und wer zu krank ist um zur Arbeit zu kommen, den besuchen immer wieder Brüder.
mein Vater war über 80 als er nach langer, schwerer Krankheit starb. Und er bekam fast täglich noch Anrufe oder persönlichen Besuch von Brüdern.
Das gefällt mir schon besser und kommt meinem Selbstverständnis schon näher wenn aus Brüdern Freunde werden.
gruß
shadow
Da du diesen Passus jedoch in Anführungszeichen gesetzt hast, ...
Genau so ist es gemeint. Viele Fälle kenne ich zum Glück nicht, aber bisher waren die Kosten immer nur dann ein Problem, wenn die Angehörigen ohnehin nicht mit "der Loge" reden wollten. Sonst hätte man andere Lösungen finden können.
Aber wenn das Verständnis fehlt für den Quatsch, mit dem sich der alte Mann beschäftigt hat, dann fehlt uns auch der Handlungsspielraum. Dieser Mann bleibt uns immer ein Bruder, aber ohne Mitwirkung der Angehörigen ist ein Kontakt manchmal schwierig, wenn der alte Bruder nicht mehr selbst in der Lage ist sich zu melden oder zumindest seinen Willen zu bekunden.
Ein trauriges Kapitel, aber doch eher die Ausnahme.
Viele Grüße,
Thomas
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